PREMINUO JE KURT KÖPRUNER, VELIKI BORAC ZA PRAVDU I ISTINU! – Nachruf auf Kurt Köpruner (1951 – 2011) Kurt Köpruner ist am 1. Juli 2011 nach kurzer, schwerer Krankheit im 61. Lebensjahr in Regensburg gestorben

VELIKOG BORCA ZA ISTINU I PRAVDU, PISCA OBJEKTIVNE KNJIGE O RAZBIJANJU JUGOSLAVIJE, OČEVIDCA I SVEDOKA LAŽNE PROPAGANDE ZAPADNIH MEDIJA,ČOVEKA KOJI JE PISAO O PROGROMIMA NAD SRBIMA U ZADRU I NOVIM USTAŠKIM HORDAMA U VREME KAD JE O TOME SVETSKA ŠTAMPA KO UKLETA ĆUTALA I NI REČI NIJE HTELA O TIM ZLOČINIMA, KOJI SU ZAPADNOM SVETU IŠLI U KORIST NAPISATI, ČOVEKA KOJI JE KAO AUSTRIJANAC, IZ LJUBAVI PREMA PRAVDI I ISTINI PISAO O NEPRAVDI ČINJENE SRBIMA, TOG DIVNOG, POŠTENOG ČOVEKA I MOG LIČNOG POZNANIKA, PRIJATELJA DA DUŠEVNOG BRATA, NEMA VIŠE MEDJU NAMA-MOJA TUGA JE NEIZRECIVA! NEKA MU MISAO BUDE VEČNA MEDJU NAMA ŽIVIM LJUDIMA-OSTAĆE MI U SEĆANJU KAO ČOVEK HUMANISTA OD VELIKOG FORMATA! NEKA MU JE LAKA CRNA ZEMLJA ! DUŠAN NONKOVIĆ-UREDNIK I OSNIVAČ GLASA DIJASPORE, INTERNET PREZENTACIJA SRPSKE DIJASPORE. NEKA MU JE SLAVA DOK JE VEKA I SVETA NA VEK VEKOVA!

Dušan Nonković-Teodorović

Nachruf auf Kurt Köpruner (1951 – 2011)

(4.7.2011) Vielen ist ein Buch von Kurt Köpruner in ebenso lebendiger Erinnerung wie der Autor selbst bei Diskussionen und Veranstaltungen. Kurt stammt aus Vorarlberg, war auch ein Weggefährte des EU-Abgeordneten Hans-Peter Martin, dessen Kandidatur 2004 er aktiv unterstützte. Wie einige andere wurde er von Martin enttäuscht, konnte aber im Wahlkampf auch wichtige friedenspolitische Anliegen vermitteln.

Kurt kam nicht als Journalist auf den Balkan, sondern als Unternehmer mit wirtschaftlichen Verbindungen. Er war zunehmend fassungslos darüber, wie sehr Eindrücke vor Ort von dem Bild abwichen, wie Medien über den Bürgerkrieg berichteten. Seine Erlebnisse und Analysen hielt er in einem Buch fest, das etwas ganz besonderes ist, als Zeugnis von Engagement und Miterleben.

Später führte Kurt einen Betrieb in Bosnien und gab vielen Menschen Arbeit, wie der Promedia-Verlag in seinem Nachruf betont. An diesen Text anschließend findet sich ein Bericht von einer Buchpräsentation Ende 2001 in Wien von der „alten“-Ceiberweiber-Seite, die ein anderes Design hatte, gewissermaßen in Gedenken an Kurt…..

„Erschüttert von der Nachricht des plötzlichen Todes von Kurt Köpruner, erlauben wir uns, seiner auf diesem Wege zu gedenken. Kurt Köpruner ist am 1. Juli 2011 nach kurzer, schwerer Krankheit im 61. Lebensjahr in Regensburg gestorben. Mit dem Promedia Verlag war er als Autor des Buches ‚Reisen in das Land der Kriege. Erlebnisse eines Fremden in Jugoslawien‘ verbunden.

Kurt Köpruner war Zeit seines Lebens ein mutiger und engagierter Kämpfer für eine bessere Welt. In jungen Jahren arbeitete er als Erwachsenenbildner in Vorarlberg, bekleidete dort in den 1980er Jahren die Funktion des ÖGB-Landessekretärs und mischte sich auch später noch, im Rahmen der Kandidatur von Hans-Peter Martin zum EU-Parlament, politisch ein. Engagement und Ausdauer prägten seine Vorstellungen einer solidarischen Arbeitswelt.

