´Da ist alles gelogen´*Der Kriegseinsatz der Medien an der ´Heimatfront´-Sve je slagano…

´Da ist alles gelogen´*

Der Kriegseinsatz der Medien an der ´Heimatfront´


„Die Umstände haben mich gezwungen, jahrzehntelang fast nur vom Frieden zu reden. Nur unter der fortgesetzten Betonung des deutschen Friedenswillens und der Friedensabsichten war es möglich, dem deutschen Volk Stück für Stück die Freiheit zu erringen und ihm die Rüstung zu geben, die immer wieder für den nächsten Schritt als Voraussetzung notwendig war … Es war nunmehr notwendig, das deutsche Volk psychologisch allmählich umzustellen und ihm langsam klarzumachen, daß es Dinge gibt, die, wenn sie nicht mit friedlichen Mitteln durchgesetzt werden können, mit Mitteln der Gewalt durchgesetzt werden müssen. Dazu war es aber notwendig, nicht etwa nun die Gewalt als solche zu propagieren, sondern es war notwendig, dem deutschen Volk bestimmte außenpolitische Vorgänge so zu beleuchten, daß im Gehirn der breiten Masse des Volkes ganz allmählich die Überzeugung ausgelöst wurde: Wenn man das eben nicht im Guten abstellen kann, dann muß es mit Gewalt abgestellt werden.“

(Adolf Hitler vor der deutschen Presse, 10.11.1938)

Am Mittwoch, dem 24. März, begannen die NATO-Staaten ihren Angriffskrieg gegen Jugoslawien. An den Bombardements, denen eventuell ein Einsatz von Bodentruppen folgt, sind auch deutsche Truppen beteiligt. Dies ist der erste Kriegseinsatz der deutschen Armee seit 1945.

Neben den wirtschaftlichen und militärisch-technischen Voraussetzungen ist eine entsprechende öffentliche Moral, d. h. die Kriegsbereitschaft der Bevölkerung, zum Führen eines Krieges unabdingbar. Diese Bereitschaft herzustellen, ist Aufgabe der Massenmedien. Sie sind die Waffen der psychologischen Kriegsführung. Lügen und Halbwahrheiten dominieren die Berichterstattung, die mit der Realität unmittelbar überhaupt nicht in Verbindung steht, sondern allein der ideologischen Mobilmachung dient. Sind die Berichte ausnahmsweise wahr, dann nur, um die Glaubwürdigkeit der Medien insgesamt zu erhalten.

Die Aufgabe von Journalisten/-innen ist die Produktion von verkäuflichen Bildern und Texten, nicht die objektive Berichterstattung. Das Bedürfnis von Zuschauern/-innen bzw. Lesern/-innen nach Gewaltdarstellungen jeglicher Art wird durch Berichte über Massaker, Massenvergewaltigungen etc. befriedigt. Die verdrängten Schattenseiten der westlichen Gesellschaften werden nur am Feindbild wahrgenommen. Eine Funktion der von westlichen Journalisten/-innen erfundenen serbischen Konzentrationslagern (siehe unten) ist die Relativierung der NS-Verbrechen. Heute sind die historischen Verbrechen der deutschen Nation ihre Rechtfertigung für eine neue Expansionspolitik. Was „Menschenrechtsverletzungen“ sind, obliegt der Definitionsmacht des Stärkeren. Dadurch werden die universellen Menschenrechte zum bloßen Propagandainstrument des Westens degradiert. Durch das militärische Engagement der NATO wird die „humanitäre Katastrophe“ (G. Schröder, J. Fischer) erst geschaffen, und nicht verhindert.

Einseitigkeit prägte von Beginn der Krise in Jugoslawien die Berichterstattung. Wer angesichts der angeblichen „serbischen Greueltaten“ kritisch nachfragte und -recherchierte, sah sich enormen öffentlichem Druck ausgesetzt. Kritische Journalisten/-innen wurden als „proserbisch“ denunziert, ihre Beiträge nur selten gesendet bzw. gedruckt.

