„Orthodoxie darf keine Angst vor Dialog haben“: Interview mit Metropolit Ioannis Zizioulas

SOK AKTUELL

Nachrichtenagentur der Serbischen Orthodoxen Diözese

für Mitteleuropa

9. Juli 2010

Unsere neue Homepage: www.sok-aktuell.org

„Orthodoxie darf keine Angst vor Dialog haben“: Interview mit Metropolit Ioannis Zizioulas

Ehren gehen auch an die Kirche: Metropolit Ioannis Zizioulas

Der griechische Metropolit Ioannes Zizioulas von Pergamon ist zweifelsohne einer der einflussreichsten orthodoxen Theologen unserer Zeit. Mit seinem Konzept der eucharistischen Theologie hat er die orthodoxen Theologen hin zu einem weniger scholastischen Denken geführt. Seine Offenheit für die zwischenkirchlichen Beziehungen war für den Anfang des katholisch-orthodoxen theologischen Dialogs in der zweiten Hälfte des 20. Jh. von zentraler Bedeutung. Das waren auch die Gründe, die die Westfälische Wilhelms-Universität Münster dazu motiviert haben, dem Metropoliten die Würde eines Ehrendoktors zu verliehen: Am 2. Juli wurde Metropolit Ioannis in Münster zum doctor honoris causa promoviert, zusammen mit Pfarrer Ishmael Noko, dem amtierenden Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes. Im Gespräch mit SOK AKTUELL spricht Metropolit Ioannes Zizioulas über seine Erfahrungen im ökumenischen Dialog, über manche extremen Bewegungen in den orthodoxen Gesellschaften sowie über seine Kontakte mit der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK)

Eminenz, wir gratulieren Ihnen zur Ehrendoktorwürde, die Sie heute von der Universität Münster empfangen werden. Ist das für Sie ein Akt von rein akademischer Natur, oder auch eine ökumenische Anerkennung?

Metropolit Ioannis: Ich denke, dass es beides ist. Es handelt sich um eine akademische Anerkennung, die von einer bekannten und sehr wichtigen Universität kommt. Es ist mir eine Ehre, sie zu empfangen. Gleichzeitig gehört alles, was ich bin und was ich tue, der Kirche, weil ich mich ihr gewidmet habe. Alle Ehren, die ich empfange, gehen auch an die Kirche, der ich angehöre und der ich diene. Ich betrachte diese Anerkennung als ein Zeichen der Hochachtung der Römisch-katholischen  Kirche und der Universität Münster der Orthodoxen Kirche gegenüber.

Sie sind, zusammen mit Kardinal Kasper, einer der Kopräsidenten der Gemischten Internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen der Römisch-katholischen und der Orthodoxen Kirche. Wie würden Sie den jetzigen Zustand dieses Dialogs einschätzen und was erwarten Sie von der Zukunft?

Metropolit Ioannis: Dieser Dialog ist, ich denke, der wichtigste theologische Dialog, den wir zurzeit führen. Ich betrachte die anderen Dialoge nicht als unwichtig, aber ich denke, dass dieser Dialog für die Orthodoxen besonders wichtig ist, weil die Römisch-katholische Kirche und die Orthodoxe Kirche die gemeinsame Tradition, das ganze erste Millennium, die sieben Ökumenischen Konzilien, die gleichen Kirchenväter, das Verehren der Heiligen Mutter Gottes und der Heiligen teilen. Daher ist es sehr wichtig, dass diese beiden Kirchen sich auf einen Dialogprozess eingelassen haben, als auf einen Versuch, die volle Gemeinschaft wiederherzustellen, die im 11. Jh. unterbrochen wurde. Dieser Dialog hat in jenem Geiste begonnen, der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, mit der Öffnung der Römisch-katholischen Kirche für den Ökumenismus, geherrscht hatte. Er hat auch im Geiste der guten Beziehungen begonnen, insbesondere zwischen der Kirche von Konstantinopel unter Patriarch Athenagoras und der Kirche von Rom unter Papst Paul VI. Ich war von Anfang an in diesen Dialog involviert und nahm sogar an den Vorbereitungen für den Dialog teil. Das Thema dieses Dialogs, die Ekklesiologie, ist ein sehr wichtiges Thema. Es gibt Unterschiede in der Doktrin, aber ich denke, dass wir in der Ekklesiologie viele grundlegende Gemeinsamkeiten aufweisen. Wir können auf dieser Basis aufbauen. Es gibt auch Unterschiede in diesem Bereich, insbesondere Unterschiede hinsichtlich der Frage des Primats und des Bischofs von Rom. Aber der Dialog startete von ekklesiologischen Aspekten, die uns einen, um allmählich hin zu den Problemen zu gelangen, die wir zu lösen haben. Als Basis benutzen wir die eucharistische Ekklesiologie: etwas, das insbesondere die Orthodoxen vorgeschlagen haben, das aber auch die Römisch-Katholischen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil in hohem Maße akzeptiert haben.