Auch dann, als er 1989 in Süddeutschland einen eigenen Betrieb zur Beschaffung von Metallbauteilen aufbaute. Seine langjährigen diesbezüglichen geschäftlichen Kontakte in Jugoslawien brachten es mit sich, dass er auch während des Zerfalls des Vielvölkerstaates regelmäßig vor Ort war und die Grausamkeiten der Bürgerkriege hautnah miterlebte. Aus diesem Erleben entstand sein Buch, das gleichermaßen als literarisches Werk und zeithistorisches Dokument gelesen werden kann.

Nach dem Ende des bosnischen Bürgerkrieges hat Kurt Köpruner in Travnik, dem Geburtsort von Ivo Andric, einen Metall verarbeitenden Betrieb gekauft, in dem mehr als 120 Menschen beschäftigt sind. Er hat ihn zusammen mit seiner Frau Snjezana bis zwei Wochen vor seinem Tod geführt.

Unsere Gedanken sind bei seiner Frau, seiner Tochter und seinen beiden Stieftöchtern. Wir trauen um den engagierten Friedensaktivisten. Wir trauen um den Autor Kurt Köpruner. Wir trauern um einen Freund.“

Hannes Hofbauer & Stefan Kraft
Promedia Verlag

Reisen in das Land der Kriege

(Ceiberweiber-Bericht)

Der aus Vorarlberg stammende Maschinenbauingenieur Kurt Köpruner lebt seit längerem im deutschen Regensburg und reiste vor zehn Jahren erstmals beruflich nach Jugoslawien. Diese Beziehungen intensivierte er auch wegen der Freundschaft mit einer kroatischen Ingenieurin. Dabei machte er zunehmend die Erfahrungen, dass die Erzählungen der Menschen im „Land der Kriege“ ein völlig anderes Bild ergeben als die Medienöffentlichkeit in Deutschland und Österreich. So schrieb er seine Begegnungen, ergänzt durch Recherchen, in einem eben erschienenen Buch auf.

Die Jugoslawisch-Österreichische Solidaritätsbewegung lud ihn ein, das Buch am 30. November in Wien vorzustellen. Tatjana Kovic beschrieb es als „Rarität“, weil Köpruner damit nicht belehren will. Er vermittelt stattdessen die Perspektive der „geplagten Menschen des zerfallenden Staates“, die ihm als Reisenden ihre Geschichten mitteilten. Und diese Berichte stimmen nicht überein mit denen unserer Medien. Köpruner lobt seinerseits die Arbeit der Bewegung, da sie sich „für eine Sache einsetzt, die in der Öffentlichkeit nicht mehrheitsfähig ist“.

Er hat bei seinen Reisen viele Freunde gewonnen, die teils auch „in der Diaspora“ in Deutschland und Österreich leben. Vor zwei Jahren begann er, alles niederzuschreiben. Bei seinem ersten geschäftlichen Besuch interessierte ihn der Staat Jugoslawien nur am Rande. Doch im Mai 1991 war er in einem Hotel in Zagreb und versäumte leider die Fernsehübertragung des Europacupfinales Roter Stern Belgrad gegen Olympic Marseille. Als er Leute schimpfen hörte, nahm er zuerst an, dass Belgrad verloren hätte, doch die Kroaten waren wütend über den Sieg der Serben. Köpruner sah dies als Zeichen einer Entfremdung, die er sich vorher nicht vorstellen konnte.

Die Völker waren schon sehr gegeneinander aufgehetzt, da es vor einem Jahr noch Jubel gegeben hätte. Und dann fuhr er mit einem Avis-Mietwagen mit Belgrader Kennzeichen mit seiner Freundin ins dalmatinische Zadar. Bereits unterwegs hatten sie als vermeintliche Serben unschöne Erlebnisse, doch in der Stadt selbst wurde ihnen das Auto mitten im Zentrum schwer beschädigt. Sie wollten es bei Avis zurückgeben, fanden aber nur ein völlig zerstörtes und ausgebranntes Büro vor. Es gelang ihnen, den Geschäftsführer an seiner Privatadresse aufzuspüren. Wegen des Autos machte dieser Mann kein Drama und er wirkte zuerst als einer jener Klischee-Serben mit Nationalstolz.

Dann verbrachte Köpruner den halben Tag mit ihm und erfuhr von der „dalmatinischen Kristallnacht“. Bei einer Polizeiaktion sollte ein Serbe verhaftet werden, doch dann wurde ein kroatischer Polizist erschossen. Als „Vergeltung“ wurden zehn Stunden lang 116 Geschäfte und Privathäuser zerstört. Der Avis-Mann hat am Polizeifunk alles mitgehört und weiss daher, dass die Polizei die Aktion koordiniert hat. Seine kroatische Frau und die Kinder brachte er in Sicherheit und konnte, weil er ahnte, dass auch das Avis-Büro an die Reihe kommen wird, Akten und Computer retten.

