Zwanzig Jahre nach Zusammenbruch der Nachkriegsordnung hoffen die deutschen Eliten auf eine endgültige Abwehr sämtlicher Reparationsforderungen gegen die Bundesrepublik

Newsletter vom 01.10.2010 – Die Rechnung ist offen

BERLIN/PARIS/SACRAMENTO(Eigener Bericht) – Zwanzig Jahre nach
Zusammenbruch der Nachkriegsordnung hoffen die deutschen Eliten auf
eine endgültige Abwehr sämtlicher Reparationsforderungen gegen die
Bundesrepublik. 1990 war es im Prozess der Auflösung der UdSSR
gelungen, die ehemaligen Siegermächte gegeneinander auszuspielen und
deren Verzicht auf einen regulären Friedensvertrag zu erreichen. Damit
gingen Millionen Opfern deutscher Kriegs- und Menschheitsverbrechen
unmittelbare Ansprüche gegen die vergrößerte Bundesrepublik verloren.
Sie ist Erbin des Deutschen Reiches. Bis heute hat keiner der
geschädigten Staaten von der Berliner Regierung konkrete Reparationen
verlangt; lediglich Individualopfer wagen zu klagen – oft gegen den
Widerstand ihrer heimischen Behörden. In Polen beugten sich Ende
September Überlebende der „Reichsbahn“-Deportationen einem
zwischenstaatlichen Geschäft und akzeptierten ein Bettelalmosen des
Nachfolgeunternehmens DB AG. In Italien hat sich die
Berlusconi-Regierung mit der Regierung Merkel verbündet, um
gerichtliche Forderungen von NS-Opfern deutscher Massaker zu
unterlaufen. In Frankreich finden Klagen von 600 Deportierten kein
Gehör. Lediglich in den USA misslingt es der Berliner Außenpolitik und
ihren Funktionsträgern, deutsche Nachfolger von NS-Unternehmen vor
Restitution zu bewahren.

mehr
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57908

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