Die deutsche Wirtschaft forciert ihre Expansion in die kurdischen Nordprovinzen des Irak

Newsletter vom 21.09.2010 – Von Bagdad nach Erbil (I)

BERLIN/BAGDAD/ERBIL (Eigener Bericht) – Die deutsche Wirtschaft
forciert ihre Expansion in die kurdischen Nordprovinzen des Irak und
unterstützt damit deren Sezessionsbestrebungen. Insbesondere der
Ressourcenreichtum der „Autonomen Region Kurdistan“ weckt bei
deutschen Unternehmen Begehrlichkeiten; in der Provinz sollen allein
45 Milliarden Barrel Erdöl lagern. Die kurdische Regionalregierung in
Erbil beansprucht die Rohstoffvorkommen für sich und hat bereits
zahlreiche Lieferverträge mit ausländischen Ölfirmen abgeschlossen –
zuletzt mit dem deutschen Energieriesen RWE. Die daraus resultierenden
Spannungen mit der Zentralregierung in Bagdad werden von deutscher
Seite massiv angeheizt. Die Provinz müsse über ihre Öl- und
Gasvorkommen „selbst bestimmen“, heißt es aus dem
Bundeswirtschaftsministerium im Widerspruch zur Gesetzeslage im Irak.
Parallel dazu wirbt Berlin auch unter mittelständischen Unternehmen
für kommerzielle Aktivitäten im Nordirak, der als „boomender“
Landstrich mit einem „vertrauenswürdigen Investitionsklima“ bezeichnet
wird. Beobachter befürchten, dass das von der Bundesrepublik
angeheizte ökonomische Auseinanderdriften des Irak in Verbindung mit
den von kurdischer Seite erhobenen Ansprüchen auf die
ressourcenreichen Gebiete von Mossul und Kirkuk in einen Bürgerkrieg
mündet.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57899

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