SOK AKTUELL – 3. Januar 2009

SOK AKTUELL

Informationsdienst der Kommission Kirche und Gesellschaft der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa

3. Januar 2009

Aus dem Weihnachtsbrief der SOK

(BELGRAD) In ihrem traditionellen Weihnachtsbrief erinnert die Serbische Orthodoxe Kirche (SOK) dieses Jahr an erster Stelle daran, dass man Weihnachten mit Freude, Glauben, Hoffnung und Liebe erwarte, weil in der Geburt des Herrn die «Fülle der Zeit» verwirklicht sei und Gottvater «seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben» (Johannes 3, 16). Dieses Ereignis sei auch die Fülle des kosmischen und des historischen Geschehenes, schreiben die Bischöfe der SOK. Alles, was sich in der Schöpfung Gottes ereignete, bekam in diesem Tag, «den der Herr macht» seine Fülle und seine Verwirklichung. Der Eingang Gottes in den Strom des Lebens stelle auch die Erfüllung von allen tiefliegenden menschlichen Tendenzen, die in allen Völkern der Erde noch vor Christi Geburt bezeugt worden seien, betonen die Oberhirten der SOK. Durch die Geburt des Herrn sei in der Welt das Licht der Gotteserkenntnis erleuchtet. In diesem Göttlichen Licht sei der Sinn der Welt und der Natur sowie das endgültige Ziel der menschlichen Existenz und der Existenz aller Geschöpfe, aller sichtbaren und unsichtbaren Welten, offenbart worden.

Im Herrn Jesus Christus sei für immer der Sieg über die Unvollkommenheit, Sünde und Tod erreicht, wird in der Weihnachtsbotschaft der SOK betont. Durch die Offenbarung der Fülle Seiner Göttlichkeit und durch Seine Vereinigung mit der menschlichen Natur sei auch die Fülle des menschlichen Wesens und seine Vollkommenheit verwirklicht worden. Die unveränderliche und unteilbare Einheit und die Vereinigung der göttlichen und der menschlichen Natur im Gottmenschen Jesus Christus schenken der Welt, den Menschen und der Menschheit die unzerstörbare, wahre und ewige gottmenschliche Gemeinde: die Kirche Gottes.

Seit dem Tag der Geburt Christi könne die Welt nicht mehr gleich sein, wird in der diesjährigen Weihnachtsbotschaft der SOK betont. Es wird daran erinnert, das die menschliche Natur und die Welt, mit dem «Hefe [Sauerteig] des ewigen Lebens» erfüllt, die Möglichkeit erwerbe, neuer Mensch, neuer Himmel und neue Erde zu sein. Daher habe nur Christus die Worte «Siehe, ich mache alles neu» (Offenbarung 21,5) ausgesprochen und nur er habe sie aussprechen können. Er, als das einzig «Neue unter der Sonne» erneuere ewig alles was existiert; Sein Licht erleuchte alles und alle Menschen, die in diese Welt kommen (Johannes 1, 9).

Als solcher sei Christus auch «die Erfüllung des Gesetzes und der Propheten», wie Er auch über Sich selbst sagt: «Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.» (Matthäus 5, 17). Dieses Wort «zu erfüllen» habe eine doppelte Bedeutung, heißt es in der Weihnachtsbotschaft: auf der einen Seite das Gesetz auszuführen und, auf der anderen, der Welt die Fülle, die Vollkommenheit zu spenden. Damit würden auch wir Menschen «erfüllt», durch die Einhaltung der Gebote und uns mit Ihm, Christus, uns erfüllend und wachsend, nach den Worten des Weisen Apostels Paulus «bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi» (Epheser 4, 13).