Alle Dokumente, die wir bisher verfasst haben – in München, Bari und sogar später in Ravenna –, sind gemeinsame Dokumente, was zeigt, dass uns die grundlegenden Prinzipien gemeinsam sind. Nun, wenn wir zu den Unterschieden kommen, die, wie ich sagte, sehr ernsthaft sind, werden wir uns fragen müssen, wie wir diese Unterschiede rechtfertigen können, wenn wir diesen gemeinsamen Grund haben. Das ist der augenblickliche Stand unseres Dialogs.

Wir haben nun mit der Primat-Diskussion, beginnend mit dem ersten Millennium, angefangen. Es ist unsere Absicht, zu prüfen, wie der Kirchenprimat Roms universal anerkannt war und auf welche Weise und unter welchen Bedingungen es im ersten Millennium anerkannt war. Und die erste Bedingung war natürlich, dass es immer im Kontext der Synodalität ausgeübt wurde. Ich denke, dass wir uns bis zu diesem Punkt einig sind. Wenn wir mit dem ersten Millennium fertig sind, werden wir über das zweite Millennium diskutieren. Das ist das schwierigste Millennium, weil sich das Papsttum in dieser Zeit ohne jegliche Gemeinschaft mit dem Osten, und eigentlich in der Polemik mit dem Osten entwickelte. Wir werden sehen, wie wir uns in Bezug auf das zweite Millennium einigen können und was man dafür tun kann. Wenn wir mit dem zweiten Millennium fertig sind, was eine historische Untersuchung sein wird, werden wir die theologischen Prinzipien in Bezug auf den Primat zu diskutieren haben: Warum die Kirche den Primat braucht und unter welchen Umständen er akzeptiert werden kann. Also haben wir noch viel zu tun. Wir sind überhaupt nicht einer abschließenden Vereinbarung nahe, aber ich denke, dass wir in eine gute Richtung gehen. Wie ich immer sage, es ist der Geist Gottes, der am Ende entscheidet. Wir bieten unsere bescheidenen Bemühungen an, aber Gott wird das Ganze führen.

Ich denke, dass, wenn wir in diesem Geiste des Respekts und der Liebe füreinander weiter machen, wenn wir nicht mit Polemik anfangen, wie in der Vergangenheit, und wenn wir einander aufmerksam zuhören, dann können wir Fortschritte machen. In der Vergangenheit haben wir die Lektion bekommen, dass es möglich ist, Fortschritte zu machen, wenn man einander aufmerksam zuhört.

Tragische Selbstzufriedenheit ohne Sorge für die Einheit der Kirche

Es ist kein Geheimnis, dass es in der orthodoxen Welt Gruppierungen gibt, die nicht bereit sind, „aufmerksam zuzuhören”, wie Sie es sagen. Es existieren viele Organisationen und Individuen, die sogar den Dialog mit der Römisch-katholischen Kirche ablehnen.

Metropolit Ioannis: Ich denke, diese Menschen leben immer noch in der Psychologie des zweiten Millenniums, als die Römisch-katholische Kirche viele Versuche machte, über die Orthodoxen zu dominieren. Es ist wahr, dass es starke Zweifel gab, dass in jedem Dialog der Versuch steckte, die Orthodoxen unter die Dominanz Roms zu bringen. Ich kann solche Ängste verstehen. Wir müssen aber die Menschen, die sie haben, zunächst fragen, ob es unmöglich ist, dass es etwas in der Haltung und der Mentalität der Römisch-katholischen Kirche geändert hat? Ist es gewiss, dass die Römisch-katholische Kirche auch weiterhin genauso handeln wird, wie sie im zweiten Millennium gehandelt hat? Ich denke, es gibt seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil Anzeichen dafür, dass die Römisch-katholische Kirche ihre Haltung gegenüber der Orthodoxen Kirche geändert hat. Sie wollen uns nicht unter die Dominanz des Papstes bringen.

