Kosovo: Wieder Einbruch in Kirche – SOK AKTUELL – 17. Dezember 2008

SOK AKTUELL

Informationsdienst der Kommission Kirche und Gesellschaft der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa

17. Dezember 2008

Kosovo: Wieder Einbruch in Kirche

Makedoniens Ex-Premier über korrupte Judikative

Präsident der Republik Srpska besucht Patriarch Pavle

Königliche Familie beim Patriarchen, Bischöfe und Prinzessin Viktoria von Schweden beim Patronsfest

Neue Kirchen in Bosnien

Dichter Miodrag Pavlovic erhält Hl.-Sava-Orden

Kulturminister bei Metropolit Amfilohije

140 Jahre seit der Gründung der Serbischen Bibliothek im kroatischen Osjek

Kosovo: Wieder Einbruch in Kirche

(KLOSTER GRACANICA) In der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember brachen Unbekannte in die Kirche des Hl. Demetrios in Vrbovac, Gemeinde Kosovska Vitina, ein. Eine geringere Menge Geld wurde entwendet, während mehrere Ikonen sowie zwei Kreuze beschädigt wurden. Ebenfalls wurde die Tür der Bäckere in der benachbarten Suppenküche eingebrochen, die erst vor einigen Monaten ihre Arbeit aufgenommen hatte.

Die Suppenküche in Vrbovac, die sich im Hof der Kirche befindet, wurde dank der Aktion «eine sms für eine Mahlzeit für Hungrige im Kosovo-Metohija» gegründet. In ihr werden 136 Menschen ernährt. Vor einigen Tagen hat Ivan Kostic, Mitarbeiter der Suppenküche, eine Auszeichnung der Belgrader Tageszeitung «Vecernje Novosti» für die «humanitäre Heldentat des Jahres» bekommen. Die von der SOK getragenen Suppenküchen im Kosovo-Metohija arbeiten seit 2001 und wurden von der Diözese Raszien-Prizren gegründet.

Makedoniens Ex-Premier über korrupte Judikative

(SKOPLJE) Vlado Buckovcki, der ehemalige Permierminister Makedoniens, wo die Orthodoxe Erzdiözese von Ohrid der SOK verfolgt wird, hat eine «Aufhebung der Judikative» in diesem ex-jugoslawischen Land vorgeschlagen, da es in dem Staat nur «parteipolitische Rechtsprechung» gebe. Die Richter «bekommen Urteile außerhalb des Gerichtsgebäudes», sagte Buckovski, der nun als Parlamentsabgeordneter aktiv ist, für «Sitel TV» am 11. Dezember.

Die Orthodoxe Erzdiözese von Ohrid, die im Rahmen der SOK Autonomierechte genießt, und in Makedonien nicht registiert werden kann, erinnert in diesem Kontext an die intensive Verfolgung, welcher ihr Oberhaupt, Erzbischof Jovan, seit Jahren ausgesetzt ist. Unter Premier Buckovski saß der Erzbischof im makedonischen Gefängnis Idrizovo.

Der Premier ist nun selbst zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

In Makedonien wird die so genannte «Makedonische Orthodoxe Kirche», eine von der SOK gespaltene Gruppierung, von der Politik gewissermaßen als «Nationalkirche» unterstützt, währen die kanonisch anerkannte und der Mutterkirche SOK treue Erzdiözese von Ohrid verfolgt wird.

Präsident der Republik Srpska besucht Patriarch Pavle

(BELGRAD) Der Präsident des serbischen Teils von Bosnien-Herzegowina, der Republik Srpska, Rajko Kuzmanovic, besuchte am vergangenen Freitag Patriarch Pavle I. im Belgrader Militärkrankenhaus. Kuzmanovic übermittelte dem Patriarchen Grüße und die besten Wünsche des Volkes der Republik Srpska und ihrer Staatsorgane. Das Volk der Republik Srpska liebe und verehre den Patriarchen sehr und bete zu Gott für seine gute Gesundheit und langes Leben, sagte Präsident Kuzmanovic. Er überreichte dem Patriarchen das zweibändige Werk von Nikola Koljevic «Wie die Republik Srpska entstanden ist». Patriarch Pavle I. danke dem Präsidenten der bosnischen Serbenrepublik und bat ihn, seinen Segen, Gruß und seine Dankbarkeit für die guten Wünsche dem Volk von Republika Srpska und allen Menschen guten Willens zu übermitteln.