Auf dieser allumfassenden Wahrheit über die Persönlichkeit Christi als Anfang und Endlos-Ende (serb.: «beskraj») alles Existierenden basiere das tägliche menschliche Leben; mit ihr werde die Lebens- und die Verhaltensart des Menschen erleuchtet. Daher kehren wir immer zur Geburt des Gottkindes zurück, zu seinem gottmenschlichen Werk, mit dem wir unsere Taten und unsere Beziehungen zueinander, zu Gott und zur Schöpfung Gottes erleuchten, heißt es im Weihnachtsbrief.

Die Oberhirten der SOK betonen in diesem Zusammenhang die Heiligkeit des Lebens und der Geburt und verurteilen die Tötung der noch nicht geborenen Kinder. Die Selbstsücht des Menschen führe ihn hin zur Gefährung und zum Missbrauch der Natur. Auch die Natur brauche Gnade, Liebe und Güte. Wenn sie missbraucht oder beschmutzt werde, entfremde sie sich, verfalle und räche sich an dem, der sie missbrauche, und die Gottgegebene Ordnung werde gestört. Der Mensch gefährde mit seiner Technik den Lebensraum zahlreicher anderer Lebewesen.

Auch die Weltwirtschaftskrise wird im diesjährigen Weihnachtsbrief angesprochen. Es werde häufig übersehen, dass die Krise nicht nur ökonomisch, sondern viel tiefgründiger und komplexer sei. Die «unersättliche Gier» der Reichsten nach Geld und Genüssen, der übermäßige Verbrauch der natürlichen und materiellen Ressourcen, schaffe Ungleichgewicht in zwischenmenschlichen Beziehungen, den Beziehungen zum tiefsten Geheimnis des Lebens und den Beziehungen zur ganzen Schöpfung Gottes. Das bedeute, dass sich hinter der ökonomischen Krise auch eine geistige und moralische Krise verberge und dadurch die Krise der Menschlichkeit selbst. Es sei mit Recht betont worden, dass die Wirtschaftskrise mit der politischen Krise verbunden sei. Das Ignorieren des Internationalen Rechts und der UNO-Charta in Bezug auf Menschenrechte schaffe eine politische Krise und diese die Wirtschaftskrise und das finanzielle Chaos.

Die neuen «hädonistisch-utilitaristischen Mythen», auf den Thron einer Gottheit gestellt und «durch alle modernen Mittel» propagiert, gefährden die Unschuldigsten und diejenigen, die am wenigsten Widerstandsfähig seien: Kinder und Jugendliche. Drogen uns Promisquität seien die Frucht von solchen in neue Kleider gekleideten uralten Mythen.

Wir Christen «warten auf Christus, nicht auf bessere Zeiten» (Hl. Bischof Nikolaj Velimirovic), erinnern uns die Bischöfe der SOK in ihrem Weihnachtsbrief. Wir erwarten Jenen, Der «gestern, heute und morgen gleich» sei. Wir kommen wieder zu Ihm zurück, Der das höchste Maß und Kriterium von allem sei, was in der gesamten Geschichte der Menschheit geschehen sei. In Ihm als Sohn Gottes und Menschensohn, vollkommenem Gott und vollkommenem Menschen, haben wir «erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat» (1. Johannesbrief 4, 16). Seit Gott sich uns durch seine Geburt offenbart und mit uns gelebt habe, wissen wir: «Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist die Liebe bei uns vollkommen […] (1. Johannesbrief 4, 16-17). Dazu noch: «Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.» (1. Johannesbrief 4, 21)

Die Bischöfe der SOK grüßen am Ende des diesjährigen Weihnachtsbriefes die Gläubigen in der ganzen Welt, insbesondere aber im notleidenden Kosovo-Metohija im Namen Gottes, der Liebe ist, und im Namen dieser Liebe, «zu welcher alle Menschen und alle Völker gerufen sind» mit dem traditionellen Weihnachtsgruß:

«Friede Gottes – Christus ist geboren!

Gesegnet sei der Kranz des neuen Jahres

Der Güte des Herrn!»

SOK AKTUELL

Informationsdienst der Kommission Kirche und Gesellschaft der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa

Mengendamm 16c

D-30177 Hannover

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