SOK AKTUELL – 10. November 2008

SOK AKTUELL

Informationsdienst der Kommission Kirche und Gesellschaft der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa

10. November 2008

Totentag im Kosovo-Metohija

Montenegro: Staatsorgane unterstützen SOK-Gegner

Totentag im Kosovo-Metohija

(KLOSTER VISOKI DECANI) Der herbstliche Totentag fand in der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK) am Samstag, dem 3. November, statt. Auch im Kosovo-Metohija besuchten die orthodoxen Serben an diesem Tag die Gräber ihrer Angehörigen. Die serbischen Flüchtlinge aus Decani, Djakovica und Pec besuchten die Gräber ihrer Angehörigen in diesen Städten der Metohija. Rund 150 Serben besuchten den orthodoxen Friedhof in Pec in Begleitung der kosovarischen Polizei und der Soldaten des italienischen Kontingents der Friedenstruppe KFOR (Kosovo Force). Sie bestätigten den bereits in unserer letzten Ausgabe erwähnten verwahrlosten Zustands dieses Freidhofs. Manche Gräber seien geöffnet worden, die meisten Grabmale seien stark beschädigt. In Pec kümmern sich allerdings die Serben aus dem nahe gelegenen Dorf Belo Polje ein wenig um den orthodoxen Friedhof. In Djakovica sei der Zustand laut KIM-Bericht noch schlimmer: Der Friedhof sei völlig verwachsen und man könne die Gräber kaum wieder finden. Auch seien die Serben in Djakovica mit großer Aggression „begrüßt“ worden. Die dreizehnjährige Dragana Zaric, die das Grab ihres Großvaters besuchen wollte, berichtete, dass die Gruppe mit einer Flasche und mit Äpfeln beworfen worden sei. Offensichtlich handelte sich dabei um einen Akt der albanischen Bevölkerung von Djakovica.

In Djakovica lässt die lokale, albanisch geprägte Verwaltung, auf den Fundamenten der zuvor zerstörten serbischen orthodoxen Kirche einen Park Namens „Freiheit“ anlegen. Auf diesen Fundamenten zelebrierte Mönch Ilarion (Lupulovic) aus dem Kloster Visoki Decani am Totentag eine Totenandacht. Die serbischen Flüchtlinge und Vertriebenen konnten ihre Häuser in Djakovica bei dieser Gelegenheit nicht besuchen. Sie gingen nach Decani, wo sie die Gäste der dortigen Klosterbruderschaft waren.

In der kosovarischen Hauptstadt Pristina besuchten am 3. November mehrere Hundert Serben den orthodoxen Friedhof. Laut einem Bericht des KIM Radio fanden sie auch in diesem Jahr den Friedhof in sehr schlechtem Zustand. Auf dem ganzen Friedhof wachse Unkraut und viele Gräber seien beschädigt worden, heißt es in dem Bericht. Manche Serben denken sogar an eine Umsiedlung der Gebeine ihrer Angehörigen, da im Kosovo-Metohija „nicht einmal die Toten im Frieden ruhen können.“ Neben dem serbischen orthodoxen Friedhof in Pristina wurde eine Mülldeponie angelegt.

Auch in Vitina besuchten viele serbische Flüchtlinge die Gräber ihrer Angehörigen am 3. November. Manche von ihnen waren zum ersten mal nach dem Kosovo-Krieg (1999) gekommen. Obwohl Kosovska Vitina eine der seltenen Stadtgemeinden ist, in der die serbischen Gräber nicht zerstört wurden, ist auch dieser Friedhof mit Unkraut verwachsen, so dass viele Besucher die Gräber ihrer Verwandten oder Freunde nicht wieder erkennen konnten. Die Flüchtlinge wurden von den US-amerikanischen KFOR-Soldaten begleitet.

Montenegro: Staatsorgane unterstützen SOK-Gegner

(CETINJE) Metropolit Amfilohije von Montenegro hat, zusammen mit mehreren anderen hochangigen Vertretern der SOK die „Usurpierung“ der Kirche des Hl. Johannes des Täufers im montenegrinischen Bajice durch Angehörige der so genannten „Montenegrinischen Orthodoxen Kirche“ („MOK“) am 31. Oktober scharf verurteilt. Insbesondere verurteilten die Bischöfe der SOK die Tatsache, dass die „MOK“ den Angriff auf die Kirche „mit Erlaubnis der montenegrinischen Polizei“ durchgeführt habe. Die Tat sei gegen die elementaren religiösen Rechte und Besitzrechte der Metropolie von Montenegro, die die kanonische Oberhoheit der SOK anerkennt. Die „MOK“, die am 17. Januar 2000 in der Polizeistation von Cetinje gegründet worden sei, habe das Recht, zu existieren, agieren und seit dem Moment ihrer Gründung Eigentum zu erwerben, nicht aber den Namen, die Kirchen, die Würde und das Eigentum einer Institution (gemeint ist die Metropolie) für sich zu beanspruchen, die in Montenegro seit 800 kontinuierlich bestehe, schreiben die Bischöfe.

Die montenegrinische Regierung unterstütze das gewalttätige Verhalten der Vertreter der „MOK“ gegenüber der Metropolie von Montenegro. Diese Unterstützung zeige sich manchmal durch Opstruktion der Justiz, manchmal durch Hilfe der Exekutive bei gewaltsamen Besatzungen des Eigentums der Metropolie durch Vertreter der „MOK“. Am häufigsten werde die „MOK“ aber durch Propaganda-Meldungen von hohen Staatsvertretern unterstützt.

Die Montenegrinische Polizei hatte am 29. Oktober die Metropolie von Montenegro informiert, dass die Zelebration am 31.10. wegen eines vermeintlichen Risikos für den Verkehr nicht gestattet sei. Dann habe sie die Zelebration der „MOK“ gestattet, schreiben die Bischöfe der SOK, die am gleichen Tag, dem Tag des Hl. Lukas und des Hl. Petar von Cetinje, in der Klosterkirche von Cetinje die Hl. Liturgie zelebriert haben: Metropolit Amfilohije von Montenegro, Metropolit Nikolaj von Dabar-Bosnien, Bischof Joanikije von Budimlje-Niksic, Vikabischof Teodosije von Lipljan, Vikarbichof Jovan von Diokleia und emeritierter Bischof Atanasije von Herzegowina.

SOK AKTUELL

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Mengendamm 16c

D-30177 Hannover

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