SOK AKTUELL – 1. Oktober 2008

SOK AKTUELL

Informationsdienst der Kommission Kirche und Gesellschaft der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa

1. Oktober 2008

Metropolit Amfilohije beim russischen Patriarchen

Angriff auf serbischen orthodoxen Friedhof im Kosovo

Kosovo: Bischof Artemije segnet Suppenküche

Antiserbische Lieder in Kroatien

Metropolit Amfilohije empfängt europäische Gäste

Metropolit Amfilohije beim russischen Patriarchen

(MOSKAU) Der serbische orthodoxe Metropolit Amfilohije von Montenegro, der zurzeit auch als Stellvertreter des Serbischen Patriarchen Pavle I. fungiert, hat am vergangenen Donnerstag Patriarch Alexei II. von Moskau und Ganz Russland besucht. Der Begegnung wohnten auch Bischof Irinej von Backa (Novi Sad, Nordserbien) und Vikarbischof Antonije von Moravica, der Leiter der Vertretung der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK) beim Moskauer Patriarchat, bei. Auf der russischen Seite nahm auch Erzpriester Nikolaj Balasov, Sekretär des Außenamtes im Moskauer Patriarchat mit Zuständigkeitsbereich zwischenorthodoxe Beziehungen an dem Treffen teil.

Die Vertreter der SOK haben dem russischen Patriarchen eine im serbischen Kloster Hilandar auf dem Hl. Berg Athos gemalte Gottesmutter-Ikone und die serbische Übersetzung des Buches „Die Grundlagen der sozialen Konzeption der Russischen Orthodoxen Kirche“ von Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad überreicht. Patriarch Alexei II. interessierte sich im Gespräch insbesondere für die Gesundheit des Serbischen Patriarchen Pavle I. Der russische Patriarch sagte, seine Kirche bete unablässig für die Gesundheit des Oberhauptes der SOK. Dieser befindet sich seit Ende 2007 zu kurativen Zwecken im einem Krankenhaus in Belgrad.

Angriff auf serbischen orthodoxen Friedhof im Kosovo

(KLOSTER GRACANICA / KOSOVO-METOHIJA) Unbekannte haben den orthodoxen Freidhof zwischen den Dörfern Tomance und Petrovce in der Gemeinde Kosovska Kamenica geschändet. Dabei wurden Grabmale und Kreuze zur Zielscheibe der Schänder. Auch der Zaun und das Tor wurden beschädigt und ein Fenster an einem Friedhofshäuschen wurde zerbrochen. Laut Gemeinderatsherr Ivan Petrovic sei dieser Angriff auf den serbischen orthodoxen Friedhof von Tomance nicht der erste seiner Art. Von insgesamt rund hundert Gräbern seien bisher rund 10 Grabmale gestürtz, fügte Petrovic hinzu.

Im Jahre 1999 wohten im serbischen Dorf Tomance im Kosovo 190 Serben. Da keine Familien aus dem Dorf das Kosovo verlassen hatte, wohnen in Tomance heute rund 200 Menschen.

Kosovo: Bischof Artemije segnet Suppenküche

(KLOSTER GRACANICA / KOSOVO-METOHIJA) Im Kosovo-Metohija wurde nun auch eine dritte Suppenküche in der Trägerschaft der humanitären Organisation „Majka devet Jugovica“ („Mutter der neun Jugovic-Brüder“) gegründet und von Bischof Artemije von Raszien-Prizren am vergangenen Wochenende geweiht. Die Suppenküche befindet sich im Dorf Vrbovac in der Gemeinde Vitina.

Die neue Suppenküche wird 150 Menschen aus fünf Dörfern der Gegend von Vitina mit Essen versorgen. In seiner Ansprache sagte Bischof Artemije, die Mitglieder der humanitären Organisation „Majka devet Jugovica“ erfüllen das Gebot Gottes „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Viele Serben haben nur dank der Arbeit dieser Organisation im Kosovo-Metohija bleiben und überleben können, so der Bischof. Ohne diese Fürsorge hätten viele von ihnen das Kosovo verlassen oder wären sogar gestorben, fügte er hinzu. Das Oberhaupt der orthodoxen Christen im Kosovo-Metohija dankte all denjenigen, die die Arbeit der Suppenküchen unterstützt haben.

Unterstützung für die Organisation „Majka devet Jugovica“ haben unter anderem auch die Serben aus der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa geschickt: Hier tat sich die Kirchengemeinde des Hl. Sava in Wien hervor. Die Suppenküchen im Kosovo wurden insbesondere durch die in Serbien tätigen Mobilfunkgesellschaften „Telekom Srbija“, „Vip“ und „Telenor“ unterstützt, indem sie eine sms-Aktion zugunsten des wohltätigen Projektes durchgeführt haben. Darüber hinaus haben auch mehrere serbische Medienhäuser, wie die Fernsehsender „RTS“ und „Pink“ sowie die Belgrader Tageszeitung „Vecernje Novosti“ („Abendblatt“) das Vorhaben unterstützt. Auch das Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik Serbiens förderte das humanitäre Projekt.