Und die zweite Frage, die ich diesen Leuten stelle, ist: Was ist falsch, wenn man mit Menschen spricht, sogar mit Feinden, sogar mit Menschen, denen wir nicht ganz vertrauen? Ich denke, es gibt keine Gefahr, wenn man mit ihnen redet. Der Dialog ist nicht etwas, wovor wir uns fürchten müssen, denn die Orthodoxen werden durch den Dialog nichts verlieren. Es sei denn, wir haben kein Selbstvertrauen und befürchten, dass wir den orthodoxen Glauben vor den Römisch-Katholischen nicht getreu präsentieren können. Dann müssen wir sagen: „Wir sind nicht bereit für den Dialog. Wir haben keine Theologen und keine Theologie, die unseren Glauben getreu präsentieren kann.“ Wer aber das glaubt, der ist, denke ich, im Unrecht, denn die orthodoxe Theologie ist sehr stark und wird respektiert, sogar sehr tiefgründig respektiert im Westen allgemein. Daher müssen wir Selbstvertrauen haben. Wir haben den wahren Glauben und wir sind fähig, unseren wahren Glauben getreu zu bekennen. Bis zu diesem Zeitpunkt hat niemand diejenigen, die am Dialog teilnehmen beschuldigt, dass sie dem orthodoxen Glauben nicht treu seien. Das, was ihnen vorgeworfen wird, ist, dass sie am Dialog teilnehmen. Das ist vollkommen inakzeptabel, denn die Orthodoxie darf sich vor dem Dialog nicht fürchten. Das ist, was ich diesen Menschen sage. Wenn sie eine Kritik in der Sache unserer Treue dem orthodoxen Glauben gegenüber vorzubringen haben, dann werde ich das begrüßen. Wenn Sie uns aber kritisieren, nur weil wir den Dialog mit anderen Menschen führen, dann kann ich ihnen nicht folgen.

Wir können den Dialog nicht anhalten. Wir sind Gott gegenüber verantwortlich. Es ist tragisch, wenn wir einfach mit sich selbst zufrieden sind und uns um die Einheit der Kirche nicht kümmern.

Man merkt auch gewisse Unsicherheiten hinsichtlich der präkonziliaren Treffen in Chambésy, wenn es um die Bischofskonferenzen in der orthodoxen Diaspora geht. In manchen Teilen der orthodoxen Gesellschaft gibt es auch Empfindungen, dass es möglicherweise eine Tendenz zur Dominanz der Kirche von Konstantinopel gibt. Wie sehen sie diesen Prozess der Reglementierung der Diaspora?

Metropolit Ioannis: Ich denke, dass es, ganz objektiv, keine Anzeichen gibt, dass die Kirche von Konstantinopel den anderen Kirchen irgendwas aufzwingen kann oder möchte. Alle unsere Entscheidungen werden im Einvernehmen mit allen anderen Kirchen gefällt. Der Patriarch von Konstantinopel hat nie etwas entschieden, was sich auf die Orthodoxe Kirche als Ganzes beziehen würde, ohne sich mit den anderen Patriarchen beraten zu haben. Diese Angst ist also unbegründet. Auf der anderen Seite müssen wir anerkennen, dass wir als Orthodoxe Kirche irgendwie vereint sein müssen und nicht einfach als eine Konföderation von Kirchen fungieren sollen. Ich leide immer, wenn man uns, insbesondere von römisch-katholischer Seite, aber auch von Seiten anderer Christen, als „Kirchen“ und nicht als „Kirche“ behandelt. Und wir bieten ihnen Gründe dafür, denn wir haben es so lange nicht geschafft, ein Konzil abzuhalten. Wie kann man sagen, dass man vereint ist, ohne in der Lage zu sein, ein Konzil zu organisieren? Ich fürchte, dass viele orthodoxe Kirchen in dieser Situation verbleiben möchten: jede als separate Kirche, die von den anderen Kirchen vollkommen unabhängig ist und mit ihnen nichts zu tun zu hat. Ich denke, das ist falsche Ekklesiologie. Sie ist sehr schlecht. Und sie schadet der Orthodoxen Kirche sehr. Um als eine Kirche aufzutreten, brauchen wir jemanden, der die orthodoxen Kirchen koordinieren würde. Nun, wenn wir nicht wollen, dass Konstantinopel unser Koordinator ist, dann lassen sie uns jemand anderen nehmen. Unsere Tradition jedoch, unsere kanonische Struktur hat uns Konstantinopel gegeben. Und das ist, was Konstantinopel auch tut: Es koordiniert die Orthodoxe Kirche, so dass sie als eine Kirche und nicht als viele Kirchen auftritt. Und ich denke, wir sollen alle dafür dankbar sein und uns nicht deswegen beschweren.