Köpruner glaubte das zuerst nicht, denn „das wäre ja doch bei uns im Fernsehen gekommen, darüber wäre doch berichtet worden“. Der Mann zeigte ihm Zeitungen aus Deutschland und Italien, wobei letztere durchaus darüber geschrieben haben. Und er führte ihn durch Zadar zu den ausgebrannten Geschäften, „von einer Ruine zur nächsten“. Die Serben im Ort hielten einen Krieg für unausweichlich, und er werde schrecklich sein. In der Stadt wurde nach dem Tod des Polizisten Trauer angeordnet. Man musste Kerzen in alle Fenster und auf jeden Balkon stellen. Ein serbisches Paar erzählte Köpruner beschämt, wie sie sich dem zuerst widersetzen wollten, es dann aber doch nicht taten. Freunde baten einander, die Kerzen aufzustellen, denn wer es nicht tut, gilt als Feind. Andere forderten erst zu Zivilcourage auf, fügten sich dann doch.

SerbInnen flüchteten in Scharen in keinesfalls unberechtigter Furcht, verletzt oder ermordet zu werden. Kein Wort davon in unseren Medien, wie Köpruner später auch in monatelanger Recherche in Archiven nachprüfte. Stattdessen fand er in Deutschland und Österreich Desinformationen und Hetze gegen SerbInnen. Als Beispiel zeigt er einen Spiegel-Titel vom Juli 1991 mit „Terror der Serben“ und er zitiert einen FAZ-Text aus dieser Zeit, wo ständig von „serbischem Imperialismus“, „Belgrader Zwangsstaat“, „serbischen Terrorkommandos“ die Rede ist.

Nach dem Schlüsselerlebnis der Berichte von der „Dalmatiner Kristallnacht“ sprach er über Jahre mit Menschen jeder Schicht und jedes Alters und befasste sich mit der Geschichte des Landes. Der veröffentlichte Meinung bewertet er als „unvollständige, einseitige, wahrheitswidrige Berichterstattung“. Wobei es immer wieder auch „hervorragende und ausgewogene Berichte“ gibt, zum Beispiel im „profil“. Dennoch passieren in diesem wie anderen Medien „Dinge, die einen nur den Kopf schütteln lassen“. So wurde etwa 1993 unter Bezugnahme auf das US State Department behauptet, dass die Grausamkeit der Serben alles in den Schatten stelle, was seit der Nazizeit passiert ist. Illustriert und „bewiesen“ wurde es mit einem Bild, das einen Serbenstiefel auf dem Kopf eines enthaupteten Bosniers darstellen soll. In Wahrheit gehörte der Stiefel zu einem Mujahedin und der Ermordete war Serbe.

Viele Medien brachten diese Propagandalüge, und nur das „profil“ stellte Monate später klein auf der Leserbriefseite klar, dass die Information leider falsch war. Während Medien wenig Probleme damit haben, dass sie stark simplifizieren, werfen sie Köpruner mitunter vor, „einen Narren an den Serben gefressen“ zu haben. Tatsächlich hat er viele kroatische Freunde, und die Infos im Buch stammen überwiegend von ihnen. Seine Absicht ist es nicht, die herrschenden Vorwürfe umzukehren, denn die lokalen Akteure trifft bei aller Einmischung von aussen ein sehr grosser Teil der Schuld.

Jugoslawien war aber vor den westlichen Interventionen ein Staat mit Krisen wie andere auch. Heute sind es fünf Staaten – bald sechs oder sieben -, von denen als einziger Slowenien allein überlebensfähig ist. Und wir blicken auf mehrere hunderttausend Tote sowie hunderttausende Schwerverletzte und Millionen Flüchtlinge zurück. Viele Menschen sind verelendet und haben keinerlei Lebensperspektiven. – Und wie sehr die Menschen psychisch gezeichnet sind, steht immer wieder im Mittelpunkt von Erzählungen. – Diese Politik brachte auch einen Bruch des Völkerrechts mit sich, der sich bei weiteren Kriegen dramatisch auswirken wird.

