MIT DEN NATO-BOMBEN KAM AUCH ANTISEMITISMUS NACH SERBIEN – Autor der Überschrift, Dusan Nonkovic

Postovani Dusane Nonkovicu,javljam vam se u vezi

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http://www.gegendenantisemitismus.at/serbien.php

Texte

Petar Milatoviæ Ostroski

Der serbische Antisemitismus im 21. Jahrhundert

Petar Milatoviæ Ostroski ist Journalist und Schriftsteller, Vorstand des Serbischen Kultur- und Informationszentrums Wien. Er hat die Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich Ende Juni 2010 dankenswerterweise auf einschlägige Kommentare auf der Website der auch hierzulande verbreiteten Zeitung Vesti hingewiesen. Dort werden offener Vernichtungsantisemitismus und nationalsozialistische Propaganda nicht oder nur widerwillig und auf starken Druck hin gelöscht.

Dass der Antisemitismus am Anfang des 21. Jahrhunderts Gegenwart in Serbien ist, davor warnt uns eine alarmierende Pressemeldung des Verbands der jüdischen Gemeinden vom 12. März 2010, die über die nationale Nachrichtenagentur Tanjug an die breite Öffentlichkeit gelangte und deutlich zeigt, dass sich der serbische Antisemitismus in großem Ausmaß und pathologischer Leidenschaft bis heute fortsetzt.

In der erwähnten Pressemeldung, welche von der Jüdischen Gemeinde in Serbien freigegeben wurde, heißt es:

„Der Verband jüdischer Gemeinden hat in mehrmaligen Versuchen bis jetzt von Staats- und Justizinstanzen gefordert, dass man der Veröffentlichung und Verbreitung von antisemitischer Literatur Einhalt gebietet. Diese Umstände haben in Serbien schon bedenkliche Ausmaße angenommen und in Buchhandlungen und auf Buchmessen lassen sich über Hunderte Titel mit dieser Thematik vorfinden. Im Anhang hinterlegen wir eine kurze Auflistung der Werke, die auf charakteristische Weise davon zeugen. Ein großer Teil dieser Werke sind Abdrucke von Ausgaben aus der Okkupationszeit des Zweiten Weltkrieges. Aber es gibt auch welche mit neuerem Erscheinungsdatum. Wir forderten zum Beispiel vor einem Jahr ein gesetzliches Verbot für die Verbreitung von ‚Königreich der Chasaren‘ von D. Lui, erhielten aber bis zum heutigen Tag keine Antwort auf unser Gesuch. Zwischenzeitlich erlebte dieses Werk einige Neuauflagen und der Autor erschien mit neuen Büchern ähnlichen Inhaltes. Bei der Weihnachtsbuchmesse im Jänner im ‚Dom Sindikata‘ wurde auf mehreren Verkaufsständen antisemitische Literatur verkauft einschließlich des verschrienen Falsifikates ‚Protokolle der Weisen von Zion‘. Die Warnung der Gemeinschaft und Einzelner wie auch eines Teils der Medien haben nur den Verkauf dieses Buches erhöht und die verantwortlichen Behörden haben nichts unternommen, um dieses Buch aus den Verkaufsständen zu entfernen.

Die letzte Publikation dieser Art ist unlängst in Serbien veröffentlicht worden: ‚Mythos Holocaust‘ von Jürgen Graf, in welchem der Holocaust und insbesondere die Existenz von Gaskammern in Auschwitz geleugnet wird. Wegen Veröffentlichung dieses Buches und Leugnung des Holocaust wurde Graf in der Schweiz zu einer 15-monatigen Haftstrafe verurteilt, floh jedoch außer Landes. Dieses Buch erhielt eine Katalognummer in der Volksbibliothek Serbiens.

Seither sind alle Versuche der jüdischen Gemeinde, solcher Literatur Einhalt zu gebieten, vergeblich und da die Staatsanwaltschaft und Gerichtsbehörden nicht reagieren, informieren wir sie, dass wir wir die Möglichkeit eines öffentlichen Protestzuges vor das Justizministerium in Erwägung ziehen. Wir sind überzeugt, dass sich dem Protest all jene anschließen werden, die die Einhaltung von Gesetzen einfordern, nach denen das Verbreiten nationalen, ethnischen, rassen- und glaubensideologischen Hasses gesetzwidrig ist, was auch die Veröffentlichung und Verbreitung antisemitischer, rassistischer und nationalistischer ‚Literatur‘ beinhaltet.

Der Verband der jüdischen Gemeinden appelliert bei dieser Gelegenheit an die Staatsanwaltschaft, bis zur Beendigung des Verfahrens ein einstweiliges Verbot der Distribution des Buches ‚Mythos Holocaust‘ von Jürgen Graf auszusprechen.

