MOJ SUSRET SA nobelovcem Günter Grass-om i Egonom Bahr 03. marta 1998 u Libeku-Nemačka

Ausgabe vom 03. März 1998 – http://stadtzeitung.luebeck.de/archiv/artikel/id/1130

Es geht um die Zukunft der jüngeren Generation

Zu: „Dinosaurier im Gespräch“.

SZ vom 17. Februar

Mit Herzklopfen wie ein Teenager beim Besuch des ersten Livekonzertes eilte ich mit meinen 58 Jahren in Richtung Burgkloster, um an der Veranstaltung mit Egon Bahr und Günter Grass teilzunehmen. Vor dem Eingang hatte sich schon eine große Anzahl Besucher versammelt. Von der Empfangsdame wurde mir gesagt, daß es sich um eine Veranstaltung nur für geladene Gäste handeln würde. Meine Enttäuschung war groß. Ich ahnte, daß dies nicht im Sinne unseres „Willi“ wäre. Mich packte ein Gefühl, das ein Teenager haben muß, wenn er eine Veranstaltung aller Hindernisse zum Trotz besuchen will.

In meine Überlegungen, wie der Widerstand zu überwinden wäre, erschien plötzlich der Bürgermeister mit seiner Gattin. Er muß wohl blitzschnell mein Dilemma erkannt haben, streckte mir die Hand entgegen und nahm mich mit ins „Boot“. Die nette Geste hat mich sehr gefreut.

Später zu Hause hat mich meine Frau gefragt, ob mir die Situation nicht peinlich gewesen wäre. Ich wußte nicht, warum sie es hätte sein sollen. Wie auch immer, ich bereue es nicht, im Gegenteil ich bin sehr froh, daß ich bei der Veranstaltung dabei war.

Ich wünsche mir, daß der Vorschlag von Herrn Bahr und Herrn Grass, einen Arbeitskreis zu gründen, nicht ins Leere läuft. Daher hoffe ich, daß ein Treffen organisiert, eine feste Adresse oder ein Ansprechpartner genannt wird. Ich hatte von den „Dinos“ aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung erwartet, daß sie Ideen zur Orientierung präsentieren würden.

Nach der Veranstaltung habe ich mich gefragt, wenn die Dinosaurier (wie sie sich selbst genannt haben) nicht in der Lage sind, auf die eigenen Fragen zur Orientierung auch die Antworten vorzuweisen, wie sollen dann die Unerfahrenen dies können. Dennoch, der Vortrag war für mich lehrreich. Es geht vor allem um die Zukunft der jüngeren Generation. Es ist in ihrem eigenen Interesse, sich anzustrengen, um aus der gegenwärtigen Lage, in der die Habgier und das Gesetz des Stärkeren immer mehr legitimiert werden, etwas zur Zukunfts-orientierung beizutragen.

Ich hätte mir gewünscht, etwas mehr über die gegenwärtige Globalisierung zu erfahren. Die Globalisierung der Weltwirtschaft ohne eine dazugehörige Globalisierung des Sozialnetzes führt zu einer weltweiten Wucherung des Kapitals, was in der Regel Krebs, Selbstzerstörung, eine Tragödie für die Menschheit zur Folge hat. Die Globalisierung des Kapitals ohne adäquate Bindung an das Sozialnetz ist für die Menschheit durch ihre destabilisierende Wirkung gefährlicher als man sich das vorstellen kann.

Dusan Nonkovic, Lübeck

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