Das massenmediale Trommelfeuer führte dazu, daß das Feindbild Serbien von der gesamten deutschen Gesellschaft, einschließlich der pazifistischen Linken, übernommen wurde. Wie der deutsche Konsens über die Existenz der „Judenfrage“ notwendige Bedingung für deren nationalsozialistische „Endlösung“ war, ist der heutige Konsens über die serbische Hauptschuld am jugoslawischen Konflikt Bedingung für dessen militärische „Lösung“. Die Übernahme der Grundaussagen der NATO-Propaganda verhindert, daß sich eine breite Protestbewegung gegen diesen Krieg formiert. Wer den Krieg stoppen will, muß mit diesen Grundaussagen brechen und das Geschehen unvoreingenommen betrachten, d. h. Gerechtigkeit für Serbien zu fordern. Anhand von drei Beispielen veranschaulichen wir den verlogenen Charakter der antiserbischen Berichterstattung.

Lüge Nr. 1: Systematische Massenvergewaltigungen muslimischer Frauen

Im November 1992 erschien in der „Weltwoche“ ein Artikel Alexandra Stiglmayers mit dem Titel: „Demütigung als Waffe: In Bosnien-Herzegowina wird systematisch vergewaltigt …“ Diese Story wurde in der folgenden Zeit von allen größeren deutschen Zeitungen nachgedruckt. Um die Moral ihrer Kriegsgegner zu brechen, hielten die bosnischen Serben angeblich tausende muslimischer Frauen in speziellen Lagern gefangen, vergewaltigten diese dort und zwangen sie anschließend zum Gebären von „Tschetnik-Babys“. Der freie Journalist Martin Lettmayer, der sich zu dieser Zeit in Bosnien aufhielt, ging diesen Berichten nach. Erstes Ziel seiner Reise durch die Region war die Stadt Doboj. In der Turnhalle der örtlichen Schule war Stiglmayers Zeugin Besima angeblich mit 2000 anderen Frauen gefangengehalten und vergewaltigt wurden. In der „Zeit“ beschrieb Besima, die Turnhalle als dunkel, durch kleine Fenster dicht unter der Decke sei nur wenig Licht gedrungen. Lettmayer besuchte zusammen mit einem anderen Journalisten die Turnhalle: „Was uns sofort auffiel waren die mächtigen und großflächigen Fenster in den Hallenwänden.“ Anschließend prüfte er die Angaben der „taz“ (2.12.92). Diese berichtete unter Berufung auf Ragib Hadzic, dem Leiter des „Zentrums zur Erforschung der Kriegsverbrechen“, von einem Zwangsbordell im Hause des Serben Milan Kerkes im gleichen Ort. Kerkes‘ Haus liegt in einem muslimischen Viertel, und als die Journalisten es besichtigten und die Nachbarn/-innen befragten, erklärten diese unisono, das Haus sei nie ein solches Bordell gewesen. Wenig später hörte Lettmayer Gerüchte, die Petrovar-Klinik in Zagreb wäre mit vergewaltigten Frauen überbelegt, 18 Kinder würden täglich dort geboren. Als er in der Klinik eintraf, fand er viele Betten in der Entbindungsstation leer vor. Ein Arzt der Klinik berichtete von lediglich drei Frauen, die in den letzten sieben Monaten nach einer Vergewaltigung dort behandelt worden waren. Die „Süddeutsche Zeitung“ und das ZDF-Magazin „Mona Lisa“ berichteten von Aziza, die im Stadion von Manjaca vor den Augen von 1500 Menschen vergewaltigt worden sei. Lettmayer: „Ich war dort [in Manjaca] und habe vieles gesehen, nur kein Stadion.“ Resümee: „Vergewaltigungslager mit systematischem Empfängnis- und Gebärzwang als neue Kriegsstrategie der Serben gab es nicht.“
Die offensichtliche Widersprüchlichkeit der Berichte über die „Massenvergewaltigungen“ beeinträchtigten kaum ihre Glaubwürdigkeit. Spätere Richtigstellungen durch Journalisten/-innen wie Martin Lettmayer wurden nicht beachtet. Zu groß war und ist das voyeuristische Bedürfnis der deutschen Gesellschaft nach solchen Meldungen. Die mediale „Vergewaltigungskampagne“ trug schließlich wesentlich dazu bei, weite Teile der Grünen und der Frauenbewegung auf Kriegskurs zu bringen.