Das Leugnen des Holocaust stellt in vielen Ländern eine strafbare Handlung dar. Am Mittwoch, den 10. März 2010 hat auch der ungarische Präsident László Sólyom eine gesetzliche Verordnung unterzeichnet, nach der das Leugnen des Holocaust eine strafbare Handlung darstellt und mit bis zu drei Jahren Haft geahndet wird.“ (1)

Als Anlage wurde vom Verband der jüdischen Gemeinden Serbiens zur öffentlichen Einsicht eine Liste antisemitischer Literatur hinterlegt:

  1. D. Ljotiæ : Jevreji u Srbiji („Die Juden in Serbien“)
  2. D. Ljotiæ: Drama savremenog covecanstva („Das Drama der modernen Menschheit“)
  3. L. Prokiæ: Ko su oni? („Wer sind die?“)
  4. M. E. Ravejdz: Jevrejska Zavera („Die jüdische Verschwörung“)
  5. M. Mojiæ: Srpski narod u kandzama Jevreja („Das serbische Volk in den Klauen der Juden“)
  6. M. Mojiæ: Zasto mrzim Jevreje („Warum ich Juden hasse“)
  7. G. Pavloviæ: Pod sestokrakom zvezdom („Unter dem sechseckigen Stern“)
  8. Prodor judeo-masonerije u rimokatolicku crkvu („Die Durchdringung der jüdischen Freimaurer in der römisch-katholischen Kirche“)
  9. Frojdova pseudonauka („Freuds Pseudowissenschaft“)
  10. Frojd i Anhstajn – dva lazna jevrejska velikana („Freud und Einstein – zwei falsche jüdische Größen“)
  11. Srbin povratnik medu novosrbima („Der serbische Rückkehrer zwischen Neuserben“)
  12. Vladika Nikolaj o idejnim i duhovnim trovacima sa Zapada („Bischof Nikolaus über die ideologischen und spirituellen Giftmischer des Westens“)
  13. A. Protiæ: Vladika Nikolaj o Judejcima, neprijateljima hri¶æanstva i hri¶æana („Bischof Nikolai über die Juden, den Feinden des Christentums und der Christen“)
  14. N. Velimiroviæ: Kroz tamnicki prozor („Durch das Gefängnisfenster“)
  15. Nacionalni hri¶æanski manifest („Nationales christliches Manifest“)
  16. O besmislu „antisemitizma“ i „anti-antisemitizma“ („Die Absurdität des ‚Antisemitismus‘ und ‚Anti-Antisemitismus“)
  17. Abt Joakim Saenc i Ariaga: Judin sindrom u rimokatolickoj crkvi („Jüdisches Syndrom in der römisch-katholischen Kirche“)
  18. Rugobe i lazi americke demokratije („Monster und Lügen der amerikanischen Demokratie“)
  19. I. Isakov: Sveti oci o jevrejskom pitanju („Die Heiligen Väter über die Judenfrage“)
  20. D. Berdvud: Zloba vekovna (kako Judejci skriveno gospodare Britanijom) („Jahrhunderte Groll [die Juden, die versteckten Herren Britanniens]“)
  21. Z. Saviæ: Jevreji u Ogledalu Svetog pisma („Die Juden im Spiegel der heiligen Schrift“)
  22. C. Vajsman: Zli i prokleti („Böse und verflucht“)
  23. Dr. K. Bergmeister: Zavera nad zaverama („Die Verschwörung der Verschwörungen“)
  24. V. Grimstad: Znamenite licnosti o jevrejima („Namhafte jüdische Persönlichkeiten“)
  25. 3000 godina u sluzbi satana („3000 Jahre im Dienst von Satan“)
