SOK AKTUELL Nachrichtenagentur der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa 3. Oktober 2010

SOK AKTUELL
Nachrichtenagentur der Serbischen Orthodoxen Diözese
für  Mitteleuropa
3. Oktober  2010
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„Ehrenwertes  albanisches Volk“ und Serben sollen zusammen Leben: Ein  „
großer Mensch“ in Pec inthronisiert

Patriarch  Irinej neben dem neuen Thron in Pec
(BELGRAD) Heute wurde nach einer festlichen Hl. Liturgie, die mehrere
Metropoliten und Bischöfe der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK) und der anderen
orthodoxen Ortskirchen zelebriert haben, der Serbische Patriarch Irinej
I., in  der Kirche des Patriarchatsklosters in Pec im Westen Kosovo-Metohijas
inthronisiert.
In seiner Festrede äußerte der Patriarch seine Hoffnung auf göttlichen
Beistand für die Ausübung seines hohen Amtes. In Bezug auf das Kosovo rief er
die internationale Gemeinschaft dazu auf, bei der Suche nach einer Lösung
des  Kosovo-Problems auch die Belange der Serben zu berücksichtigen. Patriarch
Irinej  sprach dann ausdrücklich sowohl die Serben, als auch das „
ehrenwerte albanische  Volk“ und alle Bewohner Kosovos an: Er rief sie „zum Frieden
und zur Einheit“  auf der Grundlage der göttlichen und der vom Menschen
gemachten Gerechtigkeit  auf.

Würdenträger der SOK in Pec; auch  der serbische orthodoxe Bischof
Konstantin von Mitteleuropa ist dabei (Mitte  links neben dem Eingang)
Bei der Inthronisierung des Patriarchen waren zwei orthodoxe
Kirchenoberhäupter zugegen: Erzbischof Chrysostomos II. von Zypern und  Metropolit
Christophor von Tschechien und der Slowakei. Alle anderen orthodoxen  Kirchen
haben auch ranghohe Vertreter zur Feier in Pec entsandt. Es ist selten,  dass
Oberhäupter der orthodoxen Ortskirchen an den Inthronisierungen anderer
Kirchenoberhäupter teilnehmen.
Der serbische Staatspräsident Boris Tadic war ebenfalls anwesend, ebenso
Vertreter des ehemaligen serbischen und jugoslawischen Königshauses. Aus
Vatikan  kam der neue Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit
der  Christen, Erzbischof Kurt Koch, nach Pec. Außerdem nahmen auch
Vertreter  altorientalischer und protestantischer Kirchen an der Feier  teil.
Auch der römisch-katholische Erzbischof von Belgrad, Stanislav Hocevar,
war dabei. Unmittelbar nach der Inthronisierung betonte Hocevar in einem
Gespräch mit dem serbischen Fernsehsender RTS die friedensstiftende Funktion der
SOK. Der Bischof unterstrich auch die symbolische Verbindung des Friedens
mit  dem Namen des Patriarchen (gr. Eirene/Irini = Frieden). Auch das
Oberhaupt der  Islamischen Gemeinde Serbiens, Adem Zilkic, war in Pec anwesend: Im
Gespräch mit  dem RTS gratulierte er der SOK zur heutigen Feier und nannte
den Patriarchen  einen „großen Menschen.“
Die Inthronisierungsfeier selbst wurde aus der alexandrinischen und der
russischen orthodoxen Tradition abgeleitet. In dieser Form fand die
Inthronisierung heute in Pec zum ersten Mal statt. Den Patriarchen haben dabei  zwei
dienstälteste Metropoliten der SOK inthronisiert: Metropolit Jovan
(Pavlovic) von Zagreb-Ljubljana und Metropolit Amfilohije von Montenegro. Im  April
war ein neuer Thron für den Serbischen Patriarchen nach Pec gebracht: Er
ist ein Geschenk der Kirche Griechenlands.
Morgen um 17 Uhr gibt die SOK am Sitz des Serbischen Patriarchats in
Belgrad einen Empfang für Vertreter des öffentlichen  Lebens.
Patriarch Irinej I., zuvor Bischof von Nis in Südostserbien, wurde am 22.
Januar auf dem Wahlkonzil der SOK von seinen Brüdern im bischöflichen Amt
gewählt. Zunächst hatten die Bischöfe drei Kandidaten ausgewählt: Neben dem
jetzigen Patriarchen wählten die Konzilsväter auch Metropolit Amfilohije
(Radovic) von Montenegro und Bischof Irinej (Bulovic) von Backa. Dann wurde
durch das so genannte „apostolische Los“ der Name des künftigen Patriarchen
gezogen. Patriarch Irinej ist am 23. Januar in der Belgrader Kathedrale
inthronisiert worden. Da aber das Patriarchatskloster von Pec seit 1253 der
Sitz  der serbischen Erzbischöfe und seit 1346 auch der Patriarchen war, fand
die  Inthronisierung auch dort statt.
Das vorige  Oberhaupt der SOK, Patriarch Pavle I. (Stojcevic) war am 15.
November 2009 in  Belgrad gestorben.