Die extremistischen Weltanschauungen werden heute meistens im Internet, das zum Hauptmedium des Jahrhunderts geworden ist, präsentiert. Menschen, die normalerweise nicht in der Lage wären, zu publizieren, können im Internet ihrer Meinung offen Ausdruck verleihen…

Metropolit Ioannis: Ja, ich weiß. Das ist wahr über das Internet: Alle können alles sagen, so dass es schwierig ist, die Ansichten zu korrigieren, wenn sie falsch sind. Ich hoffe, ein Interview wie dieses kann helfen, um gewisse Meinungen richtig zu stellen. Das ist alles, was wir tun können.

Serbische Theologie führend in der Orthodoxie

Eminenz, Sie sind in der SOK und in Serbien generell sehr bekannt und werden dort sehr respektiert. Sie sind auch Ehrendoktor der Orthodoxen Theologischen Fakultät in Belgrad. Wie würden Sie selbst ihre Beziehungen zu Serbien beschreiben?

Metropolit Ioannis: Meine Beziehung zur SOK ist eine sehr, sehr warme. Sie entfaltet sich auch auf der Ebene der persönlichen Beziehungen und insbesondere mit Vertretern der serbischen orthodoxen Theologie. Ich merke, dass beinahe alles, was ich auf Englisch schreibe, ins Serbische übersetzt wird, sogar bevor es auf Griechisch erschienen ist. Das trägt dazu bei, dass ich fühle, im ständigen theologischen Kontakt mit der Kirche in Serbien zu sein. Ausgehend von meinen Eindrücken während der Serbien-Reisen glaube ich, dass die serbische orthodoxe Theologie die ganze orthodoxe Theologie anführt. Sie hat sehr gute Theologen und geht in die richtige Richtung. Ich habe junge Theologen in Serbien gemerkt, die meiner Meinung nach die vielversprechendsten sind, die ich kenne. Einen von diesen exzellenten jungen serbischen Theologiestudenten habe ich gerade gestern hier in Münster getroffen.

Die serbische orthodoxe Theologie hat sich in hohem Maße vom Einfluss der Scholastik befreit, was von der Theologie in Griechenland, Rumänien und anderswo nicht gesagt werden kann. Es gibt immer noch starke westliche Einflüsse und wir haben leider noch nicht unseren Weg als orthodoxe Theologie gefunden. Ich hoffe und erwarte, dass die SOK im theologischen Sinne die orthodoxe Welt anführen wird.

Metropolit Ioannis Zizioulas und Tihomir Popovic in Münster

Das Interview mit Metropolit Ioannis Zizioulas führte der verantwortliche Redakteur von SOK AKTUELL, Tihomir Popovic, am 3. Juli in Münster, im Vorfeld der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Münster an den Metropoliten.

Im Anschluss bringen wir die englische Version des Interviews.

Metropolitan Ioannes Zizioulas: “Orthodoxy Cannot be Afraid of Dialogue”

Metropolitan Ioannis (John) Zizioulas of Pergamon is undoubtedly one of the most influential orthodox theologians of our age. With his concept of eucharistic ecclesiology he has lead the orthodox theologians towards a less scholastic way of thinking. His openness for interconfessional relationships was crucial for starting an institutional dialogue between the Roman Catholic and the Orthodox Church in the second half of the 20th Century. This is the reason why he received an honorary doctorate from the Catholic Theology Department of the University of Münster in Westphalia, Germany. On the 2nd of June, Metropolitan Ioannis was made doctor honoris causa together with the Rev. Ishmael Noko, Secretary General of the Lutheran World Federation. In an interview with the Germany-based Serbian Orthodox News Agency SOK AKTUELL, Metropolitan Ioannis discussed his experiences in the ecumenical dialogue, some extreme movements in the Orthodox societies and his contacts with the Serbian Orthodox Church.

Your Eminence, may I congratulate you for the honorary doctorate you will today receive from Münster University. Is this for you an act of a purely academic or rather of an ecumenical recognition?

