
SOK AKTUELL
Informationsdienst der Kommission Kirche und Gesellschaft der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa
10. Oktober 2008
Erste Begegnung der orthodoxen Christen in Norddeutschland
Metropolit Amfilohije gegen Kosovo-Anerkennung durch Montenegro
Neue Kirche in Bosnien
USA unterstützen Kloster Piva
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Erste Begegnung der orthodoxen Christen in Norddeutschland
(HANNOVER) Am vergangenen Freitag fand in der Serbischen Orthodoxen Hl.-Sava-Kirche und dem dazugehörigen Gemeindezentrum in Hannover das erste Treffen von den in Norddeutschland lebenden orthodoxen Christen verschiedener Landeskirchen statt. Das Ziel der Begegnung war der Austausch von orthodoxen Christen in der Diaspora und die gemeinsame Suche nach Wegen in die Zukunft der Orthodoxie in Hannover und Niedersachsen. Den Segen für die Veranstaltung gaben der Vorsitzende des Vorstandes der Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland (KOKiD), der griechische Metropolit Augoustinos vom Ökumenischen Patriarchat und der serbische orthodoxe Bischof von Mitteleuropa, Konstantin. Das Treffen begann mit der Zelebration der Hl. Liturgie am Freitagmorgen und endete mit einer Vesper am selben Tag um 18.00 Uhr. An der Begegnung nahmen mehr als 100 orthodoxe christliche Gläubige teil. Die zur Serbischen Orthodoxen Diözese von Mitteleuropa gehörende Skite von Geilnau schickte anlässlich der Begegnung die Ikone der Gottesmutter „Königin von Deutschland“ nach Hannover.
Im Rahmen des Treffens hielt der an der Universität Würzburg tätige orthodoxe Priester Vater Martinos Paetzold einen Vortrag zum Thema „Die Wege in die Zukunft der Orthodoxie“. Der deutsche orthodoxe Pfarrer der Griechischen Orthodoxen Kirche in Frankfurt betonte, dass die Integration nicht lediglich von der deutschen Gesellschaft zu erwarten sei, sondern dass man auch offen für dasjenige sein müsse, was die Gesellschaft an die orthodoxen Christen herantrage. Paetzold ermutigte aber gleichzeitig die Orthodoxen zum Leben in ihrer orthodoxen Identität und betonte, dass es keinen Grund gebe, diese in der Gesellschaft zu verbergen.
Auch der Hauptinitiator der Begegnung, der Generalvikar der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa und serbischer orthodoxer Pfarrer in Hannover, Erzpriester Milan Pejic, sprach auf der Veranstaltung. Er sagte, das Hauptanliegen der Begegnung in der Hl.-Sava-Kirche in Hannover sei die Erfahrung von Gemeinschaft. Der im zwischenkirchlichen Dialog europaweit aktive orthodoxe Priester erinnerte daran, dass die Gottesienste in seiner Kirche in Hannover regelmäßig von Gläubigen unterschiedlicher Nationalitäten besucht werden. Für diese Menschen sei die deutsche Sprache ein „verbindendes Element und Voraussetzung, den orthodoxen Glauben in Deutschland gemeinsam in die Zukunft führen zu können“. Vater Milan Pejic sagte, die Zeit sei gekommen, sich auf den gemeinsamen Glauben zu besinnen und diesen auch nach außen zu verkünden. Aus diesem Grund werde der 3. Oktober auch in Zukunft im Zeichen der Begegnung orthodoxer Christen gefeiert werden. Das solle aber nichts daran ändern, dass die Serbische Orthodoxe Kirche in Hannover stets für alle Menschen offen sei, unterstrich Pfarrer Pejic, der in den Kreisen der Orthodoxie, aber auch der anderen Kirchengemeinschaften, als eine der Schlüsselfiguren der Integration und des Dialogs gilt.
Die Serbische Orthodoxe Kirchengemeinde in Hannover veranstaltet seit 15 Jahren am Tag der deutschen Einheit ihren Tag der offenen Tür. Die Gemeinde wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von ehemaligen serbischen Kriegsgefangenen gegründet. Lange benutzte sie eine Kapelle an der evangelisch-lutherischen Kreuzkirche, einer der schönsten Kirchen in der hannoverschen Innenstadt. In den Neunzigerjahren wurde die Kirche des Hl. Sava und das Gemeindehaus im hannoverschen Stadtteil List, Mengendamm 16c, gebaut. Geweiht wurde das Gotteshaus durch den Serbischen Patriarchen Pavle I. am 1. Juni 2000: Das war auch der bisher einzige Besuch eines Serbischen Patriarchen in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg.
Das Hl.-Sava-Zentrum in Hannover ist nicht nur der Sitz der serbischen orthodoxen Pfarrei und der Kirchengemeinde Hannover, sondern auch der Kommission „Kirche und Gesellschaft“ der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa und dadurch auch des Nachrichtendienstes SOK AKTUELL.
Metropolit Amfilohije gegen Kosovo-Anerkennung durch Montenegro
(CETINJE) Das oberhaupt der Orthodoxen Kirche in Montenegro, der serbische orthodoxe Metropolit Amfilohije, der zurzeit auch den Serbischen Patriarchen Pavle I. vertritt, hat das Bestreben der montengrinischen Staatsführung, die Unabhängigkeit des Kosovo anzuerkennen, scharf kritisiert. „Alles was in der Geschichte Montenegros ehrbar ist, wird heute gekreuzigt“, sagte der Metropolit anlässlich der Verabschiedung einer Resolution des Montenegrinischen Parlamentes über die Beschleunigung des Integrationsprozesses Montenegros in die EU und die NATO. Diese Resolution wird die Grundlage für die Entscheidungsbildung Montenegros zum Kosovo-Problem sein.
In einem Brief an den montenegrinischen Staatschef hatte der der hohe Hierarch zuvor an die „stille“ ethnische Säuberung der montenegrinischen Bevölkerung aus der Region Pec, Djakovica, Prizren und Kosovska Mitrovica nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Der Metropolit unterstrich darin, dass er selbst Zeuge dieses Prozesses gewesen sei, da er in den Sechszigerjahren jeden Sommer im Kosovo-Metohija verbracht habe. Die ethnische Säuberung endete mit der „völligen Entwurzelung“ der genannten Bevölkerung. Metropolit Amfilohije fragte sich im Brief an den montenegrinischen Staatschef, ob es möglich sei, dass Montenegro einen „Fantomstaat“ anerkennen werde, der auf dem Leid „unseres Volkes“ entstanden sei.
Der Metropolit schrieb auch, niemand sei gegen die europäischen Integrationsprozesse (in Rahmen derer die Anerkennung Kosovos durch Montenegro erfolgen soll, Anm.d.Red.), diese Integration darf aber nicht „vom kolonialen Typus“ sein. Sie solle auf der Basis von Freiheit, Gerechtigkeit, der Aufbewahrung der eigenen Intergrität, Würde und Identität stattfinden.
Neue Kirche in Bosnien
(BIJELJINA) Im bosnischen Dorf Donji Zalukovik bei Vlasenica hat Bischof Vasilije von Zvornik-Tuzla eine neue Kirche geweiht. Das neue Gotteshaus ist dem Hl. Sisoi gewidmet. Nach der Weihe fand eine Prozession sowie die Weihe einer Gedenktafel und eine Panichida (Totenandacht) für die im letzten Krieg Gefallen statt.
USA unterstützen Kloster Piva
(BERANE) Das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika wird 22.000 Dollar für die Erhaltung der „wertvollen und wunderbaren Fresken in der Klosterkirche“ von Piva in Montenegro bereitstellen: Das sagte der US-Botschafter in Montenegro, Roderick Moore, während eines Besuches im Serbischen Orthodoxen Kloster Piva in Montenegro. „Diese Zuwendung ist für mich von großer Bedeutung, weil ich ein großer Liebhaber des kulturellen Reichtums dieses Landes bin, insbesondere der wunderschönen Klöster, die ich in ganz Montenegro besichtigt habe“, sagte Botschafter Moore, der an der Brown Universität Russian Studies, Internationale Beziehungen und Slavistik studiert hatte. Moore betonte, dass er in den Klöstern nicht nur durch den kulturellen Reichtum begeistert war, sondern auch durch die Gastfreundlichkeit, mit der er dort empfangen würde.
Das Projekt zum Schutz der Fresken des Piva-Klosters begann vor etwa 15 Tagen. Es umfasst die Rekonstruktion des Entwässerungssystems im Kloster, wodurch der Feuchtigkeitspegel gesenkt werden soll. Das Projekt wird im Einvernehmen und mit fachlicher Unterstützung des montenegrinischen Amtes für Denkmalschutz durchgeführt. Die Fresken der Klosterkirche wurden um 1605 gemalt. Die damals enstandene Ikonostase (Bilderwand, die den Altarraum vom Hauptschiff trennt) ist die erste von ihrem Typ auf dem Balkan. Die Namen der Künstler sind meistens unbekannt. Ein Priester namens Strahinja aus Budimlje bemalte einen Teil des Narthex (Vorraum), einen anderen Teil malte der Maler Jovan Kozma aus, der ebenfalls als Autor der Ikonostase von Piva und vieler Fresken in Nordmontenegro überliefert ist.
Kloster Piva musste wegen des Baus eines Stausees im Jahre 1979 verlagert werden. Dabei wurden mehr als 1.200 Quadratmeter Fresken am neuen Ort wieder auf die Wände der Klosterkirche anegbracht und rekonstruiert. Der Umzug der Kirche dauerte 13 Jahre.
Das Projekt zur Erhaltung von Fresken aus Kloster Piva ist eines der 68 ähnlichen US-amerikanischen Vorhaben zur Erhaltung des Kulturerbes. In Montenegro wurden aus gleichen Mitteln im Jahr 2003 die Rekonstruktion der Festung von Kotor (Cattaro an der Adria-Küste) und im Jahr 2007 die Renovierung des Hofs der Hussein-Pascha-Moschee in Pljevlja unterstützt.
SOK AKTUELL
Informationsdienst der Kommission Kirche und Gesellschaft der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa
Mengendamm 16c
D-30177 Hannover
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