Am Treffen nahm auch Metropolit Amfilohije von Montenegro teil, von dem der Patriarch zuvor die Hl. Kommunion empfangen hatte. Auch der Vikar des Patriarchen, Bischof Atanasije von Hvosno, war anwesend.

Königliche Familie beim Patriarchen, Kronprinzessin Victoria von Schweden beim Patronsfest

(BELGRAD) Meherere Mitglieder der serbischen königlichen Familie Karadjordjevic haben am vergangenen Samstag, dem Hl.-Andreas-Tag, den im Krankenhaus liegenden Serbischen Patriarchen Pavle I. besucht: Der Hl.-Andreas-Tag (13. Dezember) ist das Patronsfest der königlichen Familie. Den Patriarchen besuchten der in Serbien lebende Prinz Alexander mit seiner Frau, Prinzessin Katharina sowie der in Deutschland lebende Prinz Karl Wladimir und seine Ehefrau, Prinzessin Brigitte. Dem Patriarchen wünschte man schnelle Genesung und man bat ihn, für das Volk Serbiens und die königliche Familie zu beten.

An der Feier des Patronsfestes St. Andreas im ehemaligen königlichen Schloss am Rande Belgrads nahmen mehrere Bischöfe der SOK teil. Metropolit Amfilohije von Montenegro zelebrierte zusammen mit Bischof Jovan von Sumadija und Vikarbischof Atanasije von Hvosno die Hl. Liturgie in der Schlosskapelle.

Bei dem anschließenden Mittagessen und zwei Empfängen nahmen, neben Vertretern der SOK, auch andere wichtige Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben Serbiens teil. Schwedische Kronprinzessin Victoria war Ehrengast der Feier. Auch Prinz Karl-Emmich und Prinzessin Isabelle von Leiningen, nahe Verwandte von Prinz Karl Wladimir, waren anwesend.

Neue Kirchen in Bosnien

(BIJELJINA / BOSANSKI PETROVAC) Die Serbische Orthodoxe Diözese von Zvornik-Tuzla (Ostbosnien) soll einen neue Kathedrale bekommen: In Zvornik am Fluss Drina wurden, mit dem Segen des Diözesanbischofs Vasilije, erste Maßnahmen zum Bau der Krypta und der Fundamente der neuen Kathedrale getroffen. Die Kirche soll den serbischen Neumärtyrern gewimet werden. Sie soll zwei Türme von 55 m Höhe haben. Die Diözese ruft Gläubige dazu auf, den Bau des Gotteshauses zu unterstützen.

Ende November ist in Bosnien auch eine andere neue Kirche geweiht worden: Am 22. November weihte Bischof Hrizostom von Bihac-Petrovac (Westbosnien) die Fundamente einer neuen Kirche des Hl. Stephanus im Dorf Trnovo in der Gemeinde Sipovo. In seiner Ansprache anlässlich der Weihe sagte Bischof Hrizostom, dass die Gläubigen durch den Bau der Kirche sich selbst, ihre Liebe Gott und den Nächsten gegenüber darin einbauen, damit sie Gott als den Tempel dieser Liebe erkenne.

Bei gleicher Gelegenheit weihte Bischof Hrizostom auch die neue Glocke der künftigen Kirche sowie die Kreuze, die auf den Glockenturm und die Kirche selbst aufgesetzt werden.

Die Kirche in Trnovo wurde im letzten Bosnien-Krieg zerstört, während die Pfarrei vorläufig aufgehört hat zu existieren.

Dichter Miodrag Pavlovic erhält Hl.-Sava-Orden

(BELGRAD) Dem serbischen Dichter Miodrag Pavlovic wurde am Dienstag der Orden des Hl. Sava verliehen. Den Orden überreichte dem Poeten der Stellvertreter des Serbischen Patriatrchen Pavle I., Metropolit Amfilohije von Montenegro. In einer Mitteilung aus dem Serbischen Patriarchat heißt es, Pavlovic wurde der Orden «für die tätige Liebe der Heiligen Mutter Kirche gegenüber» verliehen, «gezeigt insbesondere durch seinen unschätzbaren Beitrag zu unserem Kulturerbe und seine wahre Bezeugung der orthodoxen Spiritualität». Pavlovic sagte bei der Ordensverleihung, seine Poesie gründe auf den spirituellen Quellen der serbischen mittelalterlichen Dichtkunst und Spiritualirät, die die Serben von Hl. Sava und der Mutter Kirche empfangen haben.