Lüge Nr. 2: Serbische Konzentrationslager

Am 17.8.92 erschien auf der Titelseite der „Time“** erstmalig das „Schlüsselbild des Krieges im früheren Jugoslawien“ (Mike Jeremy, Auslandsredakteur des britischen Senders ´ITN´).Es wurde in nahezu allen westlichen Zeitungen nachgedruckt und galt als Beweis für die Existenz serbischer Konzentrationslager zur planmäßigen Ausrottung der muslimischen Bevölkerungsgruppe in Bosnien. Erst im Dezember 1996, stellte sich heraus, daß das bekannteste Bild des Krieges eines Fälschung ist. Zu dieser Zeit arbeitete der Journalist Thomas Deichmann im Auftrag des Rechtsanwaltes von Dusko Tadic. Tadic war vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wegen Beteiligung an Morden und Vergewaltigungen im angeblichen KZ von Trnopolje angeklagt. Der Prozeß endete schließlich mit Freispruch. Der Hauptbelastungszeuge Dragan Opacic wurde der Falschaussage überführt – die Polizei von Sarajewo hatte ihn angestiftet. Deichmann begann, nachdem er darauf hingewiesen wurde, daß der Stacheldraht auf der den vermeintlichen Häftlingen zugewandten Seite des Zaunpfahls befestigt war, umfangreiche Recherchen zur Entstehung des Bildes. (Auf genau der anderen Seite, also außen, hätte er befestigt sein müssen wäre das Lager ein Gefangenenlager gewesen).

Um Gerüchten über die Existenz serbischer Kzs nachzugehen, reisten im Juli 1992 die Journalisten Ed Vulliamy („The Guardian“**), Penny Marshall („ITN“) und Ian Williams („Channel 4″*) durch Bosnien. Sie besuchten einige dieser Lager, und stellten fest, daß es sich bei ihnen um Flüchtlingslager handelte, in denen die im Zuge der Kampfhandlungen geflohene und vertriebene muslimische Zivilbevölkerung Schutz vor nationalistischen serbischen Banden gesucht hatte. Die Insassen der Lager waren zwar vom kriegsbedingten Hunger gezeichnet, Anzeichen für systematische Folter und Hinrichtungen fanden die Journalisten/-innen nicht. Letzte Station der Reise war das Lager Trnopolje nahe der Stadt Kozarac. Im dortigen Lager waren bis zu 7500 Menschen untergebracht. Das skandalöse Foto kam zustande, als das Reporterteam ein ans Flüchtlingslager angrenzendes Gelände betrat, auf welchem vormals Agrargüter verkauft wurden, und das zu diesem Zwecke mit einem Stacheldrahtzaun umgeben worden war. Vom Lagergelände näherten sich neugierige Flüchtlinge dem Zaun und wurden durch ihn hindurch interviewt, unter ihnen Fikret Alic, der auf dem „Schlüsselbild“ abgebildet ist. In seinem ersten Zeitungsbericht über die Reise („The Guardian“, 7.8.93) beschreibt Vulliamy das Lager auch korrekt als Flüchtlingslager. Er verliert kein Wort über den Zaun und gibt Gespräche mit Insassen wieder, die sagten, daß ihnen das Lager Schutz vor Übergriffen gewährte. Nachdem ihm jedoch die mögliche Wirkung der Fernsehbilder seiner Kollegen/-innen bewußt wurde, beschrieb er in seinem 1994 erschienenen Buch „Seasons in Hell“ Trnopolje als „… ein überfülltes Lagergelände, umgeben von einem Stacheldrahtzaun.“

