SOK AKTUELL – 18. November 2008 – Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa

SOK AKTUELL

Informationsdienst der Kommission Kirche und Gesellschaft der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa

18. November 2008

Patriarch Pavle bleibt im Amt. Konzilssitzungen in Belgrad beendet

Weißrussland baut Kirche in Kosovo-Metohija wieder auf

Kosovo: Feier in Mitrovica

Neue Kirche in Serbien

Patriarch Pavle bleibt im Amt. Konzilssitzungen in Belgrad beendet

(BELGRAD) In der serbischen Hauptstadt endete am vergangenen Samstag die Herbsttagung des Hl. Konzils, des höchsten Gremiums der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK).

Noch während der Tagung wurde eine Delegation der Bischöfe zu dem im Krankenhaus liegenden Patriarch Pavle I. geschickt, um ihn zu bitten, im Amt zu bleiben. Unter den delegierten Bischöfen war auch Bischof Konstantin von Mitteleuropa. Der Patriarch, so wurde am vergangenen Donnerstag mitgeteilt, akzeptierte die Bitte des Hl. Konzils, auch weiterhin im Amt zu bleiben und segnete die weitere Arbeit des Konzils (s. SOK AKTUELL vom 12. November). Zuvor hatte der Patriarch einen Antrag gestellt, sich aus dem Aktiven dienst zurückzuziehen.

An den Sitzungen des Konzils der SOK nahmen alle Bischöfe dieser Kirche aus der Heimat und der Diaspora sowie Erzbischof Jovan von der autonomen Erzdiözese Ohrid zusammen mit den Bischöfen dieser Kirche teil. Geleitet wurde das Gremium von Metropolit Amfilohije von Montenegro, der den erkrankten Patriarchen Pavle I. vertritt.

In einer Abschlussmitteilung des Konzils heißt es auch, dass sich das Konzil mit den Fragen der Religionspädagogik in Schulen und Pfarreien, sowohl in Bezug auf das Heimatland als auch auf die Diaspora, beschäftigt habe.

Auch die Situation im Kosovo-Metohija wurde thematisiert. Es wurde betont, dass hinsichtlich des Wiederaufbaus der Heiligen Stätten in der Provinz „alle Missverständnisse“ gelöst worden seien.

Das Konzil der SOK bittet die Staatsmacht der Republik Makedonien, mit der Verfolgung von Erzbischof Jovan von Ohrid aufzuhören und alle rechtswidrigen Maßnahmen gegen die autonome Erzdiözese Ohrid aufzuheben. Auch das Leben der SOK in Montenegro, Kroatien sowie Bosnien-Herzegowina wurde thematisiert. An die Staatsmacht dieser Länder appelierten die Konzilsväter, die „elementaren religiösen Rechte und die Besitzrechte“ der SOK nicht zu gefährden.

Die Beziehungen zu anderen orthodoxen Kirchen wurden auch zum Thema der Herbsttagung des Hl. Konzils der SOK. In diesem Zusammenhang wurden ein Bericht und die Botschaft der Oberhäupter der orthodoxen Kirchen von der kürzlich stattgefundenen Versammlung in Konstantinopel (10.-12. Oktober) zu Kenntnis genommen.

Weißrussland baut Kirche in Kosovo-Metohija auf

(KLOSTER GRACANICA) Weißrussland wird im Rahmen eines Projektes mit dem Titel «Weißrussland an Schwester Serbien» eine serbische orthodoxe Kirche im Kosovo-Metohija wiederaufbauen. Es handelt sich um die Kirche der Hl. Paraskeve im Rückkehrerdorf Drsnik. Die Wiederaufbauarbeiten umfassen Statik, Dachdeckerarbeiten, Konservierung der Fresken, Fertigstellung der Ikonostase (Bilderwand) und des Mobiliars, Bau eines Kirchturms sowie Instandsetzung des Hofes.

Die Rückkehr der Serben nach Drsnik hatte vor drei Jahren begonnen, als rund fünfzig Häuser für die Rückkehrer gebaut worden waren. Wegen der schlechten Lebensbedingungen wohnen in dem Dorf derzeit aber nur 40 Menschen. Das Interesse, nach Drsnik zurückzukehren sei dennoch groß, sagt der serbische orthodoxe Priester Slobodan Trajkovic. Der Wiederaufbau der Kirche wäre für die Serben ein zusätzliches Motiv, in die Ortschaft zurückzukehren.

