SOK AKTUELL

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Informationsdienst der Kommission Kirche und Gesellschaft der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa

10. Juli 2008

Iranische Delegation im Serbischen Patriarchat

Interreligiöser Rat fordert Rückgabe des Priesterseminars in Sarajevo

Kosovo: Diebstahl bei der UNESCO-geschützten Kathedrale

Neue Kirche in Bosnien

Religionsuntrerricht in Gymnasien einführen. Bischof Vasilije von Zvornik-Tuzla bei Premierminister Dodik

Dalmatien: Klosterleben wieder belebt

Iranische Delegation im Serbischen Patriarchat

(BELGRAD) Eine hochrangige Delegation aus dem Iran besuchte am Montag vergangener Woche das Serbische Patriarchat: Metropolit Amfilohije empfing die hohen Gäste aus der Islamischen Republik als Stellvertreter von Patriarch Pavle I. Angeführt wurde die Delegation durch den Stellvertretenden Dekan der Islamischen Universität in Qom, Seyed Abolhassan Navab.

Metropolit Amfilohije sagte in seiner Begrüßungsrede, er freue sich, die Gäste im Zentrum der SOK zu empfangen, die der Hl. Sava gegründet habe. Über den Hl. Sava könne man lesen, dass er während seiner Pilgerreise ins Heilige Land auch den Kalifen in Damaskus besucht habe. Dabei habe ihn der Kalif seines Glaubens wegen einen Menschen Gottes genannt, betonte Metropolit Amfilohije. Die Begegnung von Christentum und Islam dauere seit Jahrhunderten, sagte er. Es sei ein Geschenk Gottes, dass wir alle dem Glauben an an Einen Gott angehören und an das Jüngste Gericht glauben, so der Metropolit. Im Namen dieses Einen Gottes hieß der Metropolit die Gäste willkommen und wünschte Ihnen angenehmen Aufenthalt in Serbien.

Der Leiter der iranischen Delegation betonte, dass er gerne nach Serbien gekommen sei. Er erinnerte daran, dass seine Delegation aus der Stadt Qom komme, einem Zentrum der Schiiten, in welchem eine Universität gegründet worden sei, an welcher sich die Forscher mit allen Weltreligionen befassten. Vordergündig werden abrahamitischen Religionen erforscht. Die Universität habe 20 Titel zum Christentum veröffentlicht. Es sei eine Aufgabe dieser Universität, durch ihre Forschungsarbeit den interreligiösen Dialog zu fördern, der zum Weltfrieden beitragen und die Moral und Gerechtigkeit in der modernen Gesellschaft betonen würde.

Der Dialog sei in der Natur eines jeden Menschen, erwiderte Metropolit Amfilohije. Unser Dialog mit Gott sei unser Glaube und ohne den Glauben gebe es keinen wahren Dialog. Dieser Glaube solle auch wirksam sein, sagte der Metropolit unter Berufung auf den Hl. Paulus. Das Zusammenleben der Völker in der Region Südosteuropa habe sowohl gute als auch schlechte Momente erlebt. Man betone in diesem Zusammenhang das Verhältnis der Albaner zu den Serben sowie den jugoslawischen Bürgerkrieg. Schließlich betonte Metropolit Amfilohije, dass die Geschichte der Menschheit eine gemeinsame sei, was gerade ein Geheimnis Gottes sei; was uns in dieser Welt unklar sei, werde am Tag des Jüngsten Gerichts klarer werden. Gott habe sich das letzte Wort und die Gerechtigkeit vorbehalten, so Metropolit Amfilohije von Montenegro im Gespräch mit iranischen Gästen.

Interreligiöser Rat fordert Rückgabe des Priesterseminars in Sarajevo

(SARAJEVO) Die Versammlung des Interreligiösen Rates von Bosnien-Herzegowina, die aus Delegaten der SOK, der Römisch-katholischen Kirche, der Islamischen sowie der Jüdischen Gemeinschaft besteht, hat Ende Juni vom Staat verlangt, dass das Priesterseminargebäude von Sarajevo der SOK zurückgegeben werde. Das würde die Gleichberechtigung der Kirchen und Glaubensgemeinschaften ermöglichen und den interreligiösen Dialog fördern, der im Prozess der Befriedung notwendig sei, heißt es in einer Mitteilung der SOK. «Der Interreligiöse Rat von B-H [Bosnien-Herzegowina, Anm.d.Red.] erhebt seine Stimme zugunsten der Rückgabe des Priesterseminargebäudes, insbesondere angesichts der Tatsache, dass den anderen Kirchen und Glaubensgemeinschaften ihre Gebäude zurückgegeben worden sind», heißt es wörtlich in der Mitteilung der Versammlung des Interreligiösen Rates. Das Organ äußerte seine Enttäuschung angesichts der «Passivität» des States im Prozess der Rückgabe des orthodoxen Priesterseminar-Gebäudes. Der Rat betonte, es sei notwendig, dass die Rückgabe des nationalisierten Eigentums in Form der naturellen Restitution erfolge. Die Versammlung des Interreligiösen Rates sprach auf der gleichen Sitzung auch über ein Protokoll über die Zusammenarbeit mit dem Ministerrat von Bosnien-Herzegowina. An der Sitzung nahmen Bischof Vasilije von Zvornik-Tuzla (SOK), Erzbischof von Sarajevo, Vinko Kardinal Puljic (Römisch-katholische Kirche), das Oberhaipt der Islamischen Gemeinschaft, Mustafa Ceric, sowie der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinschaft in Bosnien Herzegowina, Jakob Finci, teil.

