Nationalismus im Berliner Establishment

Newsletter vom 09.11.2009 – Wie in der Zeit nach Bismarck

WASHINGTON/BERLIN (Eigener Bericht) – Nach dem Scheitern der
deutsch-russischen Pläne zum Verkauf von Opel beginnt der Machtkampf
um die Neustrukturierung der europäischen Automobilindustrie erneut.
Die von Berlin erhoffte Schwächung der US-Autohersteller in Europa
bleibt aus; die angestrebte deutsch-russische Kooperation im
Kraftfahrzeugbau verliert ihre Grundlage. Stattdessen muss die
Bundesregierung sich darum bemühen, einen Abbau von
Produktionskapazitäten in Deutschland zu verhindern: Hatten die Pläne
des österreichischen Magna-Konzerns vorgesehen, künftige Kürzungen zu
Lasten von Großbritannien und Spanien vorzunehmen, stellt General
Motors (GM) jetzt die Stilllegung einiger Betriebe in der
Bundesrepublik in Aussicht. Während London und Madrid eine bessere
Behandlung ihrer GM-Standorte erhoffen, hält in Berlin die wütende
Kritik an: Auch im Fall Opel bleibt unter der neuen US-Regierung die
gewünschte Begünstigung Deutschlands aus. Zugleich setzt Washington
mit dem Fernbleiben von US-Präsident Obama bei den heutigen
Mauerfall-Feiern eine Serie diplomatischer Brüskierungen der
Bundesregierung fort. Die Ursache, die auch dem Streit um Opel
zugrunde liegt, nennt ein früherer US-Botschafter in Deutschland in
der Presse: einen neuen Nationalismus im Berliner Establishment.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57666


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