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Deutsche Soldaten beteiligen sich an der Erstellung von Todeslisten

KABUL/BERLIN (Eigener Bericht) – Nach den tödlichen Schüssen auf
Demonstranten vor dem Bundeswehrstützpunkt im afghanischen Taloqan
dauern die dortigen Proteste gegen die NATO an. Am gestrigen
Donnerstag gingen in der Stadt erneut mehrere hundert Menschen auf die
Straße, um ihrer Wut über einen nächtlichen NATO-Überfall Ausdruck zu
verleihen. Am Mittwoch waren bei Protesten mindestens 14 Demonstranten
erschossen worden. Die Bundeswehr schließt eine erneute Eskalation
ausdrücklich nicht aus. Hintergrund der Proteste ist die weiterhin
steigende Anzahl von Zivilisten, die bei Kriegshandlungen der
NATO-Streitkräfte umgebracht werden. Untersuchungen afghanischer
Menschenrechtler zufolge ist die Zahl ziviler NATO-Todesopfer letztes
Jahr auf über 500 gestiegen. Zugleich wurden auch die Proteste gegen
die westlichen Besatzungstruppen stärker. Die jüngste Eskalation ist
das Ergebnis einer Kriegführung, die seit Jahren zivile Opfer
billigend in Kauf nimmt; das gilt auch für die Bundeswehr: Deutsche
Soldaten beteiligen sich an der Erstellung von Todeslisten, an
nächtlichen Überfällen und an der Vorbereitung von Luftangriffen, bei
denen mit großer Regelmäßigkeit Unbeteiligte ums Leben kommen.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58067