In Weissrussland hatte bereits am 19. Oktober eine wohltätige Aktion zugunsten der Kirche im Kosovo-Metohija im Rahmen der religionspädagogischen Messe in Minsk stattgefunden. Auch mehrere Fernsehsender waren bei der Präsentation des Projektes zugegen.

Das Dorf Drsnik befindet sich 3 km östlich von Klina und ist sehr alt: Noch in einer zwischen 1199 und 1206 entstandenen Urkunde des serbischen Herrschers Stefan, der später zum ersten serbischen König („Stefan der Erstgekrönte“) wurde, wird der Ort als ein Teil der Besitztümer des serbischen Klosters Hilandar auf dem Hl. Berg Athos bestätigt. Die Schenkung geht an Großzupan Stefan Nemanja zurück. Die Kirche der Hl. Paraskeve in Drsnik war früher möglicherweise dem Hl. Nikolaus gewidmet. Es ist ein kleiner, einschiffiger Kirchenbau mit halbrunder Apsis im Osten. Die Fresken stammen aus der Zeit der Renovierung der Kirche in den Siebzigerjahren des 16. Jh. Der Stil ist charakteristisch für die Zeit der Erneuerung des Patriarchats von Pec Ende des 16. und Anfang des 17. Jh. Zum Kulturdenkmal wurde die Kirche in Drsnik im Jahr 1958 ausgerufen. 1990 wurde sie zum Denkmal von besonderer Bedeutung proklamiert.

Bis zum NATO-Angriff im Jahr 1999 wohnten im Dorf rund 1.000 Menschen, vowiegend Serben. Nach dem NATO-Bombardement verließen die Serben ihre Häuser. Die Kirche wurde demoliert und gebrandschatzt. Die Diözese von Raszien-Prizren gibt an, dass der Kirchturm in Anwesenheit der italienischen KFOR-Soldaten von albanischen Terroristen gesprengt worden sei.

Durch den Brand sind die Ikonostase, die tragenden Holzteile und das Mobiliar zerstört worden, während die Fresken stark beschädigt wurden. Die Kirchenglocke wurde gestohlen, der Zaun demoliert und abgetragen und der Friedhof verwahrlost.

Kosovo: Feier in Mitrovica

(KLOSTER VISOKI DECANI) Die inzwischen wegen ihrer Teilung bekannt gewordene Stadt Kosovska Mitrovica hat am vergangenen Montag ihr Patronsfest, den Hl. Demetrios, gefeiert. In der Hl.-Demetrios-Kirche zelebrierte der Abt des nordserbischen Klosters Fenek die Hl. Liturgie unter Konzelebration der örtlichen Priesterschaft und der Mönche der Diözese Raszien-Prizren. Nach der Hl. Liturgie fand auch eine Prozession auf den Straßen der Stadt statt.

Der Name «Mitrovica» ist vom Namen des Hl. Demetrios abgeleitet.

Neue Kirche in Serbien

(VALJEVO) Das Dorf Pluzac nahe Osecina in der Serbischen Orthodoxen Diözese Valjevo (Westserbien) hat nun eine Kirche bekommen. Am Sonntag vergangener Woche wurde in diesem Ort eine neue dem Hl. Kaiser Konstantin und seiner Mutter Helena gewidmete Kirche durch den zuständigen Diözesanbischof Milutin von Valjevo sowie Bischof Artemije von Raszien-Prizren und Kosovo-Metohija geweiht. Der Weihe wohnten rund Tausend Gläubige bei. In einer Mitteilung der Diözese wird betont, dass die Kirche innerhalb von gut einem Jahr gebaut worden sei.

Erst kürzlich wurde in der Diözese Valjevo eine andere neue Kirche geweiht: Die Kirche der Versammlung des Hl. Erzengels Gabriels in Cvetanovci bei Ljig (s. SOK AKTUELL vom 24. Oktober).

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Mengendamm 16c

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