FORTSETZUNG MÖGLICH!

Patriarch Irinej: Ein Mensch des Dialogs
Das heutige  Oberhaupt der SOK wurde 1930 im Dorf Vidova bei Cacak in
Westserbien geboren.  Sein bürgerlicher Name lautete Miroslav Gavrilovic. Nach
dem Abitur am Gymnasium  in Cacak besuchte er das Priesterseminar in Prizren
(Kosovo-Metohija). Im Anschluss  daran studierte er an der Theologischen
Fakultät in Belgrad. Im Jahre 1959  empfing er im Kloster Rakovica bei Belgrad
die Mönchsweihe. Im selben Jahr wurde  Mönch Irinej Lehrer am
Priesterseminar in Prizren und Priester. Danach studierte  er als Postgraduierter in Athen
und wurde 1969 Direktor der Mönchsschule im  Kloster Ostrog in Montenegro.
Von dort wurde er zum Rektor des Priesterseminars  in Prizren berufen. Im
Jahre 1974 wurde Vater Irinej Vikarbischof von Moravica,  um im darauf
folgenden Jahr zum Diözesanbischof von Nis gewählt zu werden. Seit  seiner Wahl zum
Patriarchen im Januar 2010 ist er das 45. Oberhaupt der  serbischen
Orthodoxie seit dem Hl. Sava († 1236), dem Gründer der autonomen und  später auch
autokephalen (selbstständigen) SOK. Auf dem Patriarchenthron hat  sich
Patriarch Irinej in kürzester Zeit als ein Mann des Dialogs und der  Verständigung
von Konfessionen, Religionen und Völkern erwiesen. Sein vor zwei  Wochen
stattgefundener Besuch in Wien wurde allseits als ein großer Schritt im
zwischenkirchlichen Dialog hervorgehoben.
Der Serbische  Patriarch ist qua Amt Vorsitzender des Hl. Konzils, des
höchsten Gremiums einer  orthodoxen Landeskirche, dem alle Bischöfe angehören.
Dieses Gremium ist für die  Fragen des Glaubens und die Richtlinien des
Kirchenlebens zuständig. Der  Patriarch hat auch im Hl. Synod den Vorsitz, einem
aus fünf Mitgliedern des Hl.  Konzils bestehenden Gremium, das sich um die
täglichen Belange der Kirche  kümmert und dadurch eine Art Kirchenregierung
bildet. Darüber hinaus ist der  Patriarch auch der Metropolit von
Belgrad-Karlowitz. Seine tatsächliche  Bischofsgewalt erstreckt sich allerdings nur auf
den Großraum Belgrad, während  Karlowitz (Sremski Karlovci in der
nordserbischen Vojvodina) heute der Diözese  Srem gehört und nur aus historischen
Gründen einen Teil des Patriarchentitels  bildet: In Karlowitz saßen die
Oberhäupter der serbischen Orthodoxie in den  Gebieten der Habsburger. Schließlich
ist der Patriarch auch Erzbischof von Pec.  Das seit 2006 zum
UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Kloster, in dem er morgen auch  inthronisiert wird,
untersteht immer noch dem Serbischen Patriarchen.
Patriarch Irinej  betreut auch weiterhin seine alte Diözese Nis, bis ein
neuer Diözesanbischof  gewählt wird. Dem Serbischen Patriarchen steht in der
Regel ein Vikarbischof zur  Seite: Zurzeit ist dies Bischof Atanasije
(Rakita) von Hvosno.
Das kanonische  Territorium der SOK erstreckt sich heute hauptsächlich auf
die Länder des  ehemaligen Jugoslawiens, der Rest zählt zur „orthodoxen
Diaspora“. Insgesamt hat  die SOK heute 40 Diözesen, etwa 3.600 Gemeinden und
2.000 Priester. In mehr als  200 Klöstern der SOK leben etwa 230 Mönche und
1000 Nonnen. Zur SOK bekennen  sich etwa 80 Prozent der 11 Millionen Serben in
der ganzen Welt. Die  Sitze der Patriarchen der SOK sind heute Belgrad und
das Pariarchatskloster von  Pec.
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Nachrichtenagentur der Serbischen Orthodoxen Diözese für  Mitteleuropa
Obere Dorfstraße 12
D-31137 Hildesheim-Himmelsthür
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