Kosovo: Diebstahl bei der UNESCO-geschützten Kathedrale

(PRIZREN) Im geistlichen Zentrum von Kosovo-Metohija, der mittelalterlichen Stadt Prizren wurde aus dem Hof der orthodoxen Gottesmutter-Kathedrale (Bogorodica Ljeviska) Blei gestohlen, das zuvor als Bedachung der Kirche gedient hatte. Ein Unbekannter, der die Schlüssel der Anlage besaß, war mit einem Traktor in den Hof gefahren und hatte den Sicherheitsbeamten erklärt, dass er das Material auf einen anderen Ort transportieren müsse. Nach der Prüfung des Falles wurde der Täter identifiziert. Gegen ihn ist ein Strafverfahren eingeleitet worden. Der zuständige Vertreter des serbischen Amtes für Denkmalschutz, Architekt Zoran Garic, informierte, dass es sich bei der gestohlenen Bleibedachung lediglich um alte Bedachung der Kirche handelte, sowie dass die jetzige Bedachung unangetastet geblieben sei.

Die Kathedrale in Prizren war in den kosovo-albanischen Ausschreitungen vom März des Jahres 2004 stark beschädigt worden. Derzeit läuft in der Gottesmutter-Kathedrale die Restauration der Fresko-Malerei. Die Arbeiten werden in Kooperation des serbischen Denkmalschutzes und der UNESCO durchgeführt, da die Kirche eines der vier Objekte im Kosovo-Metohija ist, die auf der UNESCO-Welterbeliste stehen. Auf dieser Liste stehen außerdem die Klöster Decani und Gracanica sowie das Patrarchatskloster in Pec.

Neue Kirche in Bosnien

(BIJELJINA) In der ost- und nordbosnischen Diözese von Zvornik-Tuzla wurde mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen. Das Dorf Crno Blato nahe Tuzla soll bis zum 5. Oktober ein neues Gotteshaus bekommen: Für diesen Tag ist die Weihe angekündigt. Der Kirchenbau wird aus Spenden der Gläubigen finanziert. Neben den Bewohnern von Crno Blato und einiger anderer bosnischer Dörfer hat auch ein Gläubiger aus der kroatischen Hauptstadt Zagreb für den Bau gespendet. Die Verwaltung der muslimisch dominierten Stadt Tuzla half ebenfalls.

Die Diözese ruft dazu auf, den Kirchenbau auch weiterhin zu unterstützen. Die nationale Bankverbindung lautet:

Konto-Nr.: 555-053-00282203-47

Kreditinstitut: Nova Banka, Filiale Tuzla

Vermerk: «Za hram u Crnom Blatu»

Informationen erteilt der Pfarrer Milan Topic: milan.topic@bih.net.ba

Religionsuntrerricht in Gymnasien einführen. Bischof Vasilije von Zvornik-Tuzla bei Premierminister Dodik

(BANJA LUKA) Am vergangenen Samstag besuchte Bischof Vasilije von Zvornik-Tuzla (SOK) den Premierminister der Republik Srpska, des serbischen Teiles von Bosnien-Herzegowina, Milorad Dodik. Gesprochen wurde über den Status der religiösen Gemeinschaften im ganzen Land, sowie in den einzelnen Teilen der Reprublik Srpska und der muslimisch-kroatischen Föderation. Der Bischof informierte den Premierminister über die Schwierigkeiten, denen die SOK in der muslimisch-kroatischen Föderation Bosnien-Herzegowina begegnet und betonte das noch nicht gelöste Problem des enteigneten Priesterseminargebäudes von Sarajevo (s. Artikel oben). Bevor die Eigentumsfragen der SOK in der Föderation gelöst werden, werde es keinen Fortschritt in der Zusammenarbeit zwischen den Glaubensgemeinschaften und dadurch auch nicht zwischen den Völkern Bosnien-Herzegowinas geben, sagte Bischof Vasilije von Zvornik-Tuzla. In der Republik Srpska sei der Zustand «viel geordneter» und es gebe keine «drastischen Streitfragen», die die interreligiösen und interethnischen Beziehungen stören würden, so der Bischof. In der Republik Srpska genießen alle Glaubensgemeinschaften die gleiche Behandlung, was sicherlich der Verdienst ihrer Regierung sei, betonte der hohe Hierarch.

Während des Treffens von Bischof Vasilije und Premierminister Dodik wurde auch über den Status der Religionslehrer sowie über die Rentenversicherung der Priester gesprochen. Der Bischof zeigte sich mit der Bahandlung der Religionslehrer in den Schulen unzufrieden. Gleichzeitig forderte der Bischof die Einführung des Religionsunterrichts in die Gymnasien.

Bischof Vasilije von Zvornik-Tuzla informierte den Premier der Republik Srpska über die Arbeit des Interreligilösen Rates von Bosnien-Herzegowina, die Militärseelsorge sowie über den Bau einiger Objekte der Islamischen Gemeinschaft in der kroatisch-muslimischen Föderation auf dem Grund und Boden der SOK und der Serben.

Dalmatien: Klosterleben wieder belebt

(SIBENIK / KROATIEN) Das Kloster Lazarica im dalmatinischen Hinterland bekam am 28. Juni, dem St.-Veits-Tag, an welchem die SOK des Hl. Fürst Lazar gedenkt (vgl. SOK AKTUELL vom 3. Juli), einen Abt. Somit wurde dieses Kloster nach 70 Jahren wieder belebt. Die Kirche Lazarica wurde durch Bischof Irinej (Djordjevic) von Dalmatien im Jahre 1939 zum Kloster ausgerufen. In seiner Ansprache aus Anlass des Feiertages dankte Bischof Fotije von Dalmatien allen Stiftern und Spendern und äußerte seine Hoffnung, dass das Kloster zum geistigen Zentrum der orthodoxen Serben in der Region Knin werden würde.

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Mengendamm 16c

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