Differenzen zwischen Washington und Berlin

Newsletter vom 07.06.2011 – Der alte Westen

WASHINGTON/BERLIN (Eigener Bericht) – Mit Blick auf die heutigen
Gespräche zwischen der Bundeskanzlerin und dem US-Präsidenten dringen
transatlantische Kreise auf eine Kursänderung Berlins in Sachen
Libyen. Er wolle mit Angela Merkel darüber diskutieren, wie man in
Nordafrika „gemeinsam noch mehr tun könne“, kündigte Barack Obama an;
das beziehe sich explizit auch auf den Krieg gegen Tripolis.
Befürworter einer engen deutsch-amerikanischen Kooperation bedauern
schon lange die zunehmenden Differenzen zwischen Washington und
Berlin. Erst kürzlich hat ein prominenter Kommentator einer der
führenden deutschen Tageszeitungen erklärt, angesichts des Aufstiegs
der Volksrepublik China könne sich der „alte Westen“ diese
Uneinigkeiten nicht leisten. Sowohl die Vereinigten Staaten als auch
die EU befänden sich in einer Phase der Schwäche, heißt es in der
Analyse, die von der Transatlantic Academy in Washington publiziert
worden ist: Beide litten an einer Finanzkrise, die EU sei nach Meinung
mancher sogar vom Zerfall bedroht. Für eine künftige Kooperation kommt
nach Auffassung des Kommentators, der bereits seit Jahrzehnten eng in
die transatlantischen Netzwerke eingebunden ist, eine lockere
Koalitionspolitik in Betracht. Sie soll der Bundesrepublik als
ökonomischem Schwerpunktpartner der USA in Europa Privilegien
einräumen. Der Vorschlag zielt auf den Aufbau eines starken Bündnisses
gegen Beijing.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58082

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