  26. Pet krvavih revolucija judeo-bankara u njihove judeo-masonerije („Fünf Revolutionen jüdischer Banker und ihre jüdische Freimaurerei“)
  27. D. K. Skot: Vlada u Senci („Die Schattenmacht“)
  28. Svetosavski nacionalizam u judeo-masonskom okruzenju („Der Heilige Nationalismus im Umfeld jüdischen Freimaurertums“)
  29. Utemljitelji savremenog srpskog nacionalizma (Vladika Nikolaj, Ava Justin i Dimitrije Ljotiæ) („Die Anstifter des modernen serbischen Nationalismus, Vladika Nikolai, Ava Justin und Dimitrie Ljotiæ“)
  30. B. Franklin: Cinjenice ostaju cinjenice – cestiti jevreji o gadostima Judejaca i Vavilonskog Talmuda („Tatsachen bleiben Tatsachen – anständige Juden über die Grausamkeiten der Juden und des babylonischen Talmud“)
  31. G. D. Mor: (Ne) sveti Talum („Un-heiliger Talmud“)
  32. B. Vajntraub: Holokaust-dogma judaizma („Holocaust-Dogma des Judaismus“)
  33. D. Rid: Judejska zavera protiv boga i coveka („Die jüdische Verschwörung gegen Gott und den Mensch“)
  34. J. Malins: Prokleti Hana („Der verfluchte Hanan“)
  35. R. H. Goldzborou: Judeo-bankari i „novi“ svetski poredak („Die jüdischen Banker und die ’neue‘ Weltordnung“)
  36. Apioni: Judejci-razoritelji („Jüdische Zerstörer“)
  37. Sendi Market: Pismo dr. Vizentalu – Zasto? (Ein Brief an Dr. Wiesenthal – Warum?)
  38. Demaskirani Talmud („Demaskierter Talmud“)
  39. H. Ford: Medunarodni jevreji („Der internationale Jude“)
  40. Zasto se divim Adolfu Hitleru („Warum ich Adolf Hitler verehre“)
  41. Protokoli sionski Mudraca („Protokolle der Weisen von Zion“)
  42. Mrtve krave protiv sest miliona Jevreja („Tote Kühe gegen sechs Millionen Juden“)
  43. L. Prokiæ: Zasto je rasizam ispravan? („Warum Rassismus richtig ist?“)
  44. A. Lis: Jevrejsko ritualno ubistvo („Jüdische rituelle Morde“)
  45. D. Eckart: Boljsevizam od Mojsija do Lenjina – Razgovor izmedu Hitlera i meine („Bolschewismus von Moses bis Lenin – Gespräche zwischen Hitler und mir“)
  46. N. Vasiæ: Lazni car Sæepan Kis („Der falsche König Stefan Kisch“)
  47. E. Saton: Judeo Bankari i uspon Hitlera („Jüdische Banker und der Aufstieg Hitlers“)
  48. E. Saton: Judeo Bankari i boljsevicka revolucija („Die jüdischen Banker und die bolschewistische Revolution“)
  49. N. Vebster: Nemci i boljsevici („Deutsche und Bolschewiken“)
  50. R. Godzborou: Zajmovi – lanci ropstva („Schulden – Ketten der Sklaverei“)
  51. B. Braun: Kako su Judejci zaverom podjarmili Ameriku („Wie die Juden durch Verschwörung Amerika unterwandert haben“)
  52. R. Durdzeviæ: Vasington pod tolerantnim uljezima („Washington unter toleranten Eindringlingen“)
  53. D. Login: Omadijana Amerika („Amerika unter magischem Einfluss“)
  54. O. Platonov: Zagonetka sionskih mudraca („Das Rätsel der Weisen von Zion“)
  55. D. Luciæ: Kraljevstvo Hazara („Das Königreich der Chasaren“)
  56. J. Graf: Mit o Holokaustu („Mythos Holocaust“) (2)

