SOK AKTUELL Nachrichtenagentur der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa 13. September 2010

SOK AKTUELL
Nachrichtenagentur der Serbischen Orthodoxen Diözese
für  Mitteleuropa
13. September  2010
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„Ein  neuer Wind der Nähe und Freundschaft“: Patriarch  Irinej bei
Kardinal Schönborn, Bundespräsident Fischer und Bürgermeister  Häupl
(WIEN) Der vierte Tag des Besuches von Patriarch Irinej I. in Wien  verlief
im Zeichen des Dialogs zwischen Serbien und Österreich sowie zwischen  der
Orthodoxen und der Römisch-katholischen Kirche. Zunächst frühstückte der
Patriarch bei Kardinal Schönborn, dem Römisch-katholischen Erzbischof von
Wien,  dann besuchte er den österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer und
den  Wiener Bürgermeister Michael Häupl.
Bei  der Begegnung mit Kardinal Schönborn herrschte eine Atmosphäre großer
zwischenkirchlicher Freundschaft. Der Kardinal betonte, der Besuch des
Serbischen Patriarchen sei ein „Zeichen  der Gemeinsamkeit im Glauben und des
gemeinsamen Bemühens, als Christen in  dieser Stadt und in diesem Land zu
wirken“, während das Oberhaupt der Serbischen  Orthodoxen Kirche (SOK) sagte,
er wünschte sich, „dass dieser Besuch Früchte  trägt, nicht nur jetzt,
sondern auch für die Zukunft“.
Bei der Begegnung mit dem Serbischen Patriarchen sagte Kardinal Schönborn
auch: „Es ist für uns als Katholische Kirche eine tiefe geistliche Freude,
die  Vielfalt der christlichen Kirchen in unserer Stadt und unserem Land zu
erleben.  Und das in einem Geist der Gemeinsamkeit, des gegenseitigen
Respekts, der  gegenseitigen Liebe, der gegenseitigen Hilfe.“ Der Kardinal  äußerte
außerdem die Hoffnung, dass die  in Österreich lebenden Serben Ihren
Glauben bewahren werden. „Ohne den Glauben  ist der Mensch Heimatlos“, zitierte
der Wiener Kardinal aus der gestrigen, in  Wien gehaltenen Predigt von
Patriarch Irinej. Beim Abschied schenkte der  Kardinal dem Serbischen Patriarchen
eine Reliquie des Heiligen Nikolaus, was den  Patriarchen sichtlich
erfreute.