Metropolitan Ioannis: I think it is both, in a sense. It is an academic recognition, coming from a renowned and a very important university. It is an honour for me to receive it. At the same time: everything I am and I do, both as a theologian and in general, belongs to the Church, because I devoted myself to it. All the honours I receive are extended to the Church to which I belong and to which I serve. I regard this recognition also as an appreciation of the Orthodox Church by the Roman Catholic Church and the University of Münster.

You are, together with Cardinal Kasper, Co-President of the Joint International Commission for Theological Dialogue between the Roman Catholic and the Orthodox Church. How would you describe the present state of this dialogue and what are your expectations for the future?

Metropolitan Ioannis: This dialogue is, I think, the most important theological dialogue we have at present. I don´t regard other dialogues as not important but I think this dialogue is particularly important because the Roman Catholic and the Orthodox Church share a common tradition, the entire first millennium, seven Ecumenical Councils, the same Church Fathers, the veneration of the Holy Mother of God and of the Saints. Thus, it is very important that these two churches entered into a dialogue process, as an effort to restore their full communion, which has been broken in the 11th century. This dialogue started in the spirit after Vatican II with the opening of the Roman Catholic Church for Ecumenism. It also started in the spirit of good relationships, especially of the Church of Constantinople under Patriarch Athenagoras and the Church of Rome under Pope Paul VI. I was involved in this dialogue from the very beginning and even took part in the preparations for the dialogue. The subject of this dialogue, the ecclesiology, is a most important subject. There are other differences of course, doctrinal differences, but I think we share a lot of common ground in ecclesiology. We can build on that ground. There are also differences in this area, particulary the differences concerning the question of the primacy and the Bishop of Rome. But the dialogue started from what unites us in ecclesiology and gradually we moved towards the problems we have to solve. As the basis we use the eucharistic ecclesiology, something that particularly the Orthodox have proposed, but which the Roman Catholics, after Vatican II, have accepted to a great extent.

The documents we produced so far: in Munich, Bari and even later in Ravenna, are all common documents which show that the basic principles of ecclesiology are common. Now, when we come to the differences, which are very serious, as I said, we will have to ask ourselves how we can justify our differences since we share this common ground. And that is now where we are.

We have now entered the discussion of the primacy, starting with the first millennium. It is our intention to see how the primacy of the Church of Rome was recognized universally and in what way and under what conditions it was recognized in the first millennium. And the main condition was of course that it was always exercised in the context of synodality. I think up to that point we have a convergence. After we finished the first millennium we will discuss the second millennium, which is the most difficult one, because at that time the Papacy developed without any communion with the East and rather in the spirit of polemics with the East. We will have to see how we can agree on the second millennium and what can be done about that. After we finish with the second millennium, which is a historical investigation, we´ll have to discuss the theological principles concerning the primacy: why the Church needs primacy and on what conditions it can be accepted. Thus, we have still of lot of work to do. We are not near a final agreement at all, but we are going, I think, in a good direction. As I always say, it is the Spirit of God that finally decides. We offer our humble efforts, but God will guide the whole thing.

I believe that if we continue in this spirit of mutual respect and love between the Churches, if we don´t start the polemic as in the past, and if we listen to each other carefully, we may make progress. In the past we received the lesson that it is possible to make progress if you listen to each other carefully.

It is no secret that in the Orthodox world there exist certain groups which are not ready to “listen carefully”, as you put it. There are many organisations and individuals who oppose the very dialogue with the Roman Catholic Church.

Metropolitan Ioannis: I think these people still live in the psychology of the second millennium when the Roman Catholic Church made many attempts to dominate the Orthodox. It is true that there was a strong suspicion that in every dialogue there is an attempt to bring the Orthodox under the domination of Rome. Thus, these people are afraid that this can happen again with the current dialogue. I can understand their fear, but I believe that what we will have to ask this people is, firstly, whether it is impossible that something may have changed in the attitude and the mentality of the Roman Catholic Church? Is it still certain that the Roman Catholic Church will operate in the way it operated in the second millennium? I think there are signs since Vatican II that the Roman Catholic Church has changed its attitude towards the Orthodox Church. They do not want to bring us under the domination of the Pope. And the other thing I ask these individuals is: what is wrong with speaking with people, even with enemies, even with those we do not fully trust and are suspicious of? I think there is no danger in speaking with them. The dialogue is not something we must be afraid of, because the Orthodox  will not lose anything by the dialogue. Unless we do not have self-confidence, and are afraid that we cannot present the Orthodox faith to the Roman Catholics faithfully. Than we have to say: “We are not ready for the dialogue because we do not think we can present our faith. We do not have theologians and theology that can present our faith faithfully.” If that is what they believe, I think it is wrong, because the Orthodox theology is very strong and it is respected, even very deeply, by the West in general. Therefore we must be self-confident. We have the true faith and we are able to confess our true faith faithfully. Up to this moment, no one has accused those who participate in the dialogue of not being faithful to the Orthodox faith. What they accuse them of, is that they speak with others, that they take part in the dialogue. This is totally unacceptable, because Orthodoxy cannot be afraid of the dialogue. This is what I say to these people. If they have a criticism to make as to whether we are faithful to the Orthodox faith: I will welcome that. But if they criticise us merely for having a dialogue with other people, than I cannot follow them.