Die Verbreitung antisemitischer Literatur im heutigen Serbien, im formal demokratischen Serbien, ist nichts Neues. Aus den zahlreichen öffentlichen Auftritten einflussreicher Intellektueller möchte ich die Reaktion des namhaften serbisch-jüdischen Schriftstellers Filip David (3) hervorheben: „Die serbische Verfassung verbietet die Verbreitung von Rassen-, Glaubens- und nationalistischem Hass, aber – wer respektiert das schon? So hat die jüdische Gemeinde mehrmals von der Regierung gefordert, dass das Drucken antisemitischer Literatur verboten und der Verkauf nicht zugelassen wird, aber von der Staatsanwaltschaft kam die Antwort, dass man Bücher nicht verbieten kann. Und all das mit dem zynischen Unterton, dass sich sogar die jüdische Gemeinschaft mitbeteiligen sollte im Finanzieren dieser Ausgaben, so dass die Leute angeblich sehen können, von was für Dummheiten da die Rede ist. Antisemitische Bücher wurden in Nazi-Deutschland gedruckt und keiner ist daraus klüger geworden. Im Gegenteil, diese lesend folgten sie Hitler und der Austreibung.“ (4)

Dass im heutigen Serbien der Antisemitismus wuchert und die Justizbehörden nichts unternehmen, um diesen offenkundigen Antisemitismus abzuwehren, bestätigt auch Aleksander Neæak, der Präsident der Jüdischen Gemeinden Serbiens, der anlässlich des Internationalen Gedenktages der Opfer des Holocaust am 27. Jänner 2010 unter anderem anführte, dass sich in den Buchhandlungen in Serbien 100 antisemitische Bücher befinden: „Der Antisemitismus ist in der ganzen Welt angewachsen, so auch in Serbien. Bei uns wird er vorrangig durch Publikationen antisemitischer Literatur ausgedrückt, welche auf unserem Buchmarkt mit über 100 Titeln präsent ist. Dazu kommen das Schreiben von Graffitis wie auch die Grabmalschändung am jüdischen Friedhof.“ (5)

Um ein wenig Licht auf die antisemitische Dunkelheit in Serbien zu werfen: Neæak betonte, dass der Verband jüdischer Gemeinden Serbiens 20 strafrechtliche Klagen wegen Verbreitung von Antisemitismus eingereicht habe, dass aber bis jetzt noch kein einziges Verfahren eröffnet wurde. (6) Gleichzeitig informierte er die Öffentlichkeit, dass er über dieses beschämende Faktum den Präsidenten Serbiens, Boris Tadiæ, persönlich verständigt habe: „Im jüngsten Gespräch mit dem Präsidenten Serbiens Boris Tadiæ habe ich ihm dieses Problem vorgetragen. Er war überrascht und besorgt über die Tatsachen und äußerte, dass das ‚einem demokratischen Serbien nicht gebührt‘. Er versprach sich persönlich dafür einzusetzen, um diese Haltung zu prüfen.“ (7)

Aleksander Neæak hob hervor, dass strafrechtliche Anzeigen, die sowohl gegen die Herausgeber als auch gegen die Autoren antisemitischer Literatur eingereicht wurden, von den serbischen Justizinstanzen nicht verfolgt wurden und führte Beispiele an: „Während sich die Herausgeber mit der Tatsache rechtfertigen, dass der Verkauf der Literatur Einnahmen bringe, werden die Autoren durch ein anderes Motiv geleitet und dieses ist vorrangig der Hass. Gegen Dejan Luciæ, der ‚Das Königreich der Chasaren‘ geschrieben hat, haben wir eine strafrechtliche Klage eingereicht.“ Neæak fügte an, er hoffe, dass alle Verantwortlichen nach dem Gesetz gegen Diskriminierung bestraft werden. „Neben ‚Das Königreich der Chasaren‘ kann man in den Buchhandlungen in Serbien auch die Ausgaben von ‚Die Weisen von Zion‘ finden, die so genannte ‚Bibel des Antisemitismus‘, dann ‚Die Juden und die serbische Frage‘, ‚Das serbische Volk in den Krallen der Juden‘, ‚Unter dem sechseckigen Stern des Judaismus‘ und ‚Die Freimaurer in der Vergangenheit und Gegenwart‘. Auch befinden sich Werke von Adolf Hitler im freien Verkauf, in denen der Hass gegen das jüdische Volk verherrlicht wird.“ (8)

Es ist äußerst bedauerlich, dass die Justizbehörden des angeblich so demokratischen Serbien absolut nichts unternehmen. Während im Aktionsplan zur Verhinderung antisemitischer Literatur im Staat die zivilisatorischen Errungenschaften gelobt werden, schmäht doch der gleiche Staat mit seiner schamhaften Toleranz von Antisemitismus direkt die Opfer von Auschwitz. Geschmäht wird auch die Generalversammlung der Vereinten Nationen, die am 1. November 2005 den 27. Jänner als den „Gedenktag der Opfer des Holocaust“ ausrief. Ist es angemessen für ein zivilisiertes und demokratisches Land (wenn dieses denn zivilisiert und demokratisch ist), dass dieser internationale Gedenktag in Serbien mit rund 100 antisemitischen und im Buchhandel frei erhältlichen Titeln begangen wird? O tempora, o mores!

