Dragi prijatlji, Rede im SAVA-Center in Belgrad am 24. März 2009 – Jürgen Elsässer

Dragi prijatlji, die Wirtschaftskrise bereitet allen Menschen zunehmend Sorgen – im Kopf und auch im Geldbeutel. Wer mag da noch an den NATO-Angriff auf Jugoslawien denken? Doch beide Themen hängen unmittelbar zusammen, wie ich auf meiner Rede im SAVA-Center in Belgrad am 24. März 2009 herausgearbeitet habe! Unten folgt ein Auszug aus der Rede. Mehr dazu auf meinem tagesaktuellen Blog http://juergenelsaesser.wordpress.com Nicht vergessen: Am kommenden Dienstag, 07. April, große Veranstaltung der „Volksinitiative“: Wirtschaftskrise, Hyperinflation – WAS TUN? 19.30 Uhr im Russischen Haus, Berlin, Friedrichstraße 176, mit Wilhelm Hankel, Klaus Blessing, Jürgen Elsässer. Und mein NEUES BUCH (!!!!) wird vorgestellt am 28. April im Hotel Hilton, Berlin Gendarmenmarkt, 19.30 Uhr: „Nationalstaat und Globalisierung“. 105 Seiten, bibliophiles Kleinformat im Hardcover, 7.80 Euro. Bestellung auch direkt über mich. Hier ein Auszug meines Redebeitrages im SAVA CENTER, 24.03.2009: Die Menschen in Deutschland und anderen westlichen Staaten erinnern sich nicht an diesen Krieg des Jahres 1999. Es gibt ein ganz anderes Thema, das sie heute beschaeftigt … Die grosse Wirtschaftskrise. Millionen Jobs sind in den EU Staaten gefaehrdet. Der Dollar und der Euro koennten in einer inflationaeren Blase vergluehen, das britische Pfunde sowieso. Diese Perspektive aengstigt die Menschen. Um Serbien, Jugoslawien, Kosovo kuemmern sie sich nicht. Das ist ein grosser Fehler, denn dieselben Kraefte, die Jugoslawien vernichteten, bedrohen heute auch viele andere Staaten auf unserem Kontinent. Am Beginn der jugoslawischen Krise stand die Ueberschuldung des TitoStaates. Das in New York und vor allem London konzentrierte Finanzkapital hatte Jugoslawien in den siebziger Jahren zur Aufnahme hoher Kredite gedraengt. Als Ende der siebziger Jahre Washington die Zinsen auf 20 Prozent erhoehte, schnappte die Schuldenfalle zu. Jugoslawien trudelte in den Staatsbankrott, die reicheren Republiken Kroatien und Slowenien forcierten den Sezessionskampf. Milosevic, der sich weigerte, diese kriminelle Schuldenpolitik zu bedienen, wurde zum Weltfeind Nummer eins erklaert. Dieselben Finanzkreise aus New York und London, die Jugoslawien in den Untergang trieben, haben in den letzten 10 Jahren finanzielle Massenvernichtungswaffen gegen andere europaeische Staaten in Stellung gebracht. Im europaeischen Bankensystem wurde fiktives Kapital ohne jede materielle Deckung plaziert. Diese Zeitbomben koennen jederzeit explodieren und riesige Loecher in die Bilanzen von Banken und Staaten reissen. Die Summe dieser Derivate belaeuft sich auf fantastische 868 Billionen Dollar weltweit, ein Gutteil entfaellt auf den europaeischen Kontinent. Es bleibt nur eine Loesung … Diese Schulden muessen ersatzlos gestrichen werden, und den Banken, die sie in ihren Bilanzen haben, darf nicht mit fresh money bei der Bedienung dieser Schulden geholfen werden. Grosso modo koennte man sagen, das war die Loesung, die Milosevic Ende der achtziger Jahre praktiziert hat. Ab dann wurde Jugoslawien von den maechtigen Finanzkreisen in den blutigen Strudel eines zehnjaehrigen Krieges gerissen. Was droht Europa, wenn es diesen Weg geht … Aber er ist ohne Alternative.

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