Pavlovic, der als einer der bedeutendsten serbischen Dichter der Gegenwart gilt (auch im deutschsprachigen Raum intensiv rezipiert, s. etwa: http://www.perlentaucher.de/buch/11861.html ), lebt abwechselnd in Serbien und Deutschland.

Serbischer Kulturminister bei Metropolit Amfilohije

(BELGRAD) Der serbische Minister für Kultur, Nebojsa Bradic, besuchte am vergangenen Montag den Stellvertreter von Patriarch Pavle I., Metropolit Amfilohije von Montenegro, in der Patriarchalresidenz in Belgrad. In der Begleitung des Ministers war unter anderem auch die Direktorin des Staatlichen Amtes für Denkmalschutz, Vera Pavlovic-Loncarski. Es war dies der erste Besuchs des Ministers im Serbischen Patriarchat.

Im Gespräch wurde die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Kirche und Staat und ihre gemeinsame Sorge für die Kultur und die Wahrung der religiösen Denkmäler im Besitz der SOK betont. Diese Zusammenarbeit sei insbesondere notwendig, weil es sich nicht nur um Kirchen, Klöster und Kulturgüter in Serbien selbst handelt, sondern auch um die in anderen Staaten liegenden, heißt es in einer Mitteilung des Serbischen Patriarchates, wohl auf die Tatsache anspielend, dass sich das kanonische Territorium der SOK unter anderem auf das ganze ehemals jugoslawische Staatsgebiet erstreckt. Unterstrichen wurde auch die Notwendigkeit der Experten des Staatlichen Amtes für Denkmalschutz beim Wiedaufbau und der Restauration von beschädigten serbischen orthodoxen Kirchen, Klöstern und Kulturdenkmälern im Kosovo-Metohija.

Konkret wurde vereinbart, dass die Experten des Amtes für Denkmalschutz möglichst bald mit der Konservierung von Fresken im Patriarchatskloster von Pec und im Kloster Budisavci (Kosovo-Metohija) anfangen sollen. Der Schutz von Fresken in den Klöstern Visoki Decani und Gracanica – beide auch im Kosovo-Metohija – wurde ebenfalls berücksichtigt. Diese sollten, mit dem Segen des zuständigen Bischofs Artemije von Raszien-Prizren, möglichst bald geschützt werden, damit ihr weiterer Verfall gestoppt werde. Es wurde ebenfalls festgestellt, dass die alte Kirche des Hl. Nikolaus in Djakovica (Kosovo-Metohija) auch renoviert werden solle. Der Wiederaufbau und der Schutz von Heiligen Stätten im Kosovo-Metohija solle in Zusammenarbeit der UNESCO, der SOK und der Republik Serbien stattfinden, heißt es in der Mitteilung des Serbischen Patriarchates. In der künftigen Zusammenarbeit des Denkmalschutzes mit der Kirche solle die Meinung der Kirche respektiert werden, da sie am besten den Zweck der Denkmäler kenne.

140 Jahre seit der Gründung der Serbischen Bibliothek im kroatischen Osjek

(OSJEK) Die Serbische Orthodoxe Kirchengemeinde in der kroatischen Stadt Osjek und der Rat der Serbischen Minderheit dieser Stadt haben sich am vergangenen Donnerstag an die vor 140 Jahren stattgefundene Gründung der Serbischen Bibliothek in Osjek erinnert. Ein Festakt aus diesem Anlass fand in den Räumlichkeiten der Kirchengemeinde statt, die die nicht mehr existierende Bibliothek einst genutzt hatte.

Die SOK war an der Gründung der Bibliothek maßgeblich beteiligt: Ihr erster Vorsitzender war Lazar Popovic, der orthodoxe Pfarrer in Osjek. Die 1868 gegründete Bibliothek arbeitete 73 Jahre, bis zum Anfang des Zweiten Weltkrieges und der Gründung des faschistischen «Unabhängigen Staates Kroatien» mit Unterstützung Hitlers und Mussolinis im Jahre 1941. Sie hat ihre Arbeit nie wieder aufgenommen.

SOK AKTUELL

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Mengendamm 16c

D-30177 Hannover

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