Die Organisation „Majka devet Jugovica“ wurde von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Raszien-Prizren gegründet. Die erste Suppenküche wurde im Jahr 2001 im Dorf Prekovce bei Novo Brdo ins Leben gerufen. Nach fünf Jahren musste diese Suppenküche 400 Menschen ernähren, was zunehmend schwierig wurde, weil die Diözese die Arbeit der Suppenküche in diesem Umfang nicht finanzieren konnte. In den Jahren 2006 und 2007 wurden zwei Dokumentarfilme über die Arbeit der Suppenküche von Prekovce und über die schweren Lebensbedingungen der Serben im Kosovo-Metohija allgemein gedreht. Diese Filme haben die Serben aus Serbien selbst sowie aus der Republik Srpska, dem serbischen Teil Bosnien-Herzegowinas, dazu motiviert, ihre Unterstützung für die Arbeit der Organisation „Majka devet Jugovica“ zu intensivieren, so dass Anfang 2008 eine zweite Suppenküche im Dorf Recane bei Kosovska Kamenica gegründet werden konnte. Mit der Unterstützung der bereits erwähnten Mobilfunkgesellschaften und Medienhüser konnte nun auch die dritte Suppenküche im Dorf Vrbovac bei Vitina gegründet werden.

Antiserbische Lieder in Kroatien

(SIBENIK / KROATIEN) Die Angriffe auf Serben und die SOK in Kroatien nehmen offenbar kein Ende. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag hat eine größere Gruppe von unbekannten Radalierern in Sibenik beleidigende Lieder in Bezug auf Serben und die SOK gesungen. Die Randalierer zogen dabei mit ihren chauvinistischen Gesängen in dem Viertel um, in dem sich die Gebäude der Serbischen Orthodoxen Diözese von Dalmatien und der Kirchengemeinde Sibenik befinden.

Die Diözese ruft die zuständigen Staatsbehörden Kroatiens dazu auf, solche Angriffe, die im ganzen Land stattfinden, zu unterbinden. Sie seien, wenn nichts anderes, ein großes Hindernis für den Eintritt Kroatiens in die EU, heißt es in einer Mitteilung der Serbischen Orthodoxen Diözese von Dalmatien.

Metropolit Amfilohije empfängt europäische Gäste

Metropolit Amfilohije von Montenegro, der Stellvertreter von Patriarch Pavle I., hat am vergangenen Sonntag Vertreter der Europäischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden empfangen, die in Belgrad vom 26. bis zum 28. Oktober in Belgrad tagten. Das teilte der Informationsdienst des Patriarchates mit, ohne auf Einzelheiten der Begegnung einzugehen.

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Die Zuspitzung der westlichen Finanzkrise

Newsletter vom 01.10.2008 – Zeitenwende

BERLIN/WASHINGTON (Eigener Bericht) – Die Zuspitzung der westlichen
Finanzkrise steigert die Spannungen zwischen Deutschland und den USA.
Nach der Zusage einer zweistelligen Milliardenbürgschaft für die Hypo
Real Estate, die ernste Belastungen für den deutschen Staatshaushalt
mit sich bringt, fürchtet Berlin – auch wegen erheblicher deutscher
Bankengeschäfte in den Vereinigten Staaten – neue Zusammenbrüche. Die
deutsche Kanzlerin will dies verhindern und erklärt ultimativ: „Die
Bundesregierung erwartet“, dass das US-Repräsentantenhaus die geplante
700-Milliarden-Dollar-Hilfe „noch diese Woche verabschiedet“. Berlin
und die EU sollten ihre Banken selbst vor dem Bankrott bewahren,
beschweren sich US-Banker in New York. Dort führt die provozierende
Prognose des deutschen Finanzministers Steinbrück, die Vereinigten
Staaten würden durch die Bankenkrise „ihren Status als Supermacht des
Weltfinanzsystems verlieren“, zu erregten Diskussionen. Während
Regierungsberater in Berlin Steinbrück zustimmen und das „Ende des
amerikanischen Modells“ vorhersagen, suchen Washingtoner Thinktanks
nach Chancen, die US-Hegemonie zu bewahren. Die Einflusskämpfe setzen
jedoch voraus, dass ein Komplettzusammenbruch verhindert werden kann –
eine Annahme, die angesichts der jüngsten Entwicklung auch in Europa
nicht mehr zu garantieren ist.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57350

BELGRADE — PM Vojislav Koštunica says the Hague verdict in the Haradinaj case is a „dark decision“

BELGRADE — PM Vojislav Koštunica says the Hague verdict in the Haradinaj case is a „dark decision“.

Kosovo Albanians dance to celebrate the Haradinaj ruling (Beta)
Kosovo Albanians dance to celebrate the Haradinaj ruling (Beta)

The Hague Tribunal’s acquittal of former KLA leader Ramush Haradinaj fully testifies that this court „does not exist to mete justice“, the prime minister said.

