Informationsdienst der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa 31. Mai 2010

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31. Mai 2010

„Neues Verhältnis“ zwischen Ost und West nach 2013? Patriarch Irinej in Nis

Außenminister: Schutz der Identität von Heiligtümern im Kosovo „schwierige diplomatische Aufgabe“

„Neues Verhältnis“ zwischen Ost und West nach 2013? Patriarch Irinej in Nis

(NIS / BELGRAD) Der Serbische Patriarch Irinej hat gesagt, die für 2013 geplante Feier des „Mailänder Edikts“ im Serbischen Nis werde eine Gelegenheit zur Entfaltung eines „neuen Verhältnisses“ zwischen der Römisch-katholischen und der Orthodoxen Kirche sein: Das berichtete gestern Abend die Belgrader Tageszeitung „Danas“ in ihrer online Ausgabe. „Vertreter aller Kirchen“ werden zur Feier eingeladen, sagte das Oberhaupt der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK) bei einem Besuch der Baustelle für die Kirche der Heiligen Konstantin und Helena im südostserbischen Nis. Das Jubiläum des Mailänder Edikts werde eine Gelegenheit zum Dialog der Kirchen sein, „aber auf eine Weise und in einem Ton, wie sich das bei einer solchen Versammlung gebührt, so dass ich hoffe, dass sich ein neues Verhältnis zwischen Ost und West, beziehungsweise zwischen der westlichen Kirche und den östlichen Kirchen formieren werde“, fügte Patriarch Irinej hinzu.

Durch die Mailänder Vereinbarung – auch „der Toleranzedikt von Mailand“ genannt, die die römischen Kaiser Konstantin und Licinius im Jahr 313 getroffen haben, wurde das Christentum als Religion im Römischen Reich zugelassen. Kaiser Konstantin, der, wie auch seine Mutter Helena, als Heiliger verehrt wird, wurde zwischen 275 und 282 in Naissos, dem heutigen Nis in Serbien geboren. Die dem Kaiser und seiner Mutter gewidmete Kirche in Nis soll spätestens bis 2013, also vor dem 1.700-sten Jubiläum der Vereinbarung aus dem Jahr 313, fertig gestellt werden. Das haben sowohl der Serbische Patriarch als auch die Vertreter der Stadt Nis bestätigt. Das Oberhaupt der SOK sagte auch, dass bis 2013 an der Universität Nis auch eine Theologische Fakultät gegründet werden solle. Dies sei „ein Bedürfnis der Kirche, aber auch der Universität“, fügte Patriarch Irinej hinzu.

Der Serbische Patriarch Irinej war bis zu seiner Wahl am 22. Januar 2010 Diözesanbischof von Nis. Da für diese Diözese noch immer kein Nachfolger gewählt wurde, betreut er die Diözese immer noch. Der Patriarch hat mehrmals betont, dass ein Papstbesuch in Serbien im Rahmen der Feier des „Mailänder Edikts“ 2013 in Nis möglich sei.

Außenminister: Schutz der Identität von Heiligtümern im Kosovo „schwierige diplomatische Aufgabe“

Vuk Jeremic kämpft für die serbische Identität der orthodoxen Kirchen und Klöster im Kosovo-Metohija

(RIO DE JANEIRO / BELGRAD) Der serbische Außenminister Vuk Jeremic hat am Rande des dritten Forums der „Allianz der Zivilisationen“ der UNO in Rio de Janeiro für die Nachrichtenagentur „Fonet“ gesagt, Serbien stehe vor der schwierigen Aufgabe, die Identität des Kulturerbes der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK) im Kosovo zu schützen. Mehrere Länder tendieren dazu, die Klöster und Kulturdenkmäler der SOK im Kosovo als „kosovarisches Kulturerbe“ zu benennen. „Das ist für uns absolut inakzeptabel“, sagte Jeremic in Rio de Janeiro. Dies zu verhindern sei eines der wichtigsten Themen seiner Gespräche auf dem UNO-Forum in Brasilien, fügte der serbische Außenminister hinzu.

Die kosovarischen Machthaber versuchen immer wieder, das Erbe der SOK im Kosovo-Metohija als „kosovarisches“ Kulturerbe zu behandeln. Die Kirchen und Klöster der SOK werden als „kosovarisch“ und „byzantinisch“ bezeichnet, während ihre serbische Herkunft geleugnet wird. Dieser Tendenz treten sowohl die SOK als auch der Staat Serbien entschieden entgegen. Einige der wichtigsten Kirchen und Klöster der SOK befinden sich gerade im Kosovo-Metohija. Die Klöster Visoki Decani, Gracanica, das Patriarchatskloster in Pec und die Gottesmutter-Kathedrale in Prizren gehören zum UNESCO-Welkulturerbe. Das Patriarchatskloster in Pec war der traditionelle Sitz der serbischen Patriarchen seit dem Mittelalter und stellt auch heute noch das spirituelle Zentrum der SOK dar. Auch untersteht das Kloster unmittelbar dem Patriarchen. Einer der Titel des Oberhaupts der SOK ist „Erzbischof von Pec“. Am 3. Oktober soll der am 22. Januar gewählte Serbische Patriarch Irinej, das 45. Oberhaupt der SOK, in Pec feierlich inthronisiert werden.

Das dritte Forum der Allianz der Zivilisationen fand vom 27. bis zum 29. Mai in Rio de Janeiro statt. Die Organisation wurde im Jahre 2005 auf Initiative Spaniens und der Türkei von der UNO gegründet. Sie widmet sich der Erforschung von Polarisierungen zwischen Gesellschaften und Kulturen der Welt. Ziel sei es, Extremismus zu bekämpfen und soziale, religiöse und kulturelle Barrieren zu überwinden. Ihr jetziger Generalsekretär ist seit 2007 Jorge Sampaio, der ehemalige portugiesische Staatspräsident.

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