In rechtskatholischen Kreisen in Deutschland entdecke man zur Zeit die „Liebe zur Monarchie“

Newsletter vom 22.09.2011 – Die Antithese zur Moderne (II)

ROM/BERLIN (Eigener Bericht) – Mit seinem Kampf gegen die Moderne
stärkt der deutsche Papst systematisch antidemokratische Kräfte in der
katholischen Kirche. Auf Initiative Benedikts XVI. hat der Vatikan der
Priesterbruderschaft St. Pius X. vor wenigen Tagen ein abschließendes
Integrationsangebot unterbreitet, das im Milieu der Bruderschaft als
„Pius-Sieg“ beurteilt wird. Die Organisation, der sich weltweit
Hunderttausende verbunden fühlen, zählt einen Holocaust-Leugner zu
ihrer Führungsspitze. Auch die Personalprälatur Opus Dei, die im
faschistischen Spanien gedieh und enge Beziehungen zu diversen
Militärdiktaturen unterhielt, befindet sich unter dem derzeitigen
Papst im Aufwind. In rechtskatholischen Kreisen in Deutschland
entdecke man zur Zeit die „Liebe zur Monarchie“, berichtet der
Theologe David Berger im Gespräch mit german-foreign-policy.com.
Berger war lange selbst im rechtskatholischen Milieu aktiv. Wie er
schildert, geht zum Beispiel die Gründerin einer staatlich anerkannten
Akademie, die bis heute gute Beziehungen zu Benedikt XVI. unterhält,
davon aus, dass nach einer Art göttlicher Intervention „wieder eine
christliche Monarchie ersteht, in der wiederum der Adel erneut eine
bedeutende Rolle spielen“ werde. Teile des deutschen Adels stehen
Organisationen des Rechtskatholizismus nahe, etwa dem Opus Dei.
Experten nennen die Häuser Habsburg und Guttenberg.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58155

Rezension: David Berger: Der heilige Schein, Berlin 2010 (Ullstein
Verlag)

Eine für Außenstehende recht überraschende Einmütigkeit in ansonsten
durchaus unterschiedlichen Medien trat im Sommer 2009 zutage. Der
Geburtstag von Erik Maria Ritter von Kuehnelt-Leddihn jährte sich zum
hundertsten Male; eine Vielzahl von Zeitungen und Zeitschriften
druckten Erinnerungsartikel über den österreichischen Publizisten. Die
meisten waren des Lobes voll. Kuehnelt-Leddihn habe zu den
„Geistesgrößen des vergangenen Jahrhunderts“ gezählt, schrieb die
NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“. Ihn hätten „Mut, Intelligenz,
Belesenheit, Lebenserfahrung, Humor und Nonkonformismus“ gleichermaßen
gekennzeichnet, pries ihn das Rechtsaußen-Blatt „Sezession“. „Wer Erik
von Kuehnelt-Leddihn je erlebt hat, mußte einfach fasziniert sein“,
begeisterte sich die katholisch-konservative „Paneuropa-Bewegung“. Der
Mann sei „vielleicht der letzte Universalgelehrte“ gewesen, behauptete
das dem Rechtskatholizismus zuzurechnende „PUR-Magazin“. Einen „der
originellsten katholischen Querdenker Österreichs im 20. Jahrhundert“
wollte die katholisch-konservative „Tagespost“ erkannt haben.
Kuehnelt-Leddihn kam bei allen gleichermaßen gut weg – vom
konservativen Katholizismus bis zur NPD.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58154

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