„It is clear that in question is a court which has been set up to officially declare innocent those who committed crimes, like Haradinaj,“ Koštunica told Tanjug.

„Apart from Haradinaj’s crimes against the Serbs in Kosovo, this represents a new major crime and Serbia is stating this publicly and unequivocally.“

„This decision of the Hague Tribunal represents a mockery of justice and a mockery of the innocent victims who suffered at the hands of Haradinaj,“ Koštunica said in a strongly worded statement this afternoon in Belgrade.

Earlier today, President Boris Tadić said that should the UN court in The Hague, ICTY, decide to set Haradinaj and two other defendants, accused of the most serious crimes, free, it would constitute for a „great injustice and degrading of the credibility of the court“.

„Such a verdict would not see justice done and it would not encourage Serbs and other non-Albanians to expect a safe and peaceful life in Kosovo“, Tadić was quoted.

He also said that „Haradinaj’s place is in prison, not at large“.

Tadić reminded that former Chief Hague Prosecutor Carla Del Ponte told him that prosecution witnesses in the case were intimidated and even murdered, in order to keep silent about Haradinaj’s crimes committed in the province in 1998.

„Today’s verdict of the International Criminal Tribunal for the Former Yugoslavia in The Hague shows that it is high time that this tribunal closes down,“ Serbian War Crimes Prosecutor Vladimir Vukčević said in reaction to the news this afternoon.

Vukčević told Tanjug that the „low quality of the trials before the Tribunal is clear, and not only with regards the Haradinaj trial“, adding that „the exit strategy is, unfortunately, apparent in the courts themselves“.

„The Tribunal has clearly played its historic role, in the period when the political elites in the region and in this country either refused or were unable to deal with war crimes,“ Vukčević stated.

He said that the judiciaries of this region have credibility and are fully prepared, as they have proved, to process war crimes cases locally.

Vukčević said he expected the Hague Tribunal prosecution to appeal Haradinaj’s acquittal.

„What is important is that nine witness linked to the Haradinaj case have been killed in the 2003 – 2007 period. One survived an assassination attempt,“ Vukčević set out.

He underscored that the Tribunal’s witness protection program for Kosovo has „completely failed“.

Other top government officials also condemned the Hague ruling today.

Minister for Kosovo Slobodan Samardžić told a news conference in Belgrade that „this catastrophic ICTY verdict will have political, moral and legal consequences for justice and possibly also for peace and stability in Kosovo.“

„Haradinaj’s acquittal shows that there is no international justice for crimes committed in the former Yugoslavia,“ he said, noting that Haradinaj’s indictment had been „well drafted with strong evidence and numerous witnesses“.

„The verdict has allowed a war criminal to continue engaging in politics in Kosovo and will affect the state endeavors for preserving Kosovo as part of Serbia“, Samardžić said, adding that the ruling „has poured oil onto fire in the Kosovo issue“.

Deputy Prime Minister Božidar Đelić sad that Haradinaj’s acquittal was a „black day for international justice“, and recalled the evidence presented by former Hague Chief Prosecutor Carla del Ponte.

„The acquittal is scandalous and follows tremendous pressures and murder of witnesses. It has dealt a serious blow to the entire system of international justice and to the future and reconciliation among nations in the Balkans, and the responsibility lies with ICTY,“ Đelić said.

The Kosovo Serb political representatives agreed Thursday that the Haradinaj judgment was „scandalous“.

Haradinaj, and two other Kosovo Albanians, were indicted for crimes against humanity and violation of war law and customs in Kosovo in 1998.

Democratic Party, DS, Commissioner for Kosovska Mitrovica and its candidate for MP Dragiša Đoković told Tanjug that the verdict was another proof that the Tribunal was a „political court with no connection with law or justice“.

„This and other similar decisions are making Serbia’s position more difficult as they are encouraging extremism and deepening problems in the Balkans, since there can be no reconciliation among nations if major criminals are rewarded rather than punished,“ he said.

President of the Community of Kosovo Serb Municipalities Marko Jakšić said the ruling was a „legal scandal, bearing in mind all crimes committed against Kosovo Serbs“.

„The verdict sends to Kosovo Serbs a message from the international community that there is no justice,“ he said.

„Criminals are rewarded with a state to which they are returning as heroes, while on the other hand the truth about missing and abducted Kosovo Serbs remains hidden, as does the trade of their organs, about which former Chief Prosecutor Carla Del Ponte wrote in her book,“ Jakšić said.

G17 Plus candidate in the upcoming parliamentary elections Oliver Ivanović told Tanjug that the decision to acquit Haradinaj was „shocking“.

„About 30 Serbian army and police officers are currently being held at ICTY on grounds of command responsibility, while ICTY acquitted self-styled general Haradinaj who has written two books admitting his involvement in the Metohija zone and indirectly his accountability for crimes committed against Serbs in the area,“ Ivanović said.