We cannot stop the dialogue. We are responsible towards God. It is tragic if we are just satisfied with ourselves and do not care about the unity of the Church.

One also notices certain insecurities regarding the preconcilliary meetings in Chambésy concerning the Bishops´ Conferences in the Orthodox diaspora. In some parts of the Orthodox society they are sentiments equalling almost to a suspicion that there is a tendency of domination by the Church of Constantinople. How do you see this process of regulating the diaspora?

Metropolitan Ioannis: I think, quite objectively speaking, that there is no sign at all that the Church of Constantinople can or would like to impose anything to the other churches. All our decisions have been made with the consent of all other churches. The Patriarch of Constantinople  has never decided anything referring to the Orthodox Church as a whole without consulting the other Patriarchs. Thus, this fear is unfounded. On the other hand we have to recognise that, as an Orthodox Church, we have to be somehow united and not be simply a confederation of churches. I always suffer when we are treated, by the Roman Catholics particularly but also by other Christians, as “churches” and not as a “Church”. And we offer them ground to think like that because we have not managed to have a synod for such a long time. How can you say you are united without being able to have a synod? I am afraid that many orthodox churches would like to stay in this situation: each as a separate church which is totally independent and has nothing to do with the other churches. I think this is wrong ecclesiology; it is very bad. And it does a lot of harm to the Orthodox Church. In order to appear as one Church we need to have someone who will coordinate the Orthodox churches. Now, if we do not like Constantinople to be our coordinator, let us have someone else. The tradition, our canonical structure has given us Constantinople. And that´s what Constantinople is doing: it coordinates the Orthodox Churches, so that they will appear as one Church and not as many churches. And I think we should all be grateful for that and not complain about it.

The extremist views today are most frequently presented in the internet, which is becoming the leading medium of the century. People who would normally not be able to publish, can express their opinion publicly in the internet…

Metropolitan Ioannis: Yes, I know. It is true about the internet: anyone can say anything, so it is difficult to correct the views, if they are wrong. I hope an interview like this can help correct certain opinions. That is all we can do.
Serbian Theology Leading in the Orthodox World

Your Eminence, you are very well known and highly respected in the Serbian Orthodox Church, also in Serbia generally. You hold an honorary doctorate from the Orthodox Theological Faculty in Belgrade. How would you describe your relationship with Serbia?

Metropolitan Ioannis: My relationship with the Serbian Orthodox Church is a very, very warm one. Also, on the level of personal relationships with  the people and particularly with the Serbian Orthodox theology; I notice that almost everything I write in English is already translated into Serbian even before it is published in the Greek language. That makes me feel that I am in constant theological contact with the Church in Serbia. I believe, judging from what I saw during my visits to Serbia, that at this moment the Serbian Orthodox theology is leading in the Orthodox theology as whole. It has very good theologians and goes in the right direction. I noticed young theologians from Serbia, who are in my view the most promising ones that I know. I met one of those excellent young Serbian theology students just yesterday, here in Münster.

The Serbian Orthodox Theology has, to a great extent, liberated itself from the influence of scholasticism, which is sometimes not true about theology in Greece, Romania and other places. There are still strong Western influences and unfortunately, we have not found our way as Orthodox theology just yet. But in Serbia, I think, theology is patristic and very Orthodox in the right way. Thus, I hope and expect that one day the Serbian Orthodox Church will lead the Orthodox world, theologically.

Metropolitan Ioannis Zizioulas spoke with the responsible editor of SOK AKTUELL, Tihomir Popovic, on the 2nd June 2010 in Münster, prior to receiving the honorary doctorate of the Münster University.

SOK AKTUELL

Nachrichtenagentur der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa

News Agency of the Serbian Orthodox Diocese of Central Europa

Obere Dorfstraße 12

D-31137 Hildesheim-Himmelsthür

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