Als wichtiger Auslöser des Kosovo-Krieges wurde das „Massaker von Racak“ betrachtet. Köpruner zitiert einen NATO-Bericht von Ende 2000, wo es diese angebliche serbische Greueltat als noch nicht restlos aufgeklärt bezeichnet wird. Damals wurde auch behauptet, dass AlbanerInnen aus dem Kosovo massenhaft vertrieben würden. In einem internen Bericht der deutschen Bundesregierung vom 19.3.1999 heisst es unter Berufung auf das UNHCR, dass nur 2000 Flüchtlinge im Freien übernachten müssen und dass im Gegensatz zum vorigen Winter keine Versorgungskatastrophe drohe. Tatsächlich begannen die Flüchtlingsströme mit den Bombardierungen der NATO.

Angeblich wurde kein Krieg gegen die serbische Zivilbevölkerung geführt. Dennoch wurden 36.000 Angriffe geflogen, auch im Tiefflug auf eindeutig nicht militärische Ziele. So wurde im Mai 1999 die Holzbrücke von Varvarin zweimal aus 200 Metern Höhe attackiert. Zehn Menschen starben, Dutzende wurden schwer verletzt. Die Hinterbliebenen haben nun mit einem Anwalt in Deutschland die Bundesregierung geklagt. Heute sind die Rassen gerade im Kosovo so scharf voneinander getrennt wie nirgendwo sonst. Köpruner sprach dort auch mit Serben, die in einer Art Hochsicherheitsghetto leben.

Das Buch soll, betont er, ganz allgemein zu Misstrauen gegenüber allzu glatten veröffentlichen Meinungen aufrufen. Er hätte es nicht für möglich gehalten, dass bereits eine Woche nach dem Erscheinen der nächste Krieg beginnt. Das Publikum will wissen, wer denn nun mehr „Schuld“ hatte. Köpruner meint, von aussen seien jene Kräfte unterstützt worden, die den Menschen einredeten, dass zwischen ihnen grosse Unterschiede bestehen. Etwa ein Herr Tudjman, während die Serben selbst sich durch die Minderheitenpolitik in Jugoslawien häufig benachteiligt fühlten. Ein Mann erinnert daran, dass auch andere Wahrheiten vernachlässigt wurden. Etwa die 100 Toten der NATO, über die der österreichische Autor Hannes Hofbauer recherchiert hat.

Und was ist eigentlich mit Milosevic, will eine Frau wissen. Ist er nicht auch deswegen vom Westen angefeindet worden, weil er die Grundversorgung sichern, das Land möglichst unabhängig halten wollte? Köpruner meint, der Name ist sehr überfrachtet, nachdem wir jahrelang vom „Balkan-Hitler“ und dergleichen hörten. Aber welche Argumente bringt der Westen vor allem vor? Er sei Demagoge, heisst es. Quatsch, meinen die Menschen vor Ort, welcher Demagoge sonst meidet Auftritte im Fernsehen. Nationalist soll er auch sein – gerade SerbInnen werfen ihm gerne das Gegenteil vor, weil er die Krajna und West- und Ostslawonien aufgegeben und die Isolation der Republika Srpska zugelassen hat. Gegen den Westen ist er? In Serbien wirft man ihm u.a. wegen des Dayton-Abkommens Paktieren mit den Amerikanern vor.

Bleibt die Tatsache, dass kaum ein/e SerbIn „ihren“ Führer positiv gezeichnet hat. Und dass Köpruner auch mehrere Bücher über ihn gelesen hat. Schlussendlich wage er kein Urteil, eben weil so viele stereotype Vorstellungen über Milosevic kursieren. „Wir“ sollten uns nicht so sehr in ein anderes Land einmischen, ist sein Fazit. Dass sowas oft den gegenteiligen Effekt hat, kennen wir ja auch in Österreich: Waldheim wäre ohne die Aufregung um ihn wohl nicht gewählt worden….

Manche meinen, dass „die Medien“ nur wegen wirtschaftlicher Interessen einseitig berichten. Ich melde mich zu Wort und korrigiere das ein wenig, da auch die verdeckte Aussenpolitik der USA und anderer Staaten eine Rolle spielt, weil Medien zur Erzeugung der richtigen Stimmung in der Bevölkerung benötigt werden. Es ist auch nicht unbedingt Überforderung und Naivität von JournalistInnen, wenn sie Fabrikationen wie dem Serbenkopf als Bosnierkopf aufsitzen.

Infos:
In Memoriam Kurt Köpruner: Zu Jugoslawien-Ausstellung (die im Heeresgeschichtlichen Museum gezeigt wurde und die Kurt Köpruner analysierte)
Webseite von Kurt Köpruner
Buch bei Promedia
Kurt Köpruner über Wolfgang Petritsch (2002)
Bericht über eine Lesung (2004)

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Alexandra Bader
alexandra@ceiberweiber.at

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