Das „Schlüsselbild“ ist keine Fälschung, die durch nachträgliche Bildbearbeitung entstand. Der Einsatz solcher technischen Mittel war überflüssig in einer Atmosphäre, die geradezu nach solchen Bildern verlangte. Die Serben als Nazis der 90er Jahre – eine solche Darstellung bedient vorzüglich das deutsche Bedürfnis nach Relativierung der eigenen Geschichte. So erklärt sich auch die Ignoranz den historischen Fakten gegenüber, nachdem die Fälschung als solche erkannt wurde. Erica Fischer hierzu im „Freitag“ (7/97): „Immerhin hat das Foto die Welt wachgerüttelt und zur Schließung einiger Lager der sogenannten Serbischen Republik geführt. Dadurch wurden unzählige Menschenleben gerettet*** … Hat Penny Marshall behauptet, sie hätte außerhalb gestanden? Ich weiß es nicht, und es ist mir im Grunde genommen auch egal.“

Lüge Nr. 3: Das „Massaker von Racak“

Am 15. Januar diesen Jahres die erschreckende Meldung: Einheiten der jugoslawischen Armee hätten im Dorf Racak im Kosovo 44 Zivilisten ermordet. Der Chef der OSZE-Beobachtermission, William Walker, sprach wenige Stunden nach dem Fund der Leichen von einer „Hinrichtung von Zivilisten“ durch die serbische Polizei. Bald darauf war die westliche Presselandschaft voll mit großaufgemachten Meldungen über „Massaker“ und „Massenmord“.War das „Massaker“ überhaupt eins? OSZE-Beobachter waren von den Serben schon im Vorfeld über den Einsatz in Racak informiert worden. Sie hatten sich am 15. Januar den ganzen Tag über auf einem Hügel befunden, von dem aus sie das Dorf beobachten konnten. Als der Einsatz beendet war, fanden die OSZE-Beobachter nur einen Toten und fünf Verletzte. „Nichts deutete daraufhin, daß es noch weitere Tote gegeben haben könnte. Auch die Dorfbewohner informierten uns nicht darüber. Erst als wir am Vormittag des nächsten Tages abermals nach Racak kamen, haben wir weitere 44 Leichen entdeckt.“, so William Walker. Bei „nur“ zwölf der zum großen Teil männlichen Opfern konnte nach ersten Untersuchungen davon ausgegangen werden, daß sie an Ort und Stelle erschossen worden waren. Blutspuren und Reste von Gehirnmasse ließen darauf schließen, daß die Toten erst nachträglich nach Racak gebracht worden waren. Außerdem wunderte sich „Le Monde“****, warum in dem Hohlweg, in dem angeblich 23 Menschen ermordet worden sein sollten, so wenig Blut zu finden war. Gleich darauf fragte die „Welt“: „Waren die Toten von Racak im Kosovo Opfer eines Massakers der Serben- oder sind die Leichen Teil eines makabren Schaustücks der Untergrundarmee UCK geworden, um den Westen zum Eingreifen zu bewegen?“. Alle anderen großen Zeitungen wie die „Süddeutsche Zeitung“ oder die „Frankfurter Allgemeine“ verloren keinen Satz über die aufgekommenen Zweifel.

Bis heute ist der Obduktionsbefund des finnischen Ärzteteams nicht veröffentlicht. Und bis heute wird, entgegen der offensichtlichen Widersprüche und des Befundes weißrussischer und serbischer Gerichtsmediziner, immer noch behauptet, es hätte in Racak ein Massaker – und kein Medienspektakel – gegeben.


* Titel eines Artikels des freien Journalisten Martin Lettmayer, erschienen in Konkret 4/94. Darin beschreibt dieser seine Nachrecherche von kurz zuvor erschienenen Berichten über angebliche serbische Vergewaltigungslager.
** „Time“ und „The Guardian“ sind britische Zeitungen, „ITN“ und „Channel 4“ TV-Sender.
*** Durch die Schließung der Lager wurden deren muslimische Insassen wieder dem Terror der Banden preisgegeben, vor denen sie sich in die Lager geflüchtet hatten
**** „Le Monde“ ist eine französische Zeitung.

JAPS, 24. April 199

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