BERLIN/MOSKAU

Newsletter vom 17.07.2012 – Russlands Erdgas-Botschafter

BERLIN/MOSKAU (Eigener Bericht) – Die Anbindung Russlands an
Deutschland und die EU muss angesichts politischer Widerstände im
Westen durch ökonomische Kooperation sichergestellt werden. Dies
erklärt einer der prominentesten deutschen Russland-Experten und
Befürworter einer engen deutsch-russischen Zusammenarbeit, der soeben
aus einem einflussreichen Berliner Think-Tank ausgeschieden und als
Berater zu einem Erdgasunternehmen gewechselt ist. Im Zentrum des
Kooperationsstrebens steht der privilegierte Zugriff auf Erdgas aus
Russland, dessen Vorräte sich auf fast ein Drittel der globalen
Reserven belaufen. Aus der Branche ist zu hören, die zunehmenden
russischen Gaslieferungen nach Ostasien könnten dort neue Bindungen
schaffen und den Berliner Zugriff schwächen. Entsprechend
beschleunigen Erdgas-Joint Ventures mit deutscher Beteiligung ihre
Aktivitäten: Die „Nord Stream“-Pipeline durch die Ostsee könne um zwei
weitere Röhren ergänzt werden, heißt es bei dem Konsortium; zudem
solle der Baubeginn einer weiteren Pipeline durch das Schwarze Meer in
die EU („South Stream“) auf September vorgezogen werden. Neben
einflussreichen Politikern und Politikberatern in Diensten
deutsch-russischer Erdgas-Joint Ventures soll bald auch die
Fußball-Legende Franz Beckenbauer für eine engere Zusammenarbeit
zwischen deutschen und russischen Energiekonzernen werben – als neuer
„Gas-Botschafter Russlands“.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58376

Rezension: Alexander Rahr: Der kalte Freund. Warum wir Russland
brauchen: Die Insider-Analyse, München 2011 (Carl Hanser Verlag)

Im Großen und Ganzen werden gegenwärtig fünf Szenarien für die Zukunft
Russlands diskutiert, schreibt Alexander Rahr. Unwahrscheinlich sei,
dass der Staat zerfalle; unwahrscheinlich sei auch, dass er sich in
die EU integriere. Durchaus möglich sei, dass Moskau sich weiter
durchhangele wie in den letzten Jahren und dass sein weltpolitischer
Einfluss ungefähr gleich bleibe. Keineswegs auszuschließen seien
jedoch zwei weitere Varianten. Gelinge es Russland nicht, seine
Wirtschaft in Schuss zu bringen, dann drohe dem Land ein weiterer
Abstieg; es werde dann in absehbarer Zeit „von seiner geopolitischen
Bedeutung her in etwa die Rolle Brasiliens in Lateinamerika spielen“.
Schaffe es Moskau aber, seinen Ressourcenreichtum geschickt zu nutzen,
dann könne es „mit den Instrumenten der Energiegroßmacht“ eine
„teilweise Wiederherstellung seines Einflussgebietes“ durchsetzen.
Davon, ob der Ausbau der Energiebranche auf allen Stufen des
Verwertungsprozesses gelinge, hänge also unglaublich viel ab.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58375

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58376

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