HAMBURG/LYON/BASEL – 19.12.2008

Newsletter vom 19.12.2008 – Weiß gewaschen

HAMBURG/LYON/BASEL (Eigener Bericht) – In einem neuen Anlauf sucht die
Hamburger Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. französische Kritik wegen der
NS-Aktivitäten ihres Gründers abzuschütteln. Toepfer hatte enge
Kontakte zu höchsten SS-Kreisen unterhalten und als Abwehroffizier in
Frankreich Kollaborateure betreut. Erst kürzlich hat eine französische
Institution deswegen eine Finanzierung durch die Stiftung abgelehnt,
die als einzige private Kulturstiftung im NS-Reich zugelassen blieb
und bis heute den Namen ihres Gründers trägt. Jetzt kündigt die
Stiftung an, ein Stipendium an einen französischen Historiker vergeben
zu wollen, der „den aktuellen Forschungsstand“ zu den
Auseinandersetzungen um Alfred Toepfer aufarbeiten soll. Zur
Abwicklung des Plans wird das Generalkonsulat Frankreichs in Hamburg
herangezogen. Die bislang von der Stiftung in Auftrag gegebenen
Studien über Toepfers NS-Aktivitäten werden von Historikern scharf
kritisiert. Schwer nachvollziehbare Bewertungen ließen ihn vor allem
vermuten, dass „ein führender Mann der braunen Privatwirtschaft aus
der Wehrmachtsabwehr, also aus der zweiten Reihe der
NS-Funktionselite, weiß gewaschen“ werden soll, urteilt der Baseler
Historiker Dr. Michael Fahlbusch im Gespräch mit dieser Redaktion. Wie
Fahlbusch berichtet, erhebt sich auch in der Schweiz scharfe Kritik an
der Stiftung sowie an mit ihr verquickten Organisationen.

mehr
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57426

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