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Vor der Parlamentsabstimmung

Newsletter vom 02.10.2008 – Krieg der Worte

BERLIN/KABUL (Eigener Bericht) – Vor der Parlamentsabstimmung über
eine Ausweitung der deutschen Militärpräsenz in Afghanistan versucht
Berlin die Kritiker der deutschen Kriegs- und Besatzungspolitik
mundtot zu machen. Diese werden gezielt als Helfershelfer der Taliban
diffamiert; daran beteiligt sind neben dem Verteidigungsministerium
auch „Terrorismusexperten“ der Bundeswehr und Mitarbeiter deutscher
Geheimdienste. Die Äußerungen tragen Warnungen einflussreicher
transatlantischer Kreise Rechnung, denen zufolge die afghanischen
Aufständischen den Krieg militärisch nicht gewinnen können, wohl aber
aufgrund „schwindender öffentlicher Unterstützung“ für die
Besatzungspraktiken „in den westlichen Hauptstädten“. Im Hintergrund
steht die Furcht vor einer Niederlage „an der Heimatfront“ wie im
Vietnam-Krieg. Die Diffamierung von Kriegsgegnern wird durch
PR-Maßnahmen der Bundeswehr flankiert. Zugleich mahnt Berlin in
Übereinstimmung mit transatlantischen Thinktanks eine
Schwerpunktverlagerung der westlichen Politik in Afghanistan an: Die
Aufstandsbekämpfung soll um eine Ausweitung der psychologischen
Kriegführung gegen die afghanische Bevölkerung ergänzt werden – unter
Federführung der Bundeswehreinheiten für „Operative Information“.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57351