KIEW/WARSCHAU/BERLIN

Newsletter vom 06.06.2012 – Zwischen Moskau und Berlin (IV)

KIEW/WARSCHAU/BERLIN (Eigener Bericht) – Wenige Tage vor Beginn der
Fußball-EM führt die Erinnerung an Mordaktionen ukrainischer
NS-Kollaborateure zu Verstimmungen zwischen der Ukraine und Polen.
Warschauer Regierungspolitiker verlangen, Kiew solle der öffentlichen
Ehrung ukrainischer Milizionäre endlich ein Ende setzen, die während
des Zweiten Weltkriegs an der Seite der Deutschen für bestialische
Morde an Polen verantwortlich waren. Dabei handelt es sich unter
anderem um den NS-Kollaborateur Stepan Bandera, einen Anführer der
Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), dessen Milizen
beispielsweise am 11. Juli 1943 insgesamt 99 Ortschaften im
okkupierten Polen überfielen und dabei zahllose Polinnen und Polen
massakrierten. Bandera wird vor allem in der Westukraine, in der die
derzeit inhaftierte Ex-Ministerpräsidentin Timoschenko ihr
Wahlpublikum hat, mit zahlreichen Denkmälern verehrt. Die OUN, 1929
unter Mitwirkung Berlins gegründet, entwickelte sich im Verlauf der
1930er und 1940er Jahre zur politisch maßgeblichen Organisation des
ukrainischen Nationalismus; sie versuchte nach dem deutschen Überfall
auf die Sowjetunion mehrfach, unter deutscher Oberherrschaft einen
ukrainischen Staat zu gründen. Ihre Massaker richteten sich nicht nur
gegen Polen, sondern auch gegen Juden. Die NS-Kollaboration
zahlreicher Ukrainer ist in der Bundesrepublik zuletzt durch den
Prozess gegen den früheren KZ-Wächter John Demjanjuk in Erinnerung
gerufen worden.

mehr
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58343

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: