Deutsche Nachwuchs-Außenpolitiker fordern eine breite öffentliche Debatte über deutsche Interessen und außenpolitische Strategien

Newsletter vom 04.06.2010 – Interessen diskutieren!

BERLIN (Eigener Bericht) – Deutsche Nachwuchs-Außenpolitiker fordern
eine breite öffentliche Debatte über deutsche Interessen und
außenpolitische Strategien. In der Bundesrepublik dominiere eine
„‚politisch korrekte‘ Doktrin“, die auf Prinzipien wie etwa der
Unterstützung des europäischen Einigungsprozesses beruhe, heißt es in
einem kürzlich von jungen Mitgliedern eines erfolgreichen
Eliten-Netzwerkes publizierten Papier. „Kritische Positionen“ würden
in der Öffentlichkeit „kaum vertreten“, da „die Bürger (…) allzu
leicht Populisten verfallen“ könnten, „gäbe man abweichenden Stimmen
Raum, Pressespalten und Sendezeit“. Zustimmung in der Bevölkerung, wie
sie für eine ausgreifende Außenpolitik nötig sei, lasse sich jedoch
nur durch kontroverse öffentliche Debatten gewinnen. Die Autoren, die
sich schon heute als „Führungskräfte“ einstufen, plädieren dafür,
kühle Kosten-Nutzen-Kalkulationen vorzunehmen; in diesen werde etwa
die Rufschädigung, die eintrete, wenn man ein Land nach misslungener
Militärintervention zerstört zurücklasse, als abzuwägender Schaden
verbucht. Eine solche Kalkulation könne „in einer abschließenden
Gesamtabwägung mit qualitativen Argumenten ergänzt“ werden, heißt es
über die Bedeutung moralischer Einwände.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57825

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