Kardinal  Schönborn (r.) schenkt Patriarch Irinej I. eine Reliquie des Hl.
Nikolaus
Der Patriarch sagte, er spüre zwischen Österreich und Serbien einen  „neuen
Wind“, „einen Wind der Nähe, einen Wind der Freundschaft“, der für alle
von Nutzen sein werde. Er betonte seine Dankbarkeit dem österreichischen
Staat  gegenüber, der die Serben „mit vollem Respekt für Ihren Glauben, Ihre
Tradition  und Kultur“ akzeptiert habe. Der österreichische Staat habe zudem
ermöglicht,  dass die Erziehung der serbischen Kinder in ihrer eigenen
Tradition fortgeführt  werde: Hier dachte der Patriarch daran, dass in Österreich
der orthodoxe  Religionsunterricht an den staatlichen Schulen erteilt  wird.
(http://www.spc.rs/files/u5/2010/9/pres01.jpg)
Patriarch Irinej I. und Heinz Fischer in der Wiener  Hofburg
Anschließend traf der Patriarch mit Bundespräsident Heinz Fischer in der
Hofburg zusammen. Nach dem Gespräch mit Fischer sagte Bischof Irinej von
Backa,  Sprecher des Hl. Konzils und des Hl. Synods: „Der Patriarch und die
ganze  Delegation waren mit dem freundlichen Empfang und dem Gespräch sehr
zufrieden.  Auf unserer Seite wurde die Wichtigkeit des Kennens der Situation auf
dem Balkan  hervorgehoben: Dieses sei in Österreich gegeben und das ist im
Westen Europas  nicht immer der Fall. Österreich könnte daher bei der Suche
nach einer Lösung  der Krisenherde, wie etwa der Situation im
Kosovo-Metohija, behilflich sein. Der  Bundespräsident ist über die Situation auf dem
Balkan und die  kultur-geschichtlichen Hintergründe außerordentlich gut
informiert.“ Das  Oberhaupt der SOK würdigte im Gespräch mit Heinz Fischer auch die
Religionsfreiheit in Österreich. Insbesondere begrüßte Patriarch Irinej die
Einführung des orthodoxen Religionsunterrichts an den Schulen. Der
Patriarch  habe bei dem rund 45-minütigen Gespräch auch die Rolle Österreichs und
besonders  Wiens bei der Entwicklung der serbischen Sprache und Kultur
gelobt, berichtet  die „Austria Presseagentur“ (APA) unter Berufung auf den
Präsidentensprecher  Bruno Aigner.
Nach dem Empfang beim Bundespräsidenten wurde die Serbische Orthodoxe
Delegation mit Patriarch Irinej I. an der Spitze im Wiener Rathaus von
Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) empfangen. In seiner Ansprache bezeichnete  Häupl
Wien als eine Stadt der Begegnung von Kulturen und Religionen. Er  erinnerte
an die Tradition der religiösen Toleranz in Wien und erinnerte daran,  dass
die orthodoxen Serben seit Jahrhunderten in Wien präsent seien. Häupl
berief sich auf eine Rede des Patriarchen nach seiner Inthronisierung, in der
dieser die Wichtigkeit des Dialogs unterstrich. Häupl sagte dazu, die Stadt
Wien  sei eine Stätte des Dialogs zwischen Ost und West.
Der Patriarch trug seinen Namen nach der Begrüßung durch den  Bürgermeister
in das Goldene Buch der Stadt Wien ein. In seiner Antwort auf die
Begrüßung sagte der Patriarch, dass sich die Serben schon in den vorigen
Jahrhunderten in das Leben Wiens und Österreichs integriert haben. Auch haben  die
Serben erheblich zur Vergrößerung der Stadt beigetragen: Heute sei Wien die  „
viertgrößte serbische Stadt“. Der Patriarch sagte auch, es freue ihn, dass
die  Serben in Österreich akzeptiert werden.
Anschließend gab Patriarch Irinej ein Interview für den serbischen
Fernsehsender RTS. Darin betonte er wieder, dass die Serben in Österreich
akzeptiert werden. Sowohl die Kirche als auch der Staat helfen den Serben, ihre
Spiritualität zu pflegen. Auch diesmal unterstrich er seine Dankbarkeit dem
österreichischen Staat und der Römisch-katholischen Kirche gegenüber für diese
Unterstützung. Er betonte, dass es heute in Wien drei serbische orthodoxe
Gotteshäuser gebe. Insbesondere erwähnte er die Kirche der Hl. Auferstehung
Christi im Zweiten Bezirk, die mit „ihrer Größe und ihrer Ausstattung“
begeistere, sowie die serbische orthodoxe Kirche in Linz.
Patriarch Irinej I. war am 10. September nach Wien gekommen. Der
unmittelbare Anlass war die Feier des 150-sten Jahrestag der dortigen Serbischen
Orthodoxen Kirchengemeinde des Hl. Sava. Der Patriarch hat in Wien und Linz
zelebriert. Morgen reist er nach Belgrad zurück.
In Wien leben etwa 100.000 Serben. Es gibt drei Gotteshäuser, in denen
sechs Priester und ein Diakon zelebrieren. Wien beherbergt auch einen der Sitze
des Serbischen Orthodoxen Bischofs für Mitteleuropa, der für Österreich,
Deutschland, Liechtenstein und die Schweiz zuständig ist.

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Obere Dorfstraße 12
D-31137 Hildesheim-Himmelsthür
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