Gehen wir ein wenig zurück in die Zeit kurz nach dem Sturz des neokommunistischen Regimes Slobodan Miloseviæ im Jahr 2000: Kurz danach veröffentlichte einer der bekanntesten antisemitischen Autoren Serbiens und einstiger Anhänger der serbisch-faschistischen Bewegung ZBOR (9) im Zweiten Weltkrieg, R. Durdeviæ, „Die Protokolle der Weisen von Zion“ (10) und in der Folge noch weitere Machwerke. Bereits 2001 und folglich nur ein Jahr nach der Inauguration demokratischen Wandels in Serbien äußerte der seinerzeitige Präsident des Verbandes jüdischer Gemeinden, Aca Singer, „dass nichts Konkretes unternommen wird bezüglich dieser Frage“. (11) Während auf der anderen Seite antisemitische Euphorie bei jungen Menschen wuchert, wie das Beispiel der Präsentation eines Buches von Prof. Z. Savi („Die Juden im Spiegel der heiligen Schrift“) zeigt. Serbische Medien berichteten, dass das „Publikum größtenteils aus jungen Leuten bestand, die bei jeder Erwähnung eines jüdischen Namens mit unverdecktem Hass ‚Jude!‘ schrien, wodurch dieses antisemitische Happening Dynamik erhielt. Wegen des pogromartigen Inhalts hat der Verein jüdischer Gemeinden am 4. Mai 2001 gegen den Verfasser des Buches eine strafrechtliche Klage eingereicht und das Ministerium für Innere Angelegenheiten und verantwortliche Behörden informiert. Bis heute haben wir keine Antwort erhalten und das Buch befindet sich weiterhin ohne Probleme in regelmäßiger Distribution. Darum ist es zynisch, wenn Leute der neuen Regierung sich verbal über die Eskalation des Hasses und des Antisemitismus in Serbien entrüsten, ungeeignete Lektionen als Vorstreiter der Demokratie austeilend, […] als ob dies nicht ihnen passiere wie auch uns, geradewegs vor unseren Augen.“ (12)

Es wurde hoffentlich ersichtlich, dass gerade seit Beginn der Inauguration des demokratischen Wandels in Serbien bis zum heutigen Tag mitten in Belgrad die giftigsten antisemitischen Bücher bezeugter Anhänger der serbisch-faschistischen Formation ZBOR, die zu den loyalste Verbündeten Hitlers im Zweiten Weltkrieg zählten, veröffentlicht werden können,. Ist dies nicht eine Verhöhnung des Verstandes und das „Werfen des Handschuhes“ auf alle Errungenschaften der Zivilisation und ist dies nicht eine offene Anerkennung des Geistes Hitlers im heutigen Serbien?

Anmerkungen:

1) Pressemeldung des Verbandes jüdischer Gemeinden Serbien vom 12. März 2010
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2) Ebenda.
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3) Filip David, geboren 1940 in Kragujevac, Schriftsteller, langjähriger Redakteur des dramaturgischen Fernsehprogramms in Belgrad; wurde aus dem serbischen Radio- und Fernsehen entlassen wegen seines Engagements gegen das Regime Slobodan Miloseviæ. Er schrieb mehrere TV-Dramen und Filmszenarien und veröffentlichte drei Gedichtbücher: Bunar u tamnoj sumi („Der Brunnen im dunklen Wald“), Zapiso o stvarnom i nestvarnom („Vermerke über das Reale und Unreale“), Prinzip vatre („Das Prinzip des Feuers“), den Roman Hodocasnici neba i zemlje („Pilger des Himmels und der Erde“) und die Essays Fragmenti iz mranih vremenaoe („Fragmente aus dunkler Zeit“) und Jesmo li udoviáa („Sind wir Ungeheuer“), Svetovi i haosioe („Weltlich und chaotisch“). Gemeinsam mit Miko Kova veröffentlichte er Knjigu pisaa 1992-1995 („Buch der Briefe 1992-1995“). Seine Erzählungen und Romane wurden vielfach ausgezeichnet und David mehrfach geehrt. Während des Krieges in den Regionen des ehemaligen Jugoslawiens schrieb er eine größere Anzahl engagierter Texte, veröffentlicht im Sammelband Zapisi iz mranih vremenaoe („Vermerke aus dunklen Zeiten“) Die Texte wurden im französischen Radio (RFI) übertragen und im Naáoj borbioe (Unser Kampf), Federal Tribune und vielen anderen Zritungen und Magazinen in der Heimat und im Ausland veröffentlicht.
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4) Interview Filip David mit dem Magazin Dani (Sarajevo), November 2008
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5) K. Zivanovi: Mehr als 100 antisemitische Titeln in Buchhandlungen; Tageszeitung Danas, Belgrad, 27. Jänner 2010
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6) Ebenda.
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7) Ebenda.
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8) Ebenda.
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9) ZBOR: jugoslawische Volksbewegung, gegründet am 6. Jänner 1935 in Ljubljana, war eine faschistische Bewegung im Königreich Jugoslawien.
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10) „Die Protokolle der Weisen von Zion“ sind antisemitische Pamphlete über die angebliche jüdische und freimaurerische Verschwörung, um die Weltherrschaft zu erlangen. Sie zählen zu den bekanntesten geschichtlichen Falsifikaten.
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11) Nebojsa Grujicic: Antisemitische Vermerke in Buchhandlungen – Gespräche in der Hölle, Vreme, Ausgabe 545, Belgrad 14. Juni 2001
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12) Ebenda.
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