BERLIN/JUBA

Newsletter vom 20.10.2008 – Staatsaufbau

BERLIN/JUBA (Eigener Bericht) – Unter den Augen deutscher
Militärbeobachter rüstet das südsudanesische Sezessionsregime seine
Milizen mit schweren Waffen auf. Dies bestätigen neue Berichte über
die Lieferung von Kriegsgerät in den Südsudan, nachdem bereits zuvor
Juba als Zielort der Panzer auf einem vor Somalia gekaperten
Frachtschiff bekannt geworden war. Die Aufrüstungsschritte werden von
den Militärbeobachtern, die die UNO im Südsudan unterhält,
hingenommen, obwohl sie das Waffenstillstandsabkommen brechen. Zu dem
Beobachterstab gehören zahlreiche deutsche Soldaten. Hintergrund ist
das für 2011 geplante Sezessionsreferendum, bei dem mit einer
Abspaltung des ressourcenreichen Südsudan gerechnet wird. Berlin
stützt den Aufbau staatlicher Strukturen in Juba schon jetzt mit
sogenannten Entwicklungsorganisationen, Polizeiberatern und Juristen.
Die Abspaltung des Südsudan, zu deren militärischen Voraussetzungen
die aktuellen Waffenkäufe gehören, wird seit Jahren von Berlin
begünstigt. Gemeinsam mit den USA will die Bundesregierung den
Einfluss des Islam am Horn von Afrika zurückdrängen und zu diesem
Zweck die Macht islamistischer Spektren in Somalia und in der
sudanesischen Regierung brechen.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57368