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Dr. Vladimir Umeljic
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Die aktuelle Situation in Kosovo und Metohija und in Restserbien
Ich bedanke mich – mit einem kleinen Teilvorbehalt – für diese ehrenvolle Einladung, eine kurze Rede vor dieser im Namen Christi einberufenen Ansammlung zu halten. Dieser Vorbehalt bezieht sich einzig und alleine auf die Tatsache, dass es immer äußerst schwierig ist, wenn die Menschenzunge sich an das Heilige wagt. Denn Kosovo und Metohija ist serbisches Heiliges Land schlechthin und zugleich ein Denkmal des gesamten Christentums. So wird mein folgendes Angebot für die nachfolgende Diskussion nicht nur politische und historische, sondern auch christlich-ethische und somit theologische Aspekte beinhalten.
Der Grund ist genauso einfach wie unabdingbar – die „aktuelle“ Situation, die mit dem Thementitel vorgegeben wurde, ist eine diachrone Angelegenheit. Es ist eine fortwährende Gegenwart, die in sich sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft vereint. Denn die über 1 600 teilweise ein Millennium alten sakralen Denkmäler der serbischen Frömmigkeit können einfach nicht in die „Wunschdenken-Schublade“ einer „aktuellen“ Lage abgeschoben werden.
Die ewige „politische Dimension“ bezieht sich im konkreten Fall auf das Verhältnis zwischen den Albanern und Serben… und den jeweils aktuellen Weltmächtigen (Byzanz, Osmanen, Habsburger, Adolf Hitler und nun der NATO), denn die ohnehin komplexen Beziehungen zwischen den Albanern und Serben – so bezeugt es die ganze Geschichte – glühten immer dann besonders gewaltig und gewaltsam auf, wenn die fremden Mächte ihre Gewalt in diesen Landstrich hineingetragen haben. Somit ist auch in diesem Gebiet die Diachronie der Geschichte unübersehbar.
Historische Aspekte
Die Serben kommen mit den anderen Slawen im 6. und 7. Jh. auf den byzantinischen Balkan und verdrängen die alteingesessene, nicht besonders zahlreiche und weitgehend romanisierte Bevölkerung, die möglicherweise von den Walachen und/oder Illyrern herstammen könnte.[1] Der Geschichtsschreiber Ptolemäus erwähnt zu altrömischen Zeiten zwar einen „Stamm der Albanen“ zwischen Skadar, Prizren, Ohrid und Valona, die Serben jedoch siedeln sich auf dem byzantinischen Staatsterritorium an, denn „Albaner hatten niemals einen einigenden Nationalstaat gegründet (…) sie kommen in die Geschichte nicht als eine Nation, sondern als eine Stammesgruppe an, der ein Zusammenhörigkeitsgefühl noch völlig fremd war“[2].
Der byzantinische Kaiser und Schriftgelehrte Constantin Porfirogenitus (913-959) erwähnt in seinem historischen Kapitalwerk De administrando imperio gar nur nations- und staatsbildende Serben in diesen Gebieten sowie die „Kaukasusalbaner“[3]. Die byzantinische Geschichtsschreibung erwähnt ansonsten Albaner erstmalig im 11. Jh., als neue byzantinische Söldner ( „Alvanoi“[4] bzw. „Arvanite“)[5] , sowie zwischen dem 12. Jh. und 15. Jh. („Arvanite“, Alvanite“, „Alvani“)[6]. Auch die serbische Historiographie kennt zu dieser Zeit die Albaner. Sie müssen inzwischen ziemlich zahlreich vertreten sein, da der serbische Herrscher Dusan im 14. Jh. den Titel „Kaiser der Serben, Griechen und Albaner“ trug. Zu diesem Zeitpunkt allerdings ist das Gebiet von Kosovo und Metohija seit Jahrhunderten nicht mehr byzantinisches, sondern serbisches Staatsterritorium und bereits übersät mit serbisch-orthodoxen Kirchen und Klöstern.
Eine weitere historische Tatsache ist, dass der erste albanische Nationalstaat 1912 entstanden ist, nachdem die Serben, Griechen und Bulgaren die osmanischen Eroberer endgültig vertrieben hatten. Kosovo und Metohija war niemals ein Teil dieses Staates. Es befand sich bislang nur einmal unter „albanischer Verwaltung“, nämlich während des 2. Weltkrieges in jenem berüchtigten „Großalbanien“ von Hitlers und Mussolinis Gnaden…
Auf die „Großalbanische Idee“ kam allerdings zunächst Österreich-Ungarn.[7] Die Albaner griffen sie gerne auf und gründeten 1878 die „Liga von Prizren“ („Prizrenska kongra“), die sofort die territorialen Ansprüche auf Skadar, Nordalbanien, die Gebiete um Pec, Pristina, Prizren, Kacanik, Skopje, Bitolj, Debar, Florin, Krebena und Janjina bis zur Lagune Preveza anmeldete[8]. Dies meint, dass dieses nach wie vor aktuelle ideologische Vorhaben zur Zeit die Grenzen und die Staatssouveränität nicht nur von Serbien, sondern auch von Montenegro, Mazedonien, Griechenland und Bulgarien akut gefährdet.
Darf man im historischen Teil auch die überragende Wichtigkeit der Amselfeldschlacht (1389) für die serbische Nationalidentität erwähnen ohne gleich als ein „Ewiggestriger“, als „Mythomane“, als ein „In eigene Niederlagen Verliebter“ bezeichnet zu werden (was nicht nur ich immer wieder zu hören bekomme)? Ja, man darf und man muss, denn es gibt kein serbisches „Kosovo-Mythos“, es gibt vielmehr ein serbisches Kosovo-Ethos, der gebietet, dass man sich jedem Angreifer zu stellen hat, ungeachtet der jeweiligen Kraftverhältnisse! Außerdem möchte ich gerne von jedem, der die Serben deswegen schasst, hören, ob er auch die Juden wegen ihrem Ehrengedenken der – genauso gegen die fremde Angreiferübermacht verlorenen – Massada-Schlacht geringschätzig abzutun wagt?
Wem die (fremden) Schlachten und die unvermeidliche Begleitpathetik bei aller angenommenen Xenofilie doch zu fremd sind, der möge sich an die grandiosen serbischen Volksgedichte erinnern, die anlässlich der Amselfeldschlacht entstanden sind und auch einen Johann Wolfgang von Goethe begeistert haben:
Im Zeitraum zwischen 1823-1827 äußerte Goethe sich mehrmals über die serbischen Volkslieder mit höchstem Lob, so z.B. im Aufsatz ‘Serbische Lieder’ von 1825[9], wo er sie “wunderbar”, ”höchst schön”, “von unendlicher Schönheit”, “…sehr schön! Es hält Vergleichung mit dem Hohen Liede” findet. Wenn man Goethes begeisterte Bewertung des ‘Hohen Liedes’ Salomons kennt, das er fünfzig Jahre zuvor selbst übersetzt hatte, wird man auch folgende Äußerung über die serbischen Volkslieder zu würdigen wissen: “Die Gedichte sind vortrefflich! Es sind einige darunter, die sich mit dem ‘Hohen Liede’ an die Seite setzen lassen, und das will was heißen.”[10]
Die historische Begründung also, warum die NATO den Albanern nun einen zweiten Nationalstaat und dazu auf serbischem Staatsterritorium und unter einem massiven Völkerrechtsbruch gewähren möchte, können hierbei wohl kaum geltend gemacht werden. Auch die kulturologischen Gründe können diesbezüglich kaum herhalten - den über 1 600 serbisch-orthodoxen sakralen Denkmälern (der Schriftkultur, den archäologischen Funden, der Kunst, etc.) stehen von Seiten der Albaner weder eigene Kirchen noch Moscheen, weder Schriftzeugnisse noch archäologische Funde, weder althergebrachte Architektur noch Handwerk bzw. Kunst entgegen, die einen solchen Schritt einigermaßen verständlich machen könnten.
So bleiben nun der demografische Faktor und, natürlich, die jüngste Vergangenheit mit Kriegen und Kriegsverbrechen als theoretische „Rechtfertigung“ der „NATO-Demokratien“ für diesen unheilschwangeren Schritt der widerrechtlichen Zerstückelung Serbiens. Die Satanisierung der Serben insbesondere in den westlichen Medien seit dem Anfang des Zerfalls des zweiten Jugoslawiens („ethnische Säuberungen“, „serbischer Völkermord“, etc.) war ausgesprochen erfolgreich. Die zur Zeit des genauso völkerrechtswidrigen NATO-Krieges gegen Rest-Jugoslawien besonders aktive deutsche Ministerriege (Josef Fischer, Rudolf Scharping, etc.) beispielsweise hat in der deutschen Öffentlichkeit dafür viel Applaus geerntet. Dass sie jedoch zugleich von den Auschwitz-Überlebenden dieses Landes deswegen und mit Recht als Verfechter einer neuen Art der „Auschwitz-Lüge“ gebrandmarkt worden sind – interessiert dies jemanden? Oder ist die „Auschwitz-Lüge“ etwa salonfähig geworden?
Auf dieses Thema komme ich noch zurück, zunächst jedoch möchte ich darauf hinweisen, dass zwischen der demografischen Überlegenheit der Albaner in Kosovo und Metohija (was auch kein hinreichender Grund für eine widerrechtliche Sezession sein kann, denn diese zahlenmäßige Mehrheit in einer Staatsprovinz stellt immer noch eine Minderheit in einem Staat dar) und der „ethnischen Säuberungen“ tatsächlich eine kausale Verbindung besteht. Zugleich möchte ich den Beweis für meine anfängliche Behauptung antreten, dass „die ohnehin komplexen serbisch-albanischen Beziehungen insbesondere dann gewaltig und gewaltsam ausarten, wenn die fremden Mächte ihre Gewalt in diesen Landstrich hineingetragen haben…“. Wie sieht nun – ganz kurz – diese kausale Verbindung unter der Schirmherrschaft der jeweiligen fremden Mächte aus?
Im 17. und 18. Jh. wurden von den Osmanen und Albanern etwa 160 000 Serben mit ihren Patriarchen Arsenije III. Carnojevic und Arsenije IV: Jovanovic-Sakabenta von Kosovo und Metohija vertrieben und landeten in Österreich-Ungarn. Diese „ethnische Säuberung“ leugnen die Albaner (hier der ehemalige Universitätsrektor von Pristina Idriz Ajeti 1982) u. a. mit der denkwürdigen Behauptung, dies stimme nicht, denn damals hätte es bereits „gar keine Serben in Kosovo und Metohija“[11] mehr gegeben.
Zwischen 1876-1912 wurden „durch albanische Verbrechen über 400 000 Serben von Kosovo und Metohija vertrieben“[12]. Dies sowie die unbestritten enorm hohe Geburtsrate der Albaner änderte also allmählich die ethnische Struktur der Provinz: Etwa 240 000 Albaner lebten 1880 hier, 1890 waren es 301 000, 1900 fast 475 000 und 1931 bereits 552 352[13]. Die Serben allerdings machten in diesem Jahr immer noch ca. 61% der Gesamtpopulation aus.
Als Hitler und Mussolini in Serbien das Sagen hatten, vertrieben die Albaner ca. 100 000 Serben und siedelten etwa genauso viele ihrer Landsleute aus Albanien in Kosovo und Metohija an.[14]
Titos kommunistische Diktatur verbot die Rückkehr der vertriebenen Serben und siedelte 1945-1948 – als er noch guter Hoffnung war, er würde seinen Machtbereich auch über das „brüderlich-kommunistische“ Albanien ausdehnen – etwa 300 000 Albaner aus Albanien in Kosovo und Metohija an.[15]
In den letzten vierzig Jahren vor den Bürgerkriegen und dem gewaltsamen Zerfall des zweiten Jugoslawiens wurden etwa 400 000 Serben genötigt Kosovo und Metohija zu verlassen. Alleine 1968-1988 waren es ca. 220 000 Menschen und so blieben etwa 700 Städte und Ortschaften ohne einen einzigen serbischen Einwohner.[16]
So kann man wahrlich das relative demografische Übergewicht der Albaner in Kosovo und Metohija (Mehrheit in der Provinz = Minderheit im Staate) keineswegs als eine wie auch immer herbei gezauberte „rechtliche“ Grundlage für die Ausübung des Selbstbestimmungsrechts anführen. Dies nicht nur, weil es z.B. Kurden, Basken, Nordiren, Tamilen, Korsen, Katalanen, Flamen, etc. willkommen heißen würden, sondern weil damit das internationale Sicherheitssystem einem besorgniserregenden rechtsfreien Raum Platz machen würde. Denn diese Mehrheit ist zu einem erheblichen Teil durch Gewalt entstanden und aus dem Unrecht kann kein Recht entstehen (Ex iniuria ius non oritur).
Die letzte und mehr als fadenscheinige Erklärung der NATO-Mächtigen ist die bereits erwähnte Konstruktion über die serbischen „Gräueltaten, ethnische Säuberungen, Völkermord“ und ich habe auch bereits die Beurteilung (oder vielmehr Verurteilung) dessen durch die Auschwitzüberlebenden angeführt. Man kann ganze Bücher mit Argumenten füllen (und man tut es inzwischen), wie diese schaurige Rufmordkampagne gegen die Serben zustande gekommen ist und sie nach und nach sachlich widerlegen.
Dies würde den Rahmen dieses Beitrags jedoch hoffnungslos sprengen und so möchte ich nur festhalten, dass die Definitionsmacht seit dem 2. Weltkrieg niemals so massiv usurpiert und völlig ethikfrei missbraucht wurde („bad guys versus goog guys“), wie es die westlichen Politiker und Medien in Bezug auf die Serben getan haben. Dies meint, dass das bewährte Prinzip „Veritas facit pacem“ bemerkenswert skrupel- und verantwortungslos außer Kraft gesetzt wurde.
Da also der Interessierte sich heute relativ leicht selbst informieren kann, gebe ich hier nur einen Impuls hinsichtlich des damals angewendeten methodologischen Vorgehens (Deutschland und USA):
Die negative NATO-Semantik begann auch damals schon mit einem relativ harmlos anmutenden Austausch (Re-Definierung) von sprachlichen Begriffen. Dazu äußerten sich beispielsweise die deutschen Sprachwissenschaftler Heidrun Kämper (Institut für deutsche Sprache, Mannheim) und Martin Wengeler (Düsseldorf)[17] wie folgt:
“Einige in der Regierung vertreten jetzt Dinge, gegen die sie früher auf die Straße gegangen wären. So verwendet man das distanzierte Wort ‘Kampfhandlungen’, nicht das Reizwort ‘Krieg’. Man traut sich nicht, das Kind beim Namen zu nennen [...] Es heißt nicht ‘Krieg’, man redet von dem ‘Ziel, einen friedlichen Kosovo zu schaffen’, oder besonders abenteuerlich von ‘Friedenserzwingungsmission’ [man wählt] “weiche” Worte, um den Militäreinsatz zu rechtfertigen. Wenn von humanitärer Intervention gesprochen wird, ist das eine Legitimationsstrategie, um zu verdeutlichen, dass man das Richtige tut [...] Wenn man die Gegner des Völkermordes beschuldigt, wird die Richtigkeit des eigenen Handelns betont…”
In Bezug auf den “Völkermord” der Serben an den Albanern schrieb Noam Chomsky: “Stellen wir als erstes die Proportionen klar. Nach NATO-Angaben wurden bis zum Beginn der Bombardierung 2 000 Menschen im Kosovo getötet, die meisten von ihnen von serbischem Militär, das ab Sommer 1998 auf die Guerilla-Angriffe auf Polizeistationen und Zivilisten, ausgeführt von einer vom Ausland finanzierten UCK, reagierte. [...] Bereits hier könnten wir die Frage stellen, wie die US-Regierung im Fall von Angriffen auf Polizeistationen und Zivilisten in New York, ausgeführt von einer von Libyen unterstützten Guerillabewegung reagieren würde?”[18]
Nun, die NATO hat bekanntlich militärisch eingegriffen und die südserbische Provinz, das Heilige Land Kosovo und Metohija im Rahmen ihrer ‘Friedenserzwingungsmission’ besetzt, und seitdem wurden über 160 000 Nicht-Albaner, überwiegend Serben gewaltsam vertrieben, tausende ermordet und einigen hunderten Serben haben die kriminellen Albaner beim lebendigen Leibe die vitalen inneren Organe entnommen und auf dem schwarzen Markt der „Internationalen Wertegemeinschaft“ verkauft, so die ehemalige Chefanklägerin des Haager Tribunals Carla del Ponte.
Fast ein Zehntel der 1 600 serbisch-orthodoxen Gotteshäuser teilweise aus dem 10. Jh. wurden seitdem und vor den Augen schwer bewaffneter NATO-Soldaten zerstört und niedergebrannt, ein Heiliges Land des Christentums wurde und wird ununterbrochen heimgesucht und besudelt. Victor Hugo hat seinerzeit der Serben gedacht und öffentlich ausgerufen: „Ein Volk wird gemordet! Wo? In Serbien, mitten in Europa! Wer ist der Zeuge? Die ganze Welt!“ Was würde er heute wohl ausgerufen haben?
Ist es ein Trost (und wenn – für wen?), wenn man festhält, das hiermit die Diachronie der Geschichte bestätigt wird sowie, dass nach dem gleichen Prinzip immer dann verfahren wurde, als die Serben gewaltsam zu Untertaten in ihrem Lande gemacht worden sind? Ist es für die NATO ein Trost, wenn der Vergleich mit den erobernden Osmanen, Habsburgern, Adolf Hitler, etc. immer neue Parallelen aufweist?
Ist die nach wie vor prekäre Situation auf dem Balkan letztendlich eine Folge der Tatsache, dass nun das NATO-Imperium die Fahne beim ewig anmutenden „Drang nach Osten“ übernommen haben könnte?
Bevor ich nun zum Abschluss komme, möchte ich auf die thematisch vorgegebene Frage nach der aktuellen Lage in Serbien mit den Auszügen aus einem offenen Brief an die Frau Bundeskanzlerin – anlässlich der deutschen Anerkennung des illegalen „Kosovo-Staates“ – eingehen:
Frau Bundeskanzlerin
Dr. Angela Merkel
Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin,
als Ende des 12. Jh. der serbische Herrscher Stefan Nemanja und der Kaiser Friedrich II. Barbarossa gemeinsam in Nis den ersten zwischenstaatlichen Vertrag zwischen Serbien und Deutschland unterschrieben, gehörte Kosovo bereits zu den serbischen Ländern und ist seitdem, völkerrechtlich gesehen kontinuierlich ein Teil des serbischen Staates. Daran änderte auch die zeitweilig erfolgreiche osmanische Invasion des christlichen Europas nichts.
Das absolut einzige Beispiel, in fast tausend Jahren, wo sich dieses serbische Kernland in einem albanischen „Staat“ befand, war das berüchtigte „Großalbanien“ von Hitlers und Mussolinis Gnaden während des 2. Weltkrieges.
Nun haben die Kosovo-Albaner ihre einseitige Sezession von Serbien erklärt und damit gegen das Völkerrecht, gegen die UNO-Charta, die UN-Resolution 1244 von 1999 und gegen den Helsinki-Vertrag von 1975 verstoßen.
Wir haben Sie, sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin, aufgefordert diesem schweren Völkerrechtsbruch nicht zuzustimmen und diesem illegitimen Pseudostaat die Anerkennung der Bundesrepublik Deutschland zu verweigern. Dies nicht zuletzt deshalb, weil Sie damit die Wege verbauen, die zum überlebensnotwendigen friedlichen Dialog der unmittelbar Betroffenen auf dem Balkan führen müssten. Denn es ist besser einhundert Jahre miteinander zu reden als einen Tag aufeinander zu schießen!
Wir konnten und wollten auch nicht glauben, dass Sie den Eindruck entstehen lassen wollen, es gebe nun doch eine wenn auch partielle Kontinuität in der deutschen Politik zwischen den schrecklichsten Jahren des europäischen 20. Jh. und unserer Zeit.
Wir haben weiter darauf hingewiesen, dass dies nicht nur zu einem schwerwiegenden Loyalitätskonflikt der 600 000 – 700 000 in Deutschland seit Jahrzehnten friedlich lebenden Serben und serbischstämmigen Deutschen führen, sondern auch zu einem massiven Ansehensverlust der Bundesrepublik Deutschland in der ganzen Welt beitragen würde. Wie soll man danach den demokratischen und rechtstaatlichen Charakter Deutschlands aufrechterhalten? Und wie sollte man die politische Glaubwürdigkeit Deutschlands beweisen, wenn demnächst die Basken, Korsen, Nordiren, Flamen, Katalanen, etc. ihre sezessionistischen Ansprüche anmelden?
Was für ein dem historischen Rückfall und dem leidlichen Zerfall zurückgekehrtes Europa zeichnet sich nun ab? Ein Europa einiger arroganter Großmächte und unzählige von diesen restlos abhängige Kleinstaaten? Haben wir dies nicht bereits einmal erlebt bzw. durchlitten?
Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin,
Sie haben bedauerlicherweise und im Namen des Volkes den illegalen Pseudostaat Kosovo nun doch anerkannt und dadurch selbst und vorsätzlich gegen das Völkerrecht, gegen die UNO-Charta, die UN-Resolution 1244 von 1999 und gegen den Helsinki-Vertrag von 1975 verstoßen. Sie haben dadurch nicht nur einen eklatanten Rechtsbruch begangen, sondern auch zutiefst unmoralisch sowie historisch und politisch instinktlos gehandelt.
So zwingt sich folgende Frage von selbst auf: Ist die konkrete und unübersehbare Revision aller Ergebnisse der Weltkriege auf dem Balkan tatsächlich inspiriert und initiiert durch eine neue und schleichende Denkart der „Auschwitzlüge“, was die „Vereinigung der Auschwitzüberlebenden, Deutschland“ bereits der vorherigen Bundesregierung im gleichen Zusammenhang öffentlich vorgeworfen hat?
Nun erklärte der Bundesaußenminister Steinmayer, dies bedeute einen Schlussstrich, ein Ende und er lade nun Serbien nach Europa ein. Damit leistet er offensichtlich einem seiner Vorgänger, Klaus Kinkel, Folge, der bereits 1992 öffentlich erklärt hat: „Wir müssen Serbien in die Knie zwingen“ und ähnelt zugleich einem besonders einfallsreichen Täter, der seinem Opfer zuerst gewaltsam die Beine abtrennt, um es daraufhin zu einem gemütlichen Spaziergang in Richtung seiner Festtafel einzuladen.
Die beiden Herren jedoch irren sich.
Man kann Serbien zwar zeitweilig niederringen aber nicht in die Knie zwingen. Diese leidvolle Erfahrung haben bereits das Osmanische Sultanat, die Kaiserreiche von Deutschland, Österreich-Ungarn und Bulgarien, Adolf Hitler und Josef Stalin machen müssen – wo sind diese Imperien heute? Glauben Sie wirklich, wie alle historischen Vorgänger des NATO-Imperiums, dass man per Dekret das Ende der Geschichte herbeizwingen kann? Haben Sie wirklich nichts aus der Vergangenheit gelernt?
Dieser bewusste Völkerrechtsbruch und unmoralischen Handlungen Ihrerseits bedeuten allerdings kein Ende, sondern einen Anfang und nicht nur wir nehmen dies mit größter Besorgnis und größtem Bedauern zur Kenntnis. Denn unter den Folgen dieser bodenlosen Verantwortungslosigkeit werden nicht nur die Serben, wie wohl ursprünglich geplant, zu leiden haben. Oder meinen Sie tatsächlich, Sie hätten den Weg gefunden, die Pandorabüchse beliebig auf- und zuzumachen?
Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin,
wir bitten Sie inständig und fordern Sie eindringlich auf: Finden Sie zurück zur moralischen Kraft und zum demokratischen Anstand, zum Rechtsbewusstsein und zur politischen Weitsicht – machen Sie diese unselige und unheilschwangere Anerkennungsentscheidung rückgängig! Lassen Sie uns gemeinsam und nie mehr gegeneinander daran arbeiten, die Lunte des Balkanpulverfasses endgültig zu löschen! Lassen Sie die Menschen von Balkan gemeinsam und nie mehr gegeneinander die Vergangenheit aufarbeiten, die Gegenwart meistern und die Zukunft gestalten!
Abschlussbemerkung
Haben die Menschen den Menschen jemals Leid zugefügt, haben sie sie verfolgt und auch Verbrechen begangen? Ja. Haben die Serben den Albanern jemals Leid zugefügt, haben sie sie verfolgt und auch Verbrechen begangen? Ja. Haben die Albaner jemals den Serben Leid zugefügt, haben sie sie verfolgt und auch Verbrechen begangen? Ja.
Soweit über die nüchterne (analytische) Nähe von Theorie und Praxis, über die Verallgemeinerung und verlockende Versuchung der rationalisierenden Vereinfachung bzw. der Rechtfertigung in letztendlich eigener Sache. Außerdem, da die Schuld – qualitativ wie quantitativ – immer individuell und niemals kollektiv oder gar vererbbar ist, so ist es eine Sache der unabhängigen Rechtssprechung die Gerechtigkeit in allen konkreten Fällen walten zu lassen.
Hierbei gibt es allerdings keine wie auch immer ausgewogene bzw. interpretierbare Aus- oder Angleichung, auch ungeachtet dessen, dass eine böse Tat niemals durch eine andere böse Tat wieder gut gemacht werden kann. Hier liegt zugleich kein einziger versteckter Grund geschweige denn ein Argument bzw. ein Aufruf, die Wahrheit relativieren und die Gerechtigkeit verschmähen zu dürfen.
Ein höheres Gericht wartet ohnehin auf uns alle und der Preis unserer Befreiung zur Freiheit durch Jesus Christus ist manchmal sehr hoch, es ist das Böse der Versuchung und die Versuchung des Bösen, und es ist eine Sache des Glaubens, der Ethik und der Moral sich auch und vor allem in solchen Konfliktsituationen richtig zu verhalten, ungeachtet der Nationalität, der Religion oder der Hautfarbe sowohl in Bezug auf die Opfer als auch auf die Täter.
Mit diesem höheren Gericht ist es naturgemäß vorzüglich zu rechnen in Bezug auf die von den zahlreichen zerstörten Gotteshäuser in Kosovo und Metohija erhobene Anklage, die weder stumm ist noch jemals verjähren kann.
Hat sich also auch die NATO hierbei schuldig gemacht und gar versündigt? Ja. Wie kann man aber die NATO individualisieren und wer soll sie zur Rechenschaft ziehen? Denn es ist zu befürchten, dass die irdischen Gerichte zunehmend den irdischen Mächtigen gehören und gehorchen.
Dies ist eine brennende Frage insbesondere, weil maßgebende „NATO-Demokratien“ – wie alle ihre imperialen Vorgänger – einmal mehr ein ganzes Volk gerade in Sippenhaft nehmen, kollektiv bestrafen und ihm seine Geschichte und Kultur, seinen Glauben und seine Identität, mit Gewalt abzunehmen versuchen.
Ich weiß – und ich vermute, wir alle wissen es – was Victor Hugo heute gesagt haben würde, nämlich: „Ein Heiliges Land wird gemordet! Wo? In Serbien, mitten in Europa! Wer ist der Zeuge? Die ganze Welt!“
So bitte ich Sie alle, helfen Sie uns in diesem friedlichen Kampf um die Wahrheit und Gerechtigkeit. Unsere einzige Waffe hierbei ist das Wort und dies ist das Wort, das am Anfang war, ist und bleibt. Denn die allgültige Diachronie unseres gemeinsamen Daseins und der Widerstand gegen die (eigenen) Dämonen im ewigen Präsens des Schöpfers ist die wahre Koinonia, wahre „Gemeinschaft, die durch die Teilhabe entsteht“. Nur diese Koinonia ist in der Lage, die künstlichen und interessengeleiteten Hindernisse zwischen uns abzubauen und uns des uns geschenkten Antlitzes würdig zu erweisen. Bitte helfen Sie uns, das uns genauso geschenkte Heilige Land Kosovo und Metohija zu bewahren und zu erhalten.
[1] Kristo. Frasheri: The History of Albania. A brief survey. Tirana, 1964. Georg Stadtmüller: Forschungen zur albanischen Frühgeschichte. Wiesbaden, 1966.
[2] Milan Sufflay: Biologie des albanischen Volksstammes. Österreichische Rundschau für historische und soziale Wissenschaften, Jahrgang V, Heft 17, Wien, 1916.
[3] Antun S. Dabinovic: Kotor u drugom Skadarskom ratu (1419-1423). Rad Jugoslavenske Akademije znanosti i umjetnosti 1939 (ili 1935)
[4] Georg Stadtmüller, ibid.
[5] ibid.
[6] Milan Sufflay, ibid.
[7] A. M. Seliscev: Slavenskoe naselenie v Albanii. Sofia, 1931.
[8] Wassa Effendi: Albanien und die Albanesen. Berlin, 1879.
[9] Goethes Werke, Weimarer Ausgabe, II. Abt. Bd. 41, S.136-153.
[10] Gespräche mit Goethe von Johann Peter Eckermann, I, 137 ff.
[11] Milos Misevic: Grehovi i gresnici. NIN, br. 1660, 24.10.1982.
[12] Jovan M. Jovanovic: Juzna Srbija od kraja XIII veka do oslobodjenja. Beograd.
[13] Ali Hadri: Kosovo i Metohija u Kraljevini Jugoslaviji. Istorijski glasnik, 1-2, Beograd, 1967.
[14] Weltkongress der Serben: Kosovo&Metohija. Das serbische Jerusalem und die Angriffsgelüste der “NATO-Demokratien”. Aschaffenburg, 1998.
[15] ibid.
[16] ibid.
[17] Main-Echo, Aschaffenburg, 20.Mai 1999
[18] Noam Chomsky: USA handelt wie ein Mafia-Boss. (